Organisation
Thema und Zielsetzung der Veranstaltung war “The heritage value of microtoponyms”, also „der kulturhistorische Wert von Flurnamen“.

Das Symposium unter den Auspizien der Niederländisch- und Deutschsprachigen Abteilung, eines in der Serie der GeoNames-Symposien, wurde von deren Vorsitzenden Peter Jordan organisiert, unterstützt vom österreichischen Expertengremium für geographische Namen unter dem Vorsitz von Roman Stani-Fertl und mitorganisiert von der ICOS-Arbeitsgruppe für Toponymie, wieder unter dem Vorsitz von Peter Jordan, der gemeinsamen ICA/IGU-Kommission für Toponymie unter Vorsitz von Matjaž Geršič und Elena Dai Prà sowie der Stadtgemeinde Hermagor-Pressegger See mit ihrem Bürgermeister Leopold Astner.
Thema des Symposiums
Mikrotoponyme nicht im Sinne kleinerer geographischer Namen, sondern von geographischen Namen, die kleinere geographische Objekte wie alleinstehende Bauernhöfe und Häuser, Felder, Weiden, Zäune, Steine, Quellen, Gräben usw. bezeichnen und zumeist nur lokal und nur von wenigen Menschen verwendet werden, existieren in überwiegend ländlichen, landwirtschaftlich geprägten Gebieten und Gesellschaften in hoher Dichte.
Sie repräsentieren dort die intimste Namenlandschaft, die Namen jener geographischen Objekte, die vom Bauern und der Dorfbevölkerung in ihrer engeren Umgebung ihrer Wahrnehmung gemäß benannt werden. Sie lassen erkennen, was diesen wesentlich oder auffällig erschien. Mehr als andere Kategorien geographischer Namen sind sie ‘verdichtete Erzählungen’ in zwei Richtungen: über das geographische Objekt und über den kulturellen und wirtschaftlichen Hintergrund der Namengeber. Sie sind somit auch und sogar ganz besonders Teil des immateriellen kulturellen Erbes, wie es durch die UNESCO-Konvention zur Bewahrung des immateriellen kulturellen Erbes von 2003 festgelegt und zunehmend auch von der Expertengruppe der Vereinten Nationen für Geographische Namen (United Nations Group of Experts on Geographical Names, UNGEGN) anerkannt wird.
Zielsetzung
Diese Kategorie von geographischen Namen ist jedoch zumindest im globalen Norden sehr gefährdet in Vergessenheit zu geraten, da dieser sich von agrarischen zu industriellen und dienstleistungsorientierten Gesellschaften gewandelt hat, für die agrarische Landnutzung weniger wichtig ist und die einst kleinflächige Landnutzung oft zu größeren Einheiten zusammengefasst wurde. Die aktuell ältere Generation kann in vielen Fällen als letzte Fragen zu dieser Namenkategorie beantworten, um diese als Forschungsquelle über frühere Landnutzung und Umweltwahrnehmung zu dokumentieren. Aus eben diesem Grund wurden in den letzten Jahren viele Erhebungen zu Mikrotoponymen durchgeführt, und der Austausch von Ergebnissen und Meinungen darüber wäre sehr nützlich.
Das Symposium soll diesem Bedarf nachkommen und nicht nur Vorträge und Meinungsaustausch bieten, sondern auch in einer Veröffentlichung der Ergebnisse münden.
Zusätzlich wird für die Teilnehmer aller Veranstaltungen eine Exkursion in das viersprachige Kanaltal/Val Canale/Val Cjanȃl/Kanalska dolina unter besonderer Beachtung der linguistischen Landschaft angeboten.
Grußbotschaften

Sowohl Bezirkshauptmann Dr. Heinz Pansi als auch Bürgermeister DI Leopold Astner zeigten sich im Rahmen der Eröffnung am Montag, 12. Oktober 2026, sehr erfreut über die Tatsache, dass es Prof. Peter Jordan gelungen ist, diese hochrangige Veranstaltung mit United Nations Background an den Presseggersee zu bringen. Durch die Tatsache, dass sich unsere Region im Schnittpunkt dreier Kulturkreise – Romanen, Slawen und Germanen – befindet, war der Bezug zum Thema des Symposiums auch klar nachvollziehbar.
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