Kärntner legen täglich rund drei Millionen Kilometer autofrei zurück

VCÖ - VCÖ (Wien, 20. September 2019) – Die Kärntnerinnen und Kärntner legen täglich rund drei Millionen Kilometer autofrei mit Öffentlichem Verkehr, Fahrrad und zu Fuß zurück, macht der VCÖ anlässlich des Autofreien Tages am Sonntag aufmerksam. Das entspricht der Distanz von rund 75 Mal um die Erde.


Wer ein angenommenes CO2-Budget von 1.000 Kilogramm hat, kann mit der Bahn in Österreich 69.444 Kilometer fahren und damit 15 Mal so weit wie mit einem durchschnittlichen Auto, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Jeder kann zum Klimaschutz beitragen

„Wer Strecken statt mit dem Auto mit dem Öffentlichen Verkehr, dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, betont VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen. Die Kärntnerinnen und Kärntner legen pro Tag rund drei Millionen Kilometer autofrei mit Öffentlichem Verkehr, Fahrrad und zu Fuß zurück, informiert der VCÖ.

VCÖ-Analyse

Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Umweltbundesamts zeigt, wie weit man mit einzelnen Verkehrsmitteln kommt, wenn man ein angenommenes CO2-Budget von 1.000 Kilogramm zur Verfügung hat. Die Unterschiede sind enorm. Mit einem durchschnittlichen Pkw mit Verbrennungsmotor ist die Reise bereits nach 4.619 Kilometer zu Ende. Weiter kommt man mit dem E-Auto, nämlich 10.428 Kilometer (österreichischer Strommix inklusive Stromimporte). Mit Reisebussen verlängert sich die Distanz auf 17.271 Kilometer und mit Linienbussen auf 19.493 Kilometer. Unschlagbarer Spitzenreiter bei längeren Distanzen sind Österreichs Bahnen: 69.444 Kilometer können mit einer Tonne CO2 gefahren werden, das ist 15 Mal so weit wie mit dem Pkw und sogar 50 Mal so weit wie mit dem Flugzeug auf Inlandsflügen, verdeutlicht der VCÖ.

Klimaziele

„Um die Klimaziele erreichen zu können, braucht es mehr Bahn- und Busverbindungen. Und da die Arbeitszeiten immer flexibler werden, sind nicht nur zu den klassischen Pendlerzeiten, sondern auch tagsüber, am späteren Abend und am Wochenende häufigere Verbindungen nötig „, betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Der VCÖ sieht die kommende Bundesregierung gefordert, im Rahmen eines Klimaschutzbudgets zusätzlich 500 Millionen Euro pro Jahr für die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zur Verfügung zu stellen. Die vergangene Regierung hat beschlossen, dass die CO2-Emissionen des Verkehrs bis zum Jahr 2030 um ein Drittel zu reduzieren sind. „Österreich läuft die Zeit davon. Um die Klimaziele erreichen zu können, sind Autofahrten verstärkt auf öffentliche Verkehrsmittel und Kurzstrecken aufs Fahrrad zu verlagern“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Das Potenzial ist groß

Das Potenzial in Österreich für ein klimaverträgliches Mobilitätsverhalten ist groß. Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz, jede zehnte Autofahrt ist sogar so kurz, dass sie zu Fuß gegangen werden kann. Und die Bereitschaft zum Umstieg ist bei vielen Autofahrerinnen und Autofahrer vorhanden. Eine repräsentative Umfrage des Instituts GfK hat gezeigt, dass 59 Prozent der Autofahrer bereit wären verstärkt aufs Fahrrad umzusteigen und sogar 80 Prozent wären bereit häufiger zu Fuß zu gehen. Voraussetzung: Verbesserte Infrastruktur zum Gehen und Radfahren, eine gute Nahversorgung und weniger Autoverkehr in der Umgebung.

VCÖ:

  Mit CO2-Budget von 1 Tonne kommt man mit Bahn 15 Mal so weit wie mit Auto (Distanz, die zurückgelegt wird, wenn 1 Tonne CO2 verursacht wird – Gesamtbilanz inkl. Fahrzeugherstellung, Energiebereitstellung und Recycling)  
  • Flugzeug Inland: 1.390 Kilometer
  • Pkw (Schnitt Benzin- Diesel) :  4.619 Kilometer
  • E-Pkw (Österreichischer Strommix, inkl. Import): 10.428 Kilometer
  • Reisebus : 17.271 Kilometer
  • Linienbus: 19.493 Kilometer
  • Bahn: 69.444 Kilometer
  • Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2019