Vater und Tochter auf 6.000 Metern:

Höhenabenteuer in Bolivien

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Reisach / Bolivien -

Klaus „Schuali“ Hohenwarter (52) aus Reisach und seine Tochter Leonie (21) verbrachten einen außergewöhnlichen Monat in Bolivien: getrennt angereist, am Flughafen von La Paz wieder vereint, bestiegen sie sechs Berge – darunter zwei Sechstausender – und tauchten tief in die Kultur des Landes ein.

Klaus und Tochter Leonie am Gipfel – einer der Höhepunkte der Reise

Hohenwarter, im Gailtal nur „Schuali“ genannt, stammt vom Vulgarnamen „Schulmeister“ in Reisach. Seine Tochter Leonie, die als Au pair in Colorado (USA) arbeitet und dort bereits ihr zweites Jahr begonnen hat, reiste allein nach Südamerika. Klaus kam mit seinem Kötschacher Bergrettungsfreund Richard Fankhauser sowie drei Villacher Bergkameraden nach. Erst am Flughafen von La Paz trafen Vater und Tochter wieder zusammen – ein Moment, den Klaus so beschreibt: „Als ich Leonie am Flughafen sah, wusste ich: Jetzt geht’s los.“ Die Hauptstadt La Paz liegt zwischen 3.500 und 4.000 Metern und ist die höchstgelegene Regierungsstadt der Welt. Schon die ersten Tage waren geprägt von der extremen Höhe, dem Gewusel der Stadt und dem Gefühl, in einer völlig anderen Welt angekommen zu sein. Klaus erzählt: „Man spürt dort jeden Schritt – aber genau das macht die Anden so besonders.“

Die Gruppe unterwegs zum „Pico Austria“, benannt nach österreichischen Bergsteigern

Familie, Beruf und Bergleidenschaft

Zur Familie gehören auch Silke Hohenwarter, die früher die Vermietung der Pension „Schulmeister“ führte und im Notariat Kötschach-Mauthen arbeitet, sowie die Zwillingsschwester Celine, die im Falkensteiner Hotel Tröpolach an der Rezeption tätig ist und sportlich auf Krafttraining, Ausdauer und Yoga setzt. Klaus ist Montageleiter bei Kärnten Netz GmbH in Villach und führt ein Team von rund 70 Mitarbeitern. Außerdem war er neun Jahre Ortsstellenleiter der Bergrettung Oberes Gailtal – Kötschach Mauthen, ist heute Einsatzleiter und seit Jahrzehnten Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Reisach. Schon vor einigen Jahren bestiegen Klaus und Leonie gemeinsam den Ararat (5.137 m), den höchsten Berg der Türkei. Damals wurde Leonies Leidenschaft für die Bergwelt geweckt. Da sie beim Gespräch nicht anwesend war, fasst Klaus ihre Motivation so zusammen: „Leonie sagt immer: Am Berg fühlt sie sich frei – das verbindet uns.“

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Sechs Berge, zwei Sechstausender und beeindruckende Begegnungen

Ein halbes Jahr lang bereiteten sich Klaus und Leonie intensiv auf die Reise vor. Vor Ort hatten sie keinen Bergführer, aber eine Agentur für Transporte und Kulturprogramme. Auf den Touren begleitete sie sogar eine eigene Köchin, die für die Gruppe abgestellt wurde. Insgesamt bestiegen sie sechs Berge, darunter zwei Sechstausender. Huayna Potosí (6.088 m) und Condoriri (5.648 m) waren besonders beeindruckende Gipfel, die man nicht vergisst. Die Bevölkerung Boliviens ist arm, aber unglaublich freundlich und hilfsbereit – ein Eindruck, der die beiden tief berührt hat. Klaus formuliert es so: „Die Menschen dort haben wenig, aber sie begegnen dir mit einer Wärme, die man nicht vergisst.“ Besonders beeindruckend waren auch die Salzseen, wo unzählige Fotos entstanden und die Weite des Landes spürbar war. Die Mischung aus Bergwelt, Kultur und Begegnungen machte die Reise für Klaus Hohenwarter, seine Tochter Leonie und die anderen Teilnehmer zu einem Erlebnis, das alle noch lange begleiten wird.

Klaus und Silke Hohenwarter mit ihren Zwillingen Celine und Leonie