Gailtaler erhält Ehrenkreuz

Gailtal/Wien - Hubert Waldner, ein engagierter Pädagoge und Künstler mit Galiltaler Wurzeln bekommt am 22. Oktober in Wien das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft & Kunst verliehen.

Angefangen hat alles im Gailtal, als Hubert Waldner   gemeinsam mit seinem älteren Bruder die erste Band gründete. Er war der Jüngste im Quartett, schrieb damals schon seine eigenen Lieder, angelehnt an die großen anglo-amerikanischen Vorbilder und übte diese mit den Bandmitgliedern ein.

Studienzeit

Während der Zeit des ersten Studiums an der Grazer Musikhochschule entstanden dann schon längere, durchkomponierte Werke, die er mit professionellen Ensembles einstudieren konnte. Damals war noch keine Rede vom Beruf eines Pädagogen. Hubert Waldner wollte zuerst einmal die Musik studieren. Als ambitionierter Komponist und Bandleader war er dann auch ständig gefordert, seine Ideen an die ausführenden Musiker weiterzuleiten und optimal umzusetzen und so kam es, dass seine pädagogischen Fähigkeiten mehr und mehr in den Vordergrund rückten.

Erster Österreicher an Highschool

Das anschließende Studium in den USA von 1981-1982 ermöglichte dem Fulbright Studenten und ersten österreichischen Absolventen des künstlerischen Hauptfaches „Jazzkomposition & Arrangement“, dass er seine Fähigkeiten als Musiker, Komponist und als angehender Pädagoge auch in einem passenden Studium aufzeigen konnte. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass Hubert Waldner an der renommierten Musikuniversität, der North Texas State University in Denton, Texas erstmalig in ihrer Geschichte ein Jazzstring- Ensemble gründete, das heute noch Teil des Curriculums ist. Auch seine Abschlussprüfung hatte die Jazzpädagogik zum Thema. Mit dem „Master in Music Education“ in der Hand kam er dann nach Wien und bewarb sich an der Wiener Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Abteilung Musikpädagogik, um einen Lehrauftrag. Dort konnte er den jazzinteressierten Studenten das Ensemblespiel im Jazz etwas näherbringen.

Überqualifiziert

Parallel dazu bewarb sich der Absolvent der Grazer Musikhochschule und der North Texas State University auch beim Wiener Stadtschulrat um eine Stelle als AHS Musiklehrer. Überqualifiziert für diese Aufgabe -wie es ihm damals bei der Bewerbung gesagt wurde – bekam der Junglehrer eine Stelle am Gymnasium in der Polgarstrasse im 22. Wiener Gemeindebezirk. Nun hatte Hubert Waldner die Möglichkeit, auch mit jungen, musikinteressierten Schülern zu arbeiten, sie zu motivieren, Musik zu machen, öffentlich aufzuführen und zu präsentieren.

VSA

Die Gründung des VIENNA SCHOOL ACTS, (VSA), einer Plattform für Wiener SchülerInnen, wo sie sich musikalisch austauschen und profilieren und auch mit heimischen Stars gemeinsam auftreten können, war dann die Folge. Zwanzig Jahre lang war der VSA jährlich zu Gast beim Donauinselfest und wurde somit zu einer festen Institution im Wiener Musikgeschehen. Durch Waldner’s Kontakte zur heimischen Pop-Musik Szene konnte er die bekanntesten Popstars in die Schule einladen und sie dafür gewinnen, mit den SchülerInnen zu proben und aufzutreten.

Musik gestalten

Als erfahrener Musikpädagoge mit stets modernen Ansätzen wurde der mittlerweile pragmatisierte Lehrer auch beigezogen, um im Stadtschulrat für Wien die Lehrpläne neu mitzugestalten und so hat Hubert Waldner auch erheblichen Anteil am mittlerweile modern ausgerichteten, kompetenzorientierten Musikunterricht in Österreichs Schulen.

Erfahrungen austauschen

In vielen Seminaren und Vorträgen an Schulen, Musikuniversitäten und Pädagogischen Hochschulen sowie bei Arbeitsgemeinschaften der Musikerzieher ( AGMÖ, IGMF) konnte der  fachlich vielseitige und kompetente Pädagoge seine Erfahrungen so an viele angehende Junglehrer weitergeben und somit dem Fach   Musik-und Instrumentalerziehung zu einem höheren Stellenwert verhelfen. 2002 absolvierte Hubert Waldner sein drittes Studium im Fach „Musikpädagogik und Instrumentalmusik“ an der Grazer Musikuniversität mit dem Diplom und dem zweiten Magister Artium.

62 Jahre und voll motiviert

Auch nach nunmehr fast 35 Jahren durchgehenden Unterricht an der oben genannten AHS ist Hubert Waldner mit seinen 62   Jahren einer der dienstältesten Kollegen,  noch immer voll motiviert und   in vielen schuleigenen Produktionen initiativ und aktiv. Sein jüngstes Projekt zum Thema „Stromsparen in der Schule“, mit einem selbst produzierten Lied und dazu passenden Video fand auch in einer ORF Sendung 2014 große, österreichweite Beachtung.

Back to the Roots

Durch seine Kompetenz als Lehrer und Professionalität als Musiker und besonders durch seine starke mediale Präsenz in Radio, TV-Sendern, Zeitungen und Internet hat Hubert Waldner wohl einen wesentlichen Anteil daran, dass der Berufsstand des Lehrers laut Umfragen im Allgemeinen wieder an Attraktivität zugenommen hat. Im Juni 2018, mit 65 Jahren, wird der Wahlwiener dann mit seiner Frau und seinem dritten Kind (Mayleen Waldner, geboren 2015) in das   Elternhaus in seine Kärntner Heimat zurückkehren und dort seine wohlverdiente Pension genießen.