Kärntner Wasserpolitik im europäischen Austausch
Regionen aus 10 EU-Mitgliedsstaaten arbeiten aktiv in dieser Initiative mit. Landeshauptmann Daniel Fellner sprach gestern, Mittwoch, im Zuge der Europäischen Woche der Regionen und Städte über den Kärntner Umgang mit Wasserversorgung, Hochwasserlagen und den Folgen des Klimawandels.
Vorbereitet auf Trockenheit und Hochwasser
„Kärnten ist tatsächlich ein wasserreiches Land. Aber auch bei uns zeigt sich immer deutlicher: Entscheidend ist nicht nur, wie viel Wasser wir haben, sondern ob wir es zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung haben. Und natürlich auch, wie wir auf ein plötzliches ‚zu viel‘ an Wasser vorbereitet sind“, eröffnete LH Fellner. Er betonte dabei, dass Trockenperioden, genau wie Hochwasserereignisse, künftig in Anzahl und Intensität zunehmen werden und dass man sich darauf vorbereiten müsse. Dabei gilt es, Wasserresilienz in beide Richtungen zu denken.
Kärnten investiert 135 Millionen Euro in die Wasserversorgung
„Ein erster wesentlicher Ansatz ist für uns, Wasser stärker in der Landschaft zu verteilen, d. h. dem Wasser Raum zu geben. Damit können wir Hochwasserspitzen reduzieren und gleichzeitig unsere Grundwasserreserven unterstützen und erhalten“, so Fellner. Er verwies dabei auf bereits laufende Pilotprojekte in Kärnten, wie etwa das „WasserRadar Kärnten“ in der Gemeinde Neuhaus, sowie Investitionen in die Infrastruktur.
„Mit dem Leuchtturmprojekt der ‚Wasserschiene‘ investieren wir in den kommenden Jahren 135 Millionen Euro, rund die Hälfte davon trägt das Land Kärnten. Mit insgesamt über 135 Kilometer Leitungen wollen wir zentrale Orte miteinander verbinden und damit Trinkwasserengpässe innerhalb Kärntens besser ausgleichen. Damit übernehmen wir Verantwortung für die zukünftigen Generationen“, so Fellner.
„Denn bei unserer wichtigsten Lebensgrundlage ist Versorgungssicherheit eine zentrale Aufgabe der regionalen Ebene. Dafür wollen wir auch in Zeiten von Trockenperioden, Klimawandel und Krisenfällen zukünftig gut gerüstet sein“, betonte Fellner. Kärnten sei auf einem guten Weg, sich diesem Wandel anzupassen. „Es gibt allerdings noch viel zu tun“, so Fellner.
EU-Mittel für Vorsorge und Katastrophenschutz gefordert
Der Landeshauptmann verwies in seinem Redebeitrag auch auf bereits gesammelte Erfahrungen im Krisenfall. „Nach schweren Unwettern und Überschwemmungen in der Vergangenheit hat Österreich durch Mittel aus dem EU-Solidaritätsfonds wichtige, leider beschädigte Infrastruktur, wiederherstellen können“, berichtete Fellner. Diese Formen der Unterstützung – während und nach einer Katastrophe – seien wichtige und vor allem sichtbare Zeichen gelebter europäischer Solidarität, so LH Fellner.
„Wir brauchen langfristige Investitionen in Prävention, Wasserrückhalt, Versorgungssicherheit und resiliente Infrastruktur. Und dafür sollten auch in der kommenden EU-Finanzperiode entsprechende Mittel zur Verfügung stehen“, betonte er. „Mein Wunsch an Europa ist daher: Unterstützen wir nicht nur die Bewältigung von Krisen, sondern investieren wir gemeinsam stärker in die Vorsorge. Und geben wir den Regionen dabei eine starke Stimme“, appellierte er abschließend. Er lud alle Regionen herzlich dazu ein, sich an der Wasserallianz zu beteiligen.
Wasserresilienz beginnt in den Gemeinden
Für Gemeinde-, Umwelt- und Naturschutzreferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger ist es essenziell, dass wirksame Vorsorge bei den konkreten Gegebenheiten vor Ort ansetzen muss. Gemeinden und Regionen sind sowohl mit den Folgen von Starkregen und Hochwasser als auch mit längeren Trockenphasen konfrontiert.
„Wasserresilienz beginnt in den Gemeinden. Es geht darum, Wasser als wertvolle Ressource zu schützen, Risiken frühzeitig zu erkennen und unsere natürlichen Lebensräume widerstandsfähig zu halten. Dafür braucht es abgestimmte Maßnahmen und gute Rahmenbedingungen, die die Arbeit vor Ort unterstützen“, sagt Lagger-Pöllinger.
Mit dem Austausch in Brüssel sollen regionale Erfahrungen sichtbar gemacht und die Bedeutung der Regionen für eine vorausschauende europäische Wasserpolitik unterstrichen werden. Für Kärnten steht dabei im Mittelpunkt, die Wasserversorgung langfristig zu sichern, den Schutz vor Naturgefahren zu verbessern und Gemeinden bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen.









































