Mehr als 450 Hasen wurden in Kärnten im Vorjahr Opfer des Straßenverkehrs

Kärnten/Hermagor - Im Vorjahr sind in Kärnten mehr als 450 Feldhasen dem Kfz-Verkehr zum Opfer gefallen, informiert der VCÖ.

Im Vorjahr wurden in Kärnten mehr Hasen Opfer des Kfz-Verkehrs (Anzahl durch Kfz-Verkehr getötete Feldhasen und Wildkaninchen im Jahr 2018, in Klammer 2017)
Der Lebensraum von Feldhasen wird von immer mehr Straßen durchschnitten. In Kärnten hat das Straßennetz bereits eine Länge von mehr als 11.000 Kilometer Straßen das Land, der Verkehr beansprucht bereits eine Fläche von 209 Quadratkilometer. Der VCÖ betont, dass es im Interesse der heutigen Kinder und Enkelkinder einen sorgsameren Umgang mit Fauna und Flora braucht.

Jagdstatisktik

Im Vorjahr wurden laut offiziellen Daten der Jagdstatistik auf Kärntens Straßen 468 Hasen von Lkw und Pkw erlegt, um 49 mehr als im Jahr 2017, macht der VCÖ aufmerksam. Erfasst werden von der Statistik nur die bei der Bezirkshauptmannschaft eingegangenen Meldungen. Die Dunkelziffer ist höher. Die Universität für Bodenkultur hat deshalb das Projekt Roadkill gestartet, im Rahmen dessen via Smartphone überfahrene Tiere gemeldet werden können. Mehr Informationen unter https://roadkill.at/

Lebensraum der Feldhasen

Die Feldhasen sind im Frühjahr besonders aktiv. Es ist Paarungszeit. Der Aktionsraum eines Feldhasen ist rund 20 Quadratkilometer groß. „Der Ausbau des Straßennetzes führt nicht nur zu mehr Kfz-Verkehr, sondern schränkt auch zunehmend den Lebensraum von im Freien lebenden Tieren ein. Im Schnitt durchschneiden aber 60 Kilometer Straßen den Lebensraum eines Hasen“, verdeutlicht VCÖ-Sprecher Christian Gratzer.

Umweltbundesamt

Das Straßennetz in Kärnten ist über 11.000 Kilometer lang. Daten des Umweltbundesamts zeigen, dass die gesamten Verkehrsflächen bereits 209 Quadratkilometer ausmachen. Österreich beansprucht der Verkehr bereits eine Fläche von 2.070 Quadratkilometer für sich, das entspricht der fünffachen Fläche von Wien, verdeutlicht der VCÖ. Eine Ursache für den zunehmenden Flächenverbrauch ist die Zersiedelung, die zusätzlich auch zu deutlich mehr Autoverkehr führt. Die Stärkung der Ortskerne verringert den Flächenverbrauch und ermöglicht der Bevölkerung ein umweltfreundlicheres Mobilitätsverhalten.

Umwelt für die Kinder

„Die heutige Erwachsenen-Generation muss sich die Frage stellen, in welchem Zustand sie die Umwelt ihren Kindern und Enkelkindern übergibt. Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung“, mahnt VCÖ-Sprecher Gratzer einen sorgsameren und verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Boden ein. Geplante Neu- und Ausbauprojekte von Straßen sind auch angesichts der Energie- und Klimaziele neu zu überdenken. „Die Anforderungen an die zukünftige Mobilität ändern sich stark – und damit sind auch Änderungen in der Infrastrukturpolitik nötig“, betont VCÖ-Sprecher Gratzer.

Opfer des Straßenverkehrs

Der Lebensraum von Feldhasen befindet sich vor allem in Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich und der Steiermark. Nach Niederösterreich weist Oberösterreich die zweithöchste Zahl von Hasen auf, die dem Kfz-Verkehr zum Opfer fielen, berichtet der VCÖ. In Oberösterreich fielen mehr als 4.400 hoppelnde Vierbeiner dem Straßenverkehr zu Opfer, im Burgenland rund 2.800 und in der Steiermark mehr als 2.600.