Grenzgänger Marathon

Den langen Grenzweg bezwungen – Christoph Hochenwarter aus Rattendorf war der Schnellste

Karnischer Höhenweg -

„Jeden Muskel und Knochen spürt man auf den letzten Kilometern vor dem Ziel, egal ob man zur Gruppe der Läufer oder der Marschierer gehört. Fast fünfzig Kilometer Streckenlänge und 2.273 Höhenmeter gehen an keinem noch so trainierten Sportler spurlos vorüber. Im Ziel angekommen wirft jeder seine Sportschuhe weg und stellt seine Füße ins eiskalte Brunnenwasser. Jeder einzelne, egal ob in sechs, zehn oder vierzehn Stunden angekommen, ist ein Sieger über sich selbst.“ Von Sepp Lederer

Die schnellsten Herren mit Christoph Hochenwarter in der Mitte

Erbarmungsloser Anstieg

Laura Wassermann (rechts) als schnellste Dame vor Anna Hecher

Bei idealem Wetter stellten sich am 21. August im ÖAV-Zentrum 46 Teilnehmer, davon 17 Damen, dem Starter. Nach den vier Kilometern Flachetappe nach Weidenburg begannen erbarmungslose tausendeinhundert Höhenmeter Anstieg zur Zollnersee Hütte. Dort angekommen durften sich die Sportler am Buffet der Wirtsleute Maria und Toni Taurer stärken. Bei der Oberen Bischofalm bogen die „Halbmarathoni“ rechts ab und eilten vorbei an den Weilern Kronhof und Dolling dem Ziel entgegen, das Andreas Neuwirth (Jhg. 1951) nach 27,5 Kilometern als Erster in 4:03:40 Stunden erreichte. Bei den Damen gelang dies nur rund eine Minute dahinter Maria Luser (Jhg. 2002) in 4:04:25 Stunden.

Sengende Mittagshitze

Den Karnischen Höhenweg entlang ging es für die „Langstreckler“ zur Staatsgrenze auf dem Kronhoftörl, wo bald einmal der grausame Aufstieg zum Promoser Törl als höchstem Punkt der Tour, man könnte auch Tortur sagen, begann. In der sengenden Mittagshitze galt es die Kote 2.105 m Seehöhe zu erreichen, von wo aus es steil bergab zur Malga Palgrande di sotto auf 1.536 m ging. Auf dem Freikofelsattel erreichte man wieder österreichisches Staatsgebiet, um von dort entlang der ehemaligen Frontwege hinunter zum Plöckenhaus zu gelangen. Weiter entlang des Karnischen Höhenweges über die Theresienhöhe kam die Untere Valentinalm als Labe Station ins Blickfeld. Die Läufer vermerkten diesen Platz als letzten Kontrollpunkt auf ihrer Lochkarte, die Marschierer ließen sich im schattigen Gastgarten auf ein wohlverdientes Getränk nieder. Auf den letzten acht Kilometern entlang des Römerweges zum Ziel in Mauthen galt es noch einmal die letzten Kraftreserven zu mobilisieren. Christoph Hochenwarter (Jhg. 1990) gelang es, diese 45,5 Kilometer mit 2.273 Höhenmetern in 5:45:38 Stunden zu bewältigen. Laura Wassermann (Jhg. 1999) kam nach 8:24:47 Stunden als erste Dame ins Ziel.

Fortsetzung nächstes Jahr

Wacker schlug sich ein sportliches Paar aus Wien, das mit ziemlich letzter Kraft nach 14:19:30 Stunden diese auch für den Breitensport geeignete Tour beendete. Dank gebührt allen Helfern, vor allem Streckenchef Andreas Neuwirth. Dem Wunsch aller Teilnehmenden entsprechend soll es auch im nächsten Jahr eine Fortsetzung geben.