Über 64.000 Österreicher hatten ein Problem – Glückspiel

Online - Wieso hatten diese 64.000 Österreicher ein Problem? Haben sie es denn nicht mehr! Doch, es sind bloß erheblich mehr geworden. Denn die Zahl lag bereits im Jahre 2011 bei über 64.000 Landsleuten. In Österreich sind viele der Spieler süchtig. Tatsächlich sind es überdurchschnittlich viele Süchtige, vergleicht man es mit anderen europäischen Ländern. Experten üben heftige Kritik am hiesigen Glücksspielgesetz.


Ein großes Problem hat das Land mit den sogenannten Glücksspielautomaten. Zwar zocken lediglich 2% Prozent des Bevölkerungsanteils an diesen Geräten in Spielhallen oder auch Casinos, überdurchschnittlich hoch ist aber die Anzahl derer die eben auch süchtig davon sind. Laut einer damals veröffentlichten Präsentation im Rahmen der ersten „Repräsentativstudie über Glücksspielverhalten in Österreich“, vom Gallup-Institut erstellt, hat jeder Dritte, der innerhalb von letzten zwölf Monaten an den Automaten spielte, ein Problem oder aber ist ein sogenannter pathologischer Spieler.

Verharmlosung durch Sportwetten

Als äußerst bedenkenswert wird auch der verharmlosende Umgang mit Sportwetten eingestuft. Diese werden anders als in den übrigen europäischen Ländern, in Österreich lediglich als Geschicklichkeitsspiele eingestuft. Im Kopf und im Verständnis der Bevölkerung also mit Balancieren oder gar Seilspringen gleichgesetzt. Die Auswertung der damals gelaufenen Umfrage habe deutlich aufgezeigt, dass bereits jeder siebente Befragte ein problematisches oder aber pathologisches Verhalten aufweise. Die ARGE Suchtvorbeugung, als Auftraggeberin der Umfrage, forderte daher klipp und klar eine dahingehende  Gesetzesänderung, auch Sportwetten als Glücksspiel zu klassifizieren.

Weite Verbreitung des Glücksspiels

Die durchgeführte und repräsentative Befragung ergab weiterhin, dass 42% der 14- bis 65-Jährigen Befragten, in den vorangegangenen zwölf Monaten an irgendeiner Form des Glücksspiel teilgenommen hatten. Bei den 14- bis 17-Jährigen dahingegen waren es bereits knappe 10%. Wien stach dabei wegen des exorbitant hohen Anteils an Automatenspielern in Höhe von 2,8%,  gegenüber den 0,1 bis 1,4% im Rest des Landes, besonders hervor. Dieses Ergebnis resultiert aus der höheren Automatendichte im Vergleich.

Mittel zur Prävention fehlen

Die Glücksspielsucht wird ebenso wie auch andere abweichende Suchterkrankungen, beispielsweise die des Alkoholismus oder aber der Abhängigkeit von weichen sowie harten Drogen, von den Präventionsfachstellen für Suchterkrankungen der Bundesländer finanziert. Jedoch seie die „Unterfinanzierung“ beispielslos und katastrophalen Ausmaßes.  Nur rund 1,9% der Ausgaben im Bereich Gesundheit fließen tatsächlich in die Prävention hinein. Umgerechnet ergibt sich daraus, auf die Bundesländer umgelegt, eine schmal ausfallende „pro Kopf Summe“ in Höhe von gerade einmal 50 Cent bis zu 1,00 €, pro stationärem Patient. Ein weiteres Problem bestünde in der Tatsache, dass viele der bestehenden Spielschutzeinrichtungen durch die Industrie finanziert werden.

Entwicklung des Glückspiels in der Zukunft

Ein absolut zunehmender Trend und eine weiter anwachsende Entwicklung des Glückspiels ist durch die breit ausgebaute und gefächerte Branche des Online Glückspiels hinzugekommen. Die besondere Gefahr liegt hier in der noch weiter heruntergeschraubten Hemmschwelle und der allgegenwärtigen Verfügbarkeit, durch mobile Endgeräte. Heutzutage ist es einfach wie nie zuvor dem Laster zu frönen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit kann man mit einem „Tab“ auf die entsprechende Applikation auf dem Smartphone die nächste Runde starten. Praktisch auch für die Anbieter dieser Dienste, die direkte Verbindung mit dem Bankkonto, PayPal Account oder der Kreditkarte des Süchtigen. Ohne engere und schärfere Gesetzesregelungen sowie deren Umsetzung droht die Zahl weiter und weiter zu steigen.