Für die Vorbereitung auf das große Jubiläumskonzert am 24. April 2027 übernimmt erstmals Katrin Goller (44) für die Dauer des Projekts den Taktstock. Sie löst damit Kapellmeisterin Sabine Wedam ab. Im Mittelpunkt stehen für Goller dabei nicht nur die musikalische Vorbereitung auf das Jubiläum, sondern auch große Pläne für die Zukunft: Ein Jugendorchester soll aufgebaut und damit der Nachwuchs langfristig gesichert werden.
Gailtal Journal: Katrin, wie kam es dazu, dass Sie die Trachtenkapelle Wertschach für dieses Projekt übernehmen?
Katrin Goller: Über das „Woodstock der Blasmusik“ hat es mich der Liebe wegen zunächst ins Lesachtal verschlagen. Mittlerweile lebe und arbeite ich im Gailtal, in Gundersheim. Ich habe zwanzig Jahre Dirigentenerfahrung, die ich hier einbringen möchte, allerdings fehlt mir die Zeit, alle Belange eines „Kapellmeisters“ im Vereinsleben zu erfüllen.
Sie kommen selbst aus einer sehr musikalischen Familie?
Ja, ich bin auf der Schwäbischen Alb in St. Johann-Upfingen als Tochter eines Musikanten aufgewachsen und habe dort schon früh eine Jugendkapelle gegründet. Ich hoffe, dass uns das auch in Wertschach gelingt.

Was ist für Sie der Schlüssel, um den Nachwuchs langfristig zu sichern?
Wir möchten ein Jugendorchester aufbauen, das nicht nur im Proberaum existiert, sondern auch bei Auftritten präsent ist. Die jungen Musiker können als „Vorgruppe“ spielen oder später in die große Kapelle eingebunden werden. Besonders wichtig ist mir aber auch, jene Menschen wieder für die Blasmusik zu begeistern, die früher einmal in einer Kapelle gespielt haben oder nach der Musikschule nie den Schritt in einen Verein geschafft haben. Hier gibt es großes Potenzial.
Was erwartet das Publikum beim Jubiläumskonzert?
Wir wollen die sieben Jahrzehnte der TK Wertschach musikalisch darstellen. Das Programm führt durch sieben Jahrzehnte Musikgeschichte und 70 Jahre TK Wertschach. Natürlich darf dabei auch der „Bergler-Musikantenmarsch“ nicht fehlen, den Gründungskapellmeister Matthias Glantschnig eigens zur Gründung komponiert hat.
Neben der Musik sind Sie auch beruflich stark eingespannt.
Ja, ich bin gelernte Bankkauffrau, habe Betriebswirtschaft studiert und einen Master in Wirtschaftspsychologie. Heute unterstütze ich als „Betriebliche Co-Pilotin“ Klein- und Mittelbetriebe bei organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Themen. Da gibt es natürlich genug zu tun – umso schöner, wenn sich ein Projekt wie dieses gut vereinbaren lässt. Und wenn ich nicht arbeite oder musiziere, zieht es mich hinaus in die Natur. Ich wandere sehr gerne und habe heuer bereits zwölf Gipfel erklommen, darunter auch den 2.371 Meter hohen Reißkofel.










































