Vertrag in der Tasche

Ein Fußballstipendium für die USA

Kötschach-Mauthen - Viktoria (Viki) Lederer kommt aus Kötschach-Mauthen, besuchte das BORG Spittal an der Drau mit Schwerpunkt Leistungssport und hat vor kurzem maturiert. Als eine von wenigen Österreicherinnen hat sie einen „Soccer Vertrag“ für die Vereinigten Staaten in der „Tasche“ und wird neben dem Fußballspielen auch noch studieren – ein großes Ziel, auf das sie konzentriert hingearbeitet hat.

Die sympathische junge Obergailtalerin wird ihren Weg gehen. Bis jetzt spielte sie bei den Carinthians in der zweiten Bundesliga
Die 19jährige Obergailtalerin hatte bereits mit vier Jahren ihren ersten Fußballkontakt beim OSK Kötschach-Mauthen und spielte dort bis zum dreizehnten Lebensjahr. So ganz „nebenbei“ trainierte sie mit anderen Mädchen noch bei der Kärntner Auswahl im Bundessportheim Faakersee. Mit 14 Jahren wechselte sie zu den Spittaler Damen in die Kärntner Liga und besuchte das Sport Borg Spittal. 2016 erfolgte der Aufstieg mit den „Carinthians“ in die erste Bundesliga. Ein weiterer Höhepunkt in ihrer noch jungen Karriere war der „Gothia Cup“, das weltweit größte internationale Fußballturnier mit 82 Nationen und 1.730 Teams in Schweden. Hier durfte sie ihr Team als Kapitän anführen und sie erreichten den ausgezeichneten 4. Platz.

Gailtal Journal: Herzliche Gratulation zur Matura und zum „Soccer-Vertrag“ für die USA! Wie kommt man zu diesem Stipendium?

Viki Lederer: Danke! Vor knapp zwei Jahren brachte mich der sportliche Leiter meiner Schule dazu, mich für ein Fußballstipendium in den USA zu bewerben. Ich habe mich per Video über die Smarthlete Agentur an einigen Universitäten beworben und es erfolgten zahlreiche Gespräche und Interviews mit verschiedenen Trainern, bevor ich meinen Soccer-Vertrag mit dem Stipendium unterzeichnen konnte.
Viki Lederer mit ihren zwei Trainern und einem Sportkoordinator an der Schule

Wo wirst Du die nächsten Jahre genau verbringen?

Mein erstes Jahr werde ich im Bundesstaat Georgia in der Nähe von Atlanta verbringen, wo ich neben dem Fußballspielen am Emmanuel College studiere. Ob ich alle vier Jahre an dieser Uni bleibe, oder die Reise dann noch weiter geht, wird sich nach dem ersten Jahr entscheiden. Ich finde es persönlich sehr gut, dass der Vertrag immer jährlich neu unterschrieben werden muss und so steht einem in den vier Jahren alles offen.
Vor dem Camp Nou, dem Stadion von Barcelona (Spanien)

Es wurden nur wenige Jugendliche aus Österreich ausgewählt?

Von meiner Agentur weiß ich, dass heuer nur fünf bis zehn Spielerinnen in den USA unter Vertrag genommen worden sind. In erster Linie muss man sportlich – in meinem Fall fußballerisch – ein gewisses Level haben, um überhaupt in die Auswahl zu kommen. Weiters muss auch akademisch alles passen.
Bei der Unterfertigung des Soccer-Vertrags für die USA

Wie wird das Ganze ablaufen?

Das erste Jahr werde ich die Sprache Englisch studieren. Danach denke ich, dass ich entweder die Richtung Sport Management und Sport and Fitness einschlage oder bei Englisch Education bleiben werde. College Soccer ist eine sehr intensive Liga, es werden elf Auswärtsspiele und sechs Heimspiele in der Halbsaison gespielt, neben dem täglichen Training werden zwei Spiele pro Woche keine Seltenheit sein. Abschließend noch ein Wort zum Damenfußball in Österreich? Leider ist die Euphorie nach der erfolgreichen EM 2017 und dem Erreichen des Halbfinales der österreichischen Frauennationalmannschaft wieder etwas abgelaufen. In Kärnten ist das leider auch stark spürbar, da es zurzeit keine Mannschaft in der ersten Bundesliga gibt. Für uns Gailtalerinnen ist es generell schwierig, da wir nach dem Nachwuchsfußball nur mit großem Aufwand weiter unserer Leidenschaft Fußball nachgehen können.