Wie steht es wirklich um die Olympischen Spiele 2020?

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Olympia 2020 bleibt Olympia 2020, findet aber im Jahr 2021 statt: So etwas hat es noch nie gegeben in der jahrtausendealten Geschichte der Olympischen Spiele. Einige Menschen zweifeln jetzt noch daran, dass Tokio tatsächlich dieses Jahr die Tore für das große Sportereignis öffnet, doch der Termin kommt beharrlich näher und bislang ist keine neuerliche Absage in Sicht.


Miraitowa steht für die “Zukunft” und die “Ewigkeit”

Der ursprüngliche Termin lag vom 24. Juli bis 9. August 2020, jetzt rückt stattdessen der 23. Juli bis 8. August 2021 in den Fokus. Ausländisches Publikum soll in Japan nicht zugegen sein, hingegen sind die Angehörigen der Athleten und freiwillige Helfer willkommen. Tokio durfte bereits im Jahr 1964 Schauplatz von Olympia sein, die Bewerbung davor für das Jahr 1940 fiel ins Wasser. Begleitet wird das diesjährige Mega-Event von Maskottchen Miraitowa, einem katzenähnlichen Wesen, dessen Name sich aus den Wörtern “Zukunft” und “Ewigkeit” generiert. Auf seiner Stirn ist das Emblem der Spiele angebracht, ein Schachbrettmuster aus drei verschiedenen Rechteckgrößen. Miraitowa soll Symbol sein für eine “Zukunft ewiger Hoffnung in den Herzen aller Menschen in der ganzen Welt”: Eine starke, überbordende Hoffnung hat die Menschheit nun tatsächlich nötiger denn je.

Olympische Spiele sind viel mehr als nur Sport

Die Olympischen Sommerspiele sind eben nicht nur einfach Sport, sondern auch Vergnügen, Spannung und was oft außer Acht gelassen wird: Wirtschaft. Verschiedene ökonomische Bereiche hängen auf Gedeih und Verderb von solchen Events ab, allen voran natürlich die Event-Branche selbst, aber auch der Catering-Sektor, Hotels und Reiseunternehmen profitieren kräftig von großen Veranstaltungen in aller Welt. Nicht zu vergessen die Unterhaltungsbranche: Sie organisiert nicht nur die Übertragung im TV, sondern auch die Vermarktung der Events auf vielfache kreative Art.

Dazu gehört nicht zuletzt die Sportwetten-Industrie, die starke Hoffnungen auf ein reges Wett-Treiben setzt. Anbieter wie Betway decken die unterschiedlichsten Sportarten ab und hegen deshalb ein großes Interesse daran, dass Olympia und Co. funktionieren. Schon die derzeit stattfindenden nationalen Fußball-Ligen und der DFB Pokal ziehen jede Menge Wettfreunde an. Der Effekt zeigt sich auf Betway nicht zuletzt in den Wettquoten von 2,5 zu 2,6 zum vergangenen DFB-Pokalfinale, die den Ausgang nahezu offenließen. Die Wetttätigkeit der Fans steigert oftmals die Spannung, die sich im Vorfeld einer Sportveranstaltung allmählich aufbaut. Die Olympischen Sommerspiele bilden in diesem Sinne keine Ausnahme.

Eine neuerliche Verschiebung sei “absolut unmöglich”

2020 hatte der olympische Fackellauf bereits begonnen und musste leider mittendrin abgebrochen werden. Im Januar 2021 verkündete Yoshirō Mori als Chef des Organisationskomitees, das eine neuerliche Verschiebung “absolut unmöglich” sei. Tokio will eine Art “Hygieneblase” schaffen, in der sich die für Olympia tätigen Personen frei bewegen können, ohne in Kontakt zur umgebenden Bevölkerung zu geraten. Mit dabei werden natürlich auch die Medienschaffenden sein, denn ohne sie bleiben alle Ereignisse in eben jener Blase hängen, ohne nach außen dringen. Dabei stehen Sportfreunde auf allen Kontinenten längst in den Startlöchern, um ihren Favoriten am Display ganz fest die Daumen zu drücken.

(c) pixabay

Zwei große Olympiazentren im Süden und im Norden

Die meisten der geplanten Wettkämpfe finden höchstens acht Kilometer vom olympischen Dorf entfernt statt. Nur einige wenige Sportarten müssen etwas weiter ausweichen, darunter zum Beispiel das Mountain-Biking, das Reiten, das Segeln und das Bahnradfahren. Im Acht-Kilometer-Radius liegen die Heritage Zone mit dem Olympiastadion und die Tokyo Bay Zone mit dem großen Medienzentrum sowie alle Wassersportarten. Das neue Stadion stammt aus dem Jahr 2019, es kostete die Stadt ganze 1,1 Milliarden Euro und wartet sehnsüchtig auf seine Nutzung. Sportler aus insgesamt 169 Ländern haben sich zur Teilnahme qualifiziert. Eine besondere Herausforderung stellt diesmal das Klima dar, denn in Tokio herrschen von Mitte Juli bis zum Ende des Monats August Durchschnittstemperaturen von über 30 Grad mit hoher Luftfeuchte.

(c) pixabay

Das IOC wollte das Event trotz des zu erwartenden heißen Wetters nicht wie vorgeschlagen auf den Oktober verlegen, weil im Herbst die Football- und Baseball-Saison in den USA tobt: Zu befürchten wären zu niedrige Einschaltquoten. Auch das Beibehalten der Jahreszahl 2020 sorgte für Irritationen, doch auch an dieser Stelle war nichts zu machen. Schließlich handelt es sich um kein “neues” Olympia, sondern um die Veranstaltung, die für 2020 geplant war.