Das „Postkastl“ auf Schiene

Kötschach-Mauthen - Als vor knapp 2 Jahren der Verein Gailtalbahn gegründet wurde, hätte vermutlich niemand ernsthaft damit gerechnet, dass es nach der Einstellung des Streckenabschnittes Hermagor – Kötschach-Mauthen durch die ÖBB, jemals wieder einen Betrieb auf der Strecke geben wird.

Nach vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden und enormen Einsatz ist dem engagierten Team des Vereins Gailtalbahn rund um Obmann Andreas Mühlsteiger, aber nun genau das gelungen: Nach einem mehrtägigen, schweißtreibenden Arbeitseinsatz wurde die Strecke wieder durchgehend befahrbar gemacht.

„Postkastl“ on Tour

Am Mittwoch dem 18.7.2018 begann ein weiteres Kapitel für die, für viele bereits totgesagte, aber lieb gewonnene Gailtalbahn, als sich das erste Mal, seit der Einstellung im Dezember 2016 die Weichen im Bahnhof Kötschach-Mauthen wieder stellten, um einen Motorbahnwagen – liebevoll „Postkastl“ genannt – auf die Strecke, zu einer ersten Fahrt nach zwei Jahren zu entlassen. Im gemächlichen Tempo ging es, begleitet von unzähligen ungläubigen Blicken, bis kurz vor Hermagor und anschließend wieder zurück. Die Fahrt verlief völlig problemlos, was Erleichterung und große Freude bei allen Beteiligten auslöste. Der große ehrenamtliche Einsatz hat sich gelohnt und man ist dem Ziel ein großes Stück nähergekommen.

Tiefes Bedürfnis

„Es ist uns als junge Gailtaler einfach ein tiefes Bedürfnis, alles dafür zu tun, eine so geschichtsträchtige Infrastruktur nicht leichtfertig sterben zu lassen.“ so Mühlsteiger und verweist auf bereits über 200 Mitglieder im Verein und die eigens gegründete Gailtalbahn Betriebs GmbH. Am Zwischenerfolg ausruhen konnte sich Mühlsteiger und sein Team jedoch nicht, da bei der Rückfahrt nach Kötschach – Mauthen eine behördliche Befahrung mit Vertretern des Landes Kärnten sowie der BH Hermagor am Programm stand. Die Abteilung 9 „Straßen und Brücken“ evaluierte den Zustand der einzelnen Bauwerke, sowie die notwendigen Instandhaltungsarbeiten für die kommenden Jahre und stellte der Strecke nach der Befahrung auch grundsätzlich ein positives Zeugnis aus.

Anschlussbahnverfahren

Derzeit läuft das behördliche Anschlussbahnverfahren, welches noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Bis dahin wird dem Verein jedenfalls nicht langweilig: „Wir errichten demnächst unsere eigene Werkstätte und beginnen dann mit der Produktion unserer Fahrraddraisinen. Dies ist nur möglich, da uns dankenswerter weise vom Land unter den zuständigen Landesräten Mag. Ulrich Zafoschnig und Ing. Daniel Fellner eine finanzielle Unterstützung zugesagt wurde. Da uns regionale Wertschöpfung wichtig ist, haben wir uns gegen einen Zukauf aus Deutschland entschieden.“ Auch an der Strecke wird weiterhin fleißig gearbeitet: „In den kommenden Monaten, werden die Bahnhöfe und Haltestellen adaptiert und optisch aufgehübscht sowie die Entwässerungsgräben gesäubert.“ weiß Johannes Friz, Zuständig für den Bereich Infrastruktur: „Arbeit gibt es immer und überall mehr als genug – langweilig wird uns jedenfalls definitiv nie!“  

DANKE

Wir möchten uns beim Land Kärnten und bei dessen Vertretern für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit sowie Unterstützung bedanken!“ Ein besonderer Dank gilt auch unseren Partnern der Nostalgiebahnen in Kärnten (NbiK), deren Hilfe diese Fahrt erst möglich machte. Da es noch viel zu tun gib, sind wir auf der Suche nach weiteren aktiven und passiven Unterstützer bzw. Mitglieder. Wer Interesse hat kann sich jederzeit bei uns persönlich oder Online über unsere Website anmelden: David Kehrer Adresse: 9781 Oberdrauburg; Neu Ötting 19 E-Mail: kassier@gailtalbahn.at Tel.: 0664 73423753 www.gailtalbahn.at