Pro 100 km stoßen Diesel-Pkw mehr CO2 aus, zahlen aber weniger Mineralölsteuer

In Kärnten bereits 60 Prozent der neuen Diesel-Pkw auf Firmen zugelassen

VCÖ - In Kärnten wurden im Vorjahr bereits 60 von 100 neuen Diesel-Pkw auf Firmen oder andere „juristische“ Personen zugelassen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Insgesamt hat Kärnten im Bundesländer-Vergleich den zweitniedrigsten Diesel-Anteil bei den Neuwagen. Obwohl der CO2-Ausstoß von Österreichs Diesel-Pkw pro 100 Kilometer höher ist als jener der Benzin-Pkw, zahlen sie pro 100 Kilometer deutlich weniger Mineralölsteuer. Der VCÖ betont, dass die Steuerbegünstigung von Diesel in Zeiten der Klimakrise völlig antiquiert ist.

Neue Diesel-Pkw sind bei Kärntens Haushalten „out“. Wurden im Jahr 2010 in Kärnten noch 5.243 Diesel-Pkw auf private Haushalte neu zugelassen, waren es im Vorjahr nur mehr 2.479 „Der deutliche Rückgang in den vergangenen Jahren ist die Folge des Dieselskandals. Die Hersteller haben viel Vertrauen verspielt“, erklärt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Auch insgesamt ist die Zahl der neuzugelassenen Diesel-Pkw gesunken, der Anteil der Pkw, die auf juristische Personen neuzugelassen wurden ist gestiegen. Im Vorjahr wurden in Kärnten bereits 60 Prozent der Diesel-Pkw auf Firmen oder andere juristische Personen neuzugelassen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten von Datafact zeigt. Am höchsten war der Firmenwagen-Anteil unter den Diesel-Pkw in Wien mit sogar 86 Prozent. Österreichweit waren es 70 Prozent. Insgesamt hat Kärnten nach dem Burgenland den zweitniedrigsten Diesel-Anteil bei den Neuwagen. 35,8 aller neuzugelassenen Pkw tanken Diesel, berichtet der VCÖ. Der Österreich-Schnitt liegt bei 38,4 Prozent, den höchsten Diesel-Anteil hat Tirol mit 41,6 Prozent.

Steuerbegünstigung auf Diesel rasch abschaffen

Im Schnitt stoßen Österreich neuzugelassene Diesel-Pkw pro 100 Kilometer um 8,6 Prozent mehr CO2 aus als die neuzugelassenen Benzin-Pkw. Aber die neuen Diesel-Pkw zahlen pro 100 Kilometer um 22,6 Prozent weniger Mineralölsteuer, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vorjahr wurde Diesel-Treibstoff in Österreich mit rund 710 Millionen Euro steuerlich begünstigt. „In Zeiten der Klimakrise sind Steuerbegünstigungen für fossile Treibstoffe völlig antiquiert“, spricht sich der VCÖ für eine rasche Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel aus. Zudem enthalten Dieselabgase mehr gesundheitsschädliche Schadstoffe, wie Stickoxide und Feinstaub, als die Abgase von Benzin-Pkw.

Burgenland hat niedrigsten Diesel-Anteil bei Neuwagen (Anteil Diesel-Pkw an Neuzulassungen Jahr 2019)

  • Burgenland: 35,1 Prozent
  • Kärnten: 35,8 Prozent
  • Vorarlberg: 36,4 Prozent
  • Oberösterreich: 37,1 Prozent
  • Niederösterreich: 37,4 Prozent
  • Steiermark: 37,8 Prozent
  • Wien: 39,7 Prozent
  • Salzburg: 40,5 Prozent
  • Tirol: 41,6 Prozent
  • Österreich:  38,4 Prozent
Quelle: Datafact, VCÖ 2020

In Wien ist Anteil von Firmenwagen an neuen Diesel-Pkw am höchsten (Anteil Firmen und andere juristische Personen an neuzugelassenen Diesel-Pkw im Jahr 2019)

  • Wien: 86,4 Prozent
  • Salzburg: 74,1 Prozent
  • Oberösterreich: 70,0 Prozent
  • Tirol: 67,9 Prozent
  • Steiermark: 64,0 Prozent
  • Niederösterreich: 63,5 Prozent
  • Vorarlberg: 61,5 Prozent
  • Kärnten: 60,0 Prozent
  • Burgenland: 56,8 Prozent
  • Österreich: 70,7 Prozent Quelle: Datafact, VCÖ 2020