Klimawandel stellt Hochwasserschutz und Wasserversorgung vor neue Herausforderungen – internationaler Austausch wichtiger denn je – Wurzeln des Kongresses liegen in Kärnten

Kärntner Expertise beim internationalen Naturgefahrenkongress in Japan gefragt

Gailtal Journal zu bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen Aktivieren

Klagenfurt/Sapporo -

Vom 20. bis 23. Oktober 2026 wird die japanische Stadt Sapporo zum internationalen Treffpunkt für Expertinnen und Experten im Schutz vor Naturgefahren. Der Kongress INTERPRAEVENT steht heuer unter dem Generalthema „Risk management for multi natural hazards under climate change“ (Risikomanagement bei verschiedenen Naturgefahren im Zeichen des Klimawandels).


Kärntner Wurzeln und Geschichte von INTERPRAEVENT

Die Wurzeln von INTERPRAEVENT liegen in Kärnten und reichen bis ins Jahr 1967 zurück. Auslöser waren die verheerenden Hochwasserereignisse der Jahre 1965 und 1966 in unserem Bundesland, bei denen fast 30 Menschen starben. Sie machten deutlich, dass die bisherigen Schutzmaßnahmen grundlegend weiterentwickelt werden mussten. Im Rahmen einer neuen Zusammenarbeit legten Fachleute aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis wichtige Grundlagen für die Gefahrenzonenplanung und eine Raumplanung, die Naturgefahren berücksichtigt.

Internationale Zusammenarbeit und innovative Schutzmaßnahmen

Im Mittelpunkt der aktuellen Tagung stehen Hochwasser, Muren, Hangrutschungen und weitere Naturgefahren sowie innovative Schutzmaßnahmen. Ziel der Veranstaltung ist der Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen, die Weiterentwicklung von Präventionsmaßnahmen und die Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Die Forschungsgesellschaft INTERPRAEVENT wird bis heute maßgeblich von Fachleuten der Kärntner Landesregierung mitgestaltet.

Klimawandel stellt uns vor immer größere Herausforderungen

„Der Klimawandel stellt uns vor immer größere Herausforderungen. Starkregen, Hochwasser und andere Naturgefahren können innerhalb kürzester Zeit enorme Schäden anrichten. Gleichzeitig müssen wir uns auf längere Trockenperioden und neue Herausforderungen für unsere Wasserversorgung vorbereiten. Gerade deshalb sind internationale Formate wie INTERPRAEVENT wichtiger denn je“, betont Landeshauptmann Daniel Fellner.

Schutz der Wasserressourcen

Umwelt- und Wasserreferentin Marika Lagger-Pöllinger verweist insbesondere auf die zunehmenden Herausforderungen für die Wasserressourcen. „Der Schutz unserer Wasserressourcen ist so aktuell wie nie zuvor. Schneearme Winter, trockene Sommer und längere Trockenperioden zeigen uns, wie wichtig ein vorausschauender Umgang mit Wasser ist. Wir müssen unsere Wasserressourcen nachhaltig schützen und die Trinkwasserversorgung auch für kommende Generationen sichern“, betont Lagger-Pöllinger.

INTERPRAEVENT als internationales Netzwerk

Mit dem Beitritt Japans im Jahr 1992 entwickelte sich INTERPRAEVENT zu einem internationalen Netzwerk. Seither fanden in Japan bereits mehrere Kongresse statt: 2002 in Matsumoto, 2006 in Niigata, 2014 in Nara und 2018 in Toyama. Die Kongresse im pazifischen Raum (Pacific Rim) werden von den Partnerorganisationen in Japan und Taiwan mit Unterstützung und unter der Schirmherrschaft der Forschungsgesellschaft INTERPRAEVENT organisiert.

Kärntner Delegation beim Kongress in Sapporo

Die Kärntner Landesregierung ist seit Jahrzehnten eng eingebunden und stellt den Präsidenten sowie den Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft. Beim diesjährigen Kongress in Sapporo ist eine österreichische Delegation vertreten, zu der auch der Präsident der Forschungsgesellschaft und deren Geschäftsführer Gerald Krapesch gehören. Neben dem fachlichen Austausch stehen offizielle Gespräche mit dem zuständigen japanischen Ministerium und der österreichischen Wirtschaftsdelegierten Christina Schösser auf dem Programm. Durch die internationale Zusammenarbeit können Erkenntnisse und bewährte Schutzmaßnahmen aus anderen Regionen für die Naturgefahrenvorsorge in Kärnten genutzt werden.

Kärnten und Japan vertiefen ihre Zusammenarbeit

Die langjährigen Beziehungen zwischen Kärnten und Japan wurden kürzlich durch den Besuch des japanischen Botschafters bei Landeshauptmann Daniel Fellner unterstrichen. Der Kongress bietet nun eine weitere Gelegenheit, die Zusammenarbeit zu vertiefen und sich über gemeinsame Herausforderungen im Umgang mit Naturgefahren auszutauschen.