Wie weit darf und kann Fanliebe gehen?

. - Im Laufe des Lebens sind es vor allem Kinder und Jugendliche, die sich bekannte Personen als Vorbilder nehmen und diese förmlich anhimmeln. Der Besuch jedes Konzerts bei einem Popstar ist genauso selbstverständlich wie das Kaufen von Fanshop-Artikeln und limitierten Sammelboxen.

In vielen Fällen wird diese „Fanliebe“ mit dem Ende der Pubertät im musikalischen Bereich beendet. Beim Thema Sport wendet sich das Blatt allerdings. Fußballfans, ob jung oder alt, strömen in Massen in die Stadien, um ihren Lieblingsverein zu unterstützen. Viele davon sind bedingungslose Fans und akzeptieren Entscheidungen oder Aussagen gegenüber der Außenwelt. Doch wie weit darf und kann Fanliebe gehen?

Wenn Skandale in den Fokus rücken

Vielen Fans ist nicht bewusst, dass Vereine nicht nur aus einer Mannschaft und zukünftigen Spielen bestehen. Sie sind vor allem Unternehmen, die in der Regel auf Gewinne aus sind. Das kann durchaus zum Problem werden. Wenn beispielsweise im Raum steht, dass die größten und mächtigsten Vereine eine neue Liga erschaffen, in der nur die Elite zu finden ist, so kann dies durchaus fragwürdig sein. Wenn dies hinter den Rücken von Hunderttausenden von Fans und Zuschauern zu einem Plan wird und diese aus der Entscheidung völlig außen vor gelassen werden, könne man meinen, diese Fußballvereine haben ihre Fans nicht verdient. Wer sich als Fan hinter seinen Verein stellt, sollte nicht bedingungslos akzeptieren, was entschieden oder gar umgesetzt wird. Dies scheint beim Hörensagen als selbstverständlich angesehen zu werden. Es kommt allerdings regelmäßig zu Streitereien, weil Fans, die die Meinungen anderer mehr reflektieren in Konflikt mit denen geraten, die sich bedingungslos an ihren Verein binden.

Wenn Fans Feinde haben

Der Fußball ist eine von wenigen Sportarten, bei denen sich auch die Fans untereinander bekriegen. Altbekannte Beispiele sind Krawalle, Schlägereien und der Einsatz von Feuerwerkskörpern bei Fußballspielen zwischen dem Hamburger SV und dem SV Werder Bremen. Nicht selten kommt es während und auch nach den Spielen zu Auseinandersetzungen, die eines Polizeieinsatzes bedürfen. Die Vereine selbst haben damit nicht unbedingt etwas zu tun, denn es sind vor allem die Fans, die sich auf ein höheres (und vor allem mächtigeres) Podest stellen wollen. Trotz ausdrücklicher Verbote des Mitbringens und Nutzens von Feuerwerkskörpern kommt es regelmäßig zu Ereignissen, die unter anderem auch zum Spielabbruch führen können.

Wie viel Fanliebe ist in Ordnung?

Wer einen Künstler, Musiker oder Sportler bewundernswert findet, darf diesen gut und gerne unterstützen. Dies kann durch Fanbriefe, Besuche bei Fußballspielen oder Auftritten, aber auch durch den Kauf von Fanshopartikeln geschehen. Durch diese Handlungen werden keine anderen Personen involviert, die unter Umständen einer anderen Meinung oder gar keine Fans sind. Es ist wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass Geschmäcker verschieden sind. Jeder ist anders aufgewachsen und hat andere Werte und Normen kennengelernt. Umso wichtiger ist ein toleranter Umgang mit anderen Meinungen und Geschmäckern. Sollten Sie jemandem begegnen, der Ihnen Schaden hinzufügen möchte, so sollten Sie versuchen, nicht darauf einzugehen und auf diese Person einzureden. Gewalt ist in keinem Kontext eine Lösung. Ansonsten gilt: Lassen Sie ihrer Fanliebe im gesunden Maße freien Lauf und genießen Sie die Momente mit Ihren Stars.