Notruf 142: Reden hilft 

Kärnten -

Die Corona-Pandemie lastet den Menschen schwer auf der Seele und verschärft das Problem der Einsamkeit. Die TelefonSeelsorge, die von der Caritas Kärnten getragen wird, verzeichnet eine starke Zunahme an Beratungsgesprächen. Deren Mitarbeiter*innen helfen am Telefon, via E-Mail und Chat kostenfrei und rund um die Uhr – auch zu den bevorstehenden Feiertagen.

Notruf 142: Reden hilft

Seit 43 Jahren bietet die TelefonSeelsorge (TS) Kärnten allen Menschen in Not- und Krisensituationen ein offenes Ohr. Unter der kostenfreien Nummer 142 sind 80 kompetent ausgebildete, freiwillige Mitarbeiter*innen rund um die Uhr für alle Hilfesuchenden da. Heuer sind in der Beratung die Corona-Pandemie, der neuerliche Lockdown und seine Auswirkungen auf Berufs- und Privatleben das beherrschende Thema. „Viele Menschen machen sich Sorgen, dass sie an dem Virus erkranken könnten und in Quarantäne müssen.

Viele sind arbeitslos geworden oder stehen kurz davor. Sie sind verzweifelt, weil sie nicht wissen, wie es weitergeht“, sagt Silvana Fischer als Leiterin der TelefonSeelsorge. Der Lockdown lastet den Menschen schwer auf der Seele. Um rund 40 Prozent zugenommen haben im Vergleich zum Vorjahr demnach die Anrufe im November und Dezember. Für die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel rechnet Fischer mit einem weiteren Anstieg.

Auch Jüngere leiden unter Einsamkeit

Die Einsamkeit, die gerade rund um Weihnachten für viele Menschen ein massives Problem darstellt, wird durch Covid-19 noch verschärft. Die TS-Leiterin weiß: „Viele Menschen sind einsam und haben wenig Kontakte. Covid-bedingt wird es heuer noch schwieriger, sich mit anderen zu treffen, sich auszutauschen oder Veranstaltungen zu besuchen, bei denen einsame Menschen in Kontakt mit anderen treten können.“ Die zunehmende Vereinsamung betreffe nicht nur ältere Menschen, auch immer mehr jüngere würden darunter leiden.

Hilfe rund um die Uhr, anonym und kostenlos

Für alle gilt, gut für sich zu sorgen, um die Krise zu meistern. Fischer lädt unter dem Motto „Reden hilft“ alle Menschen ein, die mit den Herausforderungen der aktuellen Situation schwer zu Rande kommen oder damit überfordert sind, sich anonym bei der TelefonSeelsorge zu melden und ihre Sorgen mit den Mitarbeiter*innen zu teilen.

Diese hören ihnen nicht nur zu, sondern suchen mit den Betroffenen auch gemeinsam nach individuellen Lösungen. Sie beraten die Hilfesuchenden und geben wichtige Informationen über Hilfsangebote weiter. Sie stehen ihnen einfühlsam, (er-)klärend und ermutigend zur Seite. Wer lieber schreibt, kann das Angebot der E-Mail- oder Chatberatung unter www.onlineberatung-telefonseelsorge.at nutzen. Auf diesem Weg gibt es – schriftlich – in Form von E-Mails oder des täglichen Live-Chats von 17 bis 21 Uhr Hilfe. Die Anonymität ist in allen Fällen gesichert.

Hier gibt es Hilfe: Telefonberatung unter der Notrufnummer: 142; Chat- und Mailberatung:  www.onlineberatung-telefonseelsorge.at; www.facebook.com/TelefonSeelsorge142/; https://www.instagram.com/telefonseelsorge142/

 

TIPPS ZUR SELBSTFÜRSORGE

In Zeiten der Pandemie gilt es mehr denn je, selbst gut auf sich zu schauen. So könnte es klappen:

  1. Eigene Bedürfnisse wahrnehmen und akzeptieren: Wie geht es mir in diesem Moment? Wie fühle ich mich? Was tut mir gut? Welche Begegnungen tun mir gut?
  2. Feste Strukturen etablieren. Routine gibt Kontrolle über das eigene Leben. Zum Beispiel aufstehen, Bett machen, Morgentoilette, Yoga, turnen, frühstücken, täglicher Spaziergang, Nachmittagskaffee etc.
  3. Bewegung an der frischen Luft, gesunde Ernährung, geringer Alkoholkonsum. Ein gesunder Körper kann widrigen Lebenssituationen besser standhalten als ein geschwächter
  4. Ausreichend schlafen
  5. Kontrolle behalten. Sich mit Dingen beschäftigen, über die ich Kontrolle habe. Es gibt trotz Pandemie noch vieles, auf das ich Einfluss habe. Im Hier und Jetzt bleiben.
  6. Grübeln nur in Maßen. Sich um eine bestimmte Uhrzeit 10 Minuten Zeit zum Grübeln nehmen und nicht mehr.
  7. Mit sich selbst liebevoll und dankbar umgehen. Gutes bewusst wahrnehmen. Am Ende des Tages Dinge aufschreiben, die gut gelungen sind und worüber ich mich gefreut habe.