Bald mehr Autos als Einwohner?

Gailtal/Kärnten -

In allen Kärntner Bezirken nimmt die Zahl der Autos deutlich stärker zu als die Einwohnerzahl, macht der VCÖ aufmerksam. Nur noch Villach hat weniger als 600 Pkw pro 1.000 Einwohner. Der VCÖ betont, dass durch die Stärkung der Ortskerne und einem Stopp der Zersiedelung die Abhängigkeit vom Auto verringert werden kann. Zudem ist das Mobilitätsangebot für die Bevölkerung durch Carsharing, Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Radinfrastruktur zu verbessern.

„In allen Bezirken Kärnten nimmt die Zahl der Autos stärker zu als die Bevölkerungszahl. Diese Entwicklung verteuert die Mobilität der Haushalte, erhöht die Belastung die Staugefahr und erschwert das Erreichen der Klimaziele“, stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.

Hermagor auf Platz 3!

Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass in Villach der Pkw-Motorisierungsgrad mit 586 Pkw pro 1.000 Einwohner in Kärnten am niedrigsten ist, Klagenfurt liegt mit 608 Pkw pro 1.000 Einwohner an zweiter Stelle. Auf Platz 3 der 10 Bezirke steht Hermagor mit ca. 616 PKW pro 1.000 Einwohner.

Teure Auto-Abhängigkeit verringern

Der VCÖ betont, dass auch in den Regionen die teure Auto-Abhängigkeit verringert werden kann. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Siedlungsentwicklung und die Wohnbaupolitik. „Wenn Ortskerne gestärkt werden und Betriebe so angesiedelt werden, dass die Beschäftigten sie auch gut mit Bus, Bahn oder Fahrrad erreichen können, dann sind die Menschen auch weniger aufs Auto angewiesen und können ihre Ausgaben für Mobilität verringern“, betont VCÖ-Experte Gansterer.

Öffentliches Verkehrsnetz wichtig

Neben einem dichten Öffentlichen Verkehrsnetz sind häufige Verbindungen heutzutage auch außerhalb der klassischen Pendlerzeiten wichtig. Die Arbeitszeiten werden immer flexibler, die Anzahl der Teilzeitarbeitsplätze nimmt stark zu. Die beliebten E-Fahrräder in Kombination mit dem Ausbau der Radinfrastruktur erhöhen ebenfalls die Freiheit in der Verkehrsmittelwahl.

Carsharing als Potential

Großes Potenzial hat zudem Carsharing in den Regionen. Gemeinden können kommunales Carsharing anbieten, bei Wohnhausanlagen kann ein gemeinsam nutzbarer Fahrzeugpool – von E-Autos über Elektro-Fahrräder und auch Transportfahrrädern – den Haushalten zumindest ein Zweitauto ersparen.

Klimawandel bremsen!

Der VCÖ erinnert auch an die Notwendigkeit, die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs massiv zu reduzieren, um den Klimawandel zu bremsen. Das heurige Jahr hat drastisch vor Augen geführt, welche katastrophalen Folgen die Zunahme extremer Wetterereignisse, wie Hitze, Starkregen und orkanartige Stürme haben. „Wir sind die letzte Erwachsenen-Generation, die den Klimawandel bremsen kann. Jeder und jede von uns kann einen Beitrag leisten. Nichts zu tun, ist keine Option, weil es uns selber schadet und noch viel mehr den Kindern und Kindeskindern“, appelliert VCÖ-Experte Gansterer rasch verstärkte Klimaschutz-Maßnahmen umzusetzen. Beim Verkehr ist der Ausstieg aus Erdöl zentral, um die Klimaziele erreichen zu können.

Statistik im Überblick

  1. Villach 586 Pkw pro 1.000 Einwohner (580 Pkw pro 1.000 EW)
  2. Klagenfurt: 608 (603)
  3. Bezirk Hermagor: 616 (605)
  4. Bezirk Spittal an der Drau: 624 (613)

5.Bezirk St. Veit an der Glan: 625 (614)

  1. Bezirk Villach Land: 640 (631)
  2. Bezirk Feldkirchen: 645 (636)
  3. Bezirk Wolfsberg: 666 (655)
  4. Bezirk Klagenfurt Land: 668 (660)
  5. Bezirk Völkermarkt: 669 (658)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2018