VCÖ: In Kärnten im heurigen Sommer mehr Verkehrstote

Österreich -

In Kärnten kamen heuer im Juli und August acht Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um zwei mehr als im Juli und August 2019, berichtet der VCÖ. In Österreich gab es hingegen um ein Drittel weniger Verkehrstote als im Sommer des Vorjahres. Aber seit Jahresbeginn wurden in Österreich bereits 213 Menschen im Straßenverkehr getötet. Damit hat Österreich schon jetzt mehr Todesopfer zu beklagen als die Schweiz im gesamten Vorjahr. Verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen sind nötig, betont der VCÖ.


Laut BMI sind heuer im Juli und August in Kärnten acht Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Gegenüber Juli und August des Vorjahres ist die Zahl der Todesopfer um zwei gestiegen. Im Sommer 2016 verzeichnete Kärnten zehn Verkehrstote, im Sommer 2015 sogar 13. Was auffällt: Die Hälfte der Todesopfer waren im heurigen Sommer Motorradfahrer. Das tödliche Unfallrisiko ist mit dem Motorrad rund 30 Mal höher als mit dem Pkw, verdeutlicht der VCÖ.

„Jeder Verkehrstoter ist einer zu viel. Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen, und die ist null. Und diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Im Sommer 2018 war Kärnten diesem Ziel sehr nahe, als eine Person bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, erinnert der VCÖ. 

Österreichweit trotz Covid-19 heuer bereits mehr Verkehrstote als in der Schweiz im gesamten Vorjahr

Österreichweit ging die Zahl der Verkehrstoten im heurigen Sommer zurück, um ein Drittel von 93 auf 63. Insgesamt kamen seit Jahresanfang 213 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, zur gleichen Zeit des Vorjahres waren es 288. Der deutliche Rückgang in Österreich ist aber weniger auf Verkehrssicherheitsmaßnahmen als vielmehr auf den Verkehrsrückgang in Folge der Covid-19 Pandemie zurückzuführen.

Dass Österreich bei der Verkehrssicherheit großen Aufholbedarf hat, zeigt der Vergleich mit der Schweiz. Im gesamten Vorjahr zählte die Schweiz 187 Verkehrstote. „Österreich verzeichnet bereits nach acht Monaten und trotz Effekte der Covid-19-Pandemie mehr Verkehrstote als die Schweiz im gesamten Vorjahr“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Die Schweiz geht seit einigen Jahren gegen die Unfallursache zu hohes Tempo sehr konsequent vor mit niedrigeren Tempolimits, geringeren Toleranzgrenzen und höheren Strafen. Die Rad-Infrastruktur ist besser ausgebaut als in Österreich. In den Städten wird eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung mit Verkehrsberuhigung und vielen Begegnungszonen forciert. Allein in der 145.000 Einwohnerstadt Bern gibt es mehr als 100 Begegnungszonen.

Verstärkte Maßnahmen   

Für die Verkehrssicherheit in Österreich sind verstärkte Maßnahmen gegen zu hohes Tempo im Straßenverkehr und für mehr Aufmerksamkeit wichtig. Die Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits sind zu reduzieren, das Vormerksystems um Delikte wie Handy am Steuer und Raserei zu erweitern. „Im Ortsgebiet braucht es ein kind- und seniorengerechtes Verkehrssystem. Die Gesundheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer, und das sind Kinder sowie ältere Menschen, hat Vorrang“, stellt VCÖ-Sprecher Gratzer abschließend fest.