Mehr tödliche Verkehrsunfälle im Sommer

Kärnten - Im Juli und August sind nach vorläufigen Daten fünf Menschen bei Verkehrsunfällen in Kärnten ums Leben gekommen, um vier mehr als im Sommer des Vorjahres, macht der VCÖ aufmerksam. Seit Jahresanfang waren in Kärnten 17 Verkehrstote zu beklagen. Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten heuer gestiegen. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo und Ablenkung.

Traurige Unfallbilanz für den heurigen Sommer: Fünf Menschen wurden im Juli und August nach vorläufigen Daten bei Verkehrsunfällen in Kärnten getötet, informiert der VCÖ. Im Juli und August des Vorjahres war nach endgültigen Daten ein Todesopfer zu beklagen. In ganz Österreich kamen im heurigen Sommer 90 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, um zwölf mehr als im Sommer des Vorjahres.

17 Menschen verunglückt

Seit Jahresanfang kamen in Kärnten 17 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Auch wenn die Zahl um drei niedriger ist als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, der Blutzoll ist nach wie vor hoch. Österreichweit ist die Zahl der Verkehrstoten anstatt zu sinken heuer sogar gestiegen. Seit Jahresanfang waren bereits 288 Todesopfer im Straßenverkehr zu beklage, um 14 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2018 waren 409 Verkehrstote zu beklagen. Der VCÖ erinnert an Österreichs Verkehrssicherheitsziel für das Jahr 2020: Die Zahl der Verkehrstoten soll im kommenden Jahr auf unter 312 sinken. „Mangelnde Verkehrssicherheit kostet Menschenleben. Und das ist ein Preis, der auf jeden Fall zu hoch ist“, fordert VCÖ-Experte Markus Gansterer verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen.

Hohes Tempo

Die Hauptursachen für die tödlichen Verkehrsunfälle waren zu hohes Tempo so wie Ablenkung und Unachtsamkeit. Der VCÖ fordert daher die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem, wie das bei zahlreichen europäischen Staaten bereits der Falls ist. Und bei Tempolimits soll es eine Beweislastumkehr geben. So sollen Tempo 30 im Ortsgebiet und Tempo 80 auf Freilandstraßen als Regelgeschwindigkeit gelten. Ein höheres Tempo – Tempo 50 im Ortsgebiet, Tempo 100 auf Freilandstraßen – kann dort erlaubt werden, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist.

Verbesserungsbedarf

Dass Österreich bei der Verkehrssicherheit einen großen Verbesserungsbedarf hat, zeigt der Vergleich mit der Schweiz. Im gesamten Vorjahr kamen in der Schweiz 233 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um fast die Hälfte weniger als in Österreich. „Die Schweiz hat mit Tempo 80 auf Freilandstraßen und Tempo 120 auf Autobahnen niedrigere Tempolimits als Österreich. Im Unterschied zu Österreich gibt es in der Schweiz de facto null Toleranz beim Überschreiten von Tempolimits. Und in  Gemeinden und Städte sind viele Bereiche verkehrsberuhigt, allein in der Hauptstadt Bern gibt es mehr als 100 Begegnungszonen“, nennt VCÖ-Experte Gansterer einige Gründe für die höhere Verkehrssicherheit der Schweiz. Zudem hat die Schweiz ein dichtes Bahnnetz mit häufigen Verbindungen. Und das Bahnfahren ist um ein Vielfaches sicherer als Autofahren, sowohl für die Insassen als auch für die anderen Verkehrsteilnehmer. Der VCÖ fordert für Österreich ein dichteres Bahnnetz mit häufigeren Verbindungen. „In Österreich sind nicht einmal alle 124 regionalen Zentren ans Bahnnetz angeschlossen und gut mit dem Öffentlichen Verkehr erreichbar. Das ist rasch zu ändern“, fordert VCÖ-Experte Gansterer ein dichteres Bahnnetz und häufigere Verbindungen. Zudem soll es in den Regionen Discobusse und Anrufsammeltaxis geben. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen den Gemeinden und Regionen für die Finanzierung von Nacht- und Discobussen zur Verfügung gestellt werden.