Pfarrerin Veronika Ambrosch wechselt in den Schuldienst

Treßdorf/Kirchbach -

 Mit 1. September 2025 endet ein bewegendes Kapitel in der evangelischen Pfarrgemeinde Treßdorf und der Tochtergemeine Rattendorf: Pfarrerin Veronika Ambrosch legt ihren aktiven Pfarrdienst aus persönlichen Gründen nieder und wechselt in den Schuldienst an höheren Schulen in Spittal und Hermagor – künftig wird sie als „Pfarrerin im Schuldienst“ tätig sein.

Ihr überraschender Schritt hinterlässt Spuren in einer Region, die sie in den vergangenen Jahren mit außergewöhnlichem Einsatz, großer Menschlichkeit und tiefem Glauben geprägt hat. Seit dem 1. September 2019 stand Veronika Ambrosch im Dienst der evangelischen Christen im Oberen Gailtal und Lesachtal. Ihre Wirkungsstätte reichte vom Lesachtal bis nach Rattendorf, von Festgottesdiensten, Taufen, Trauungen und Begräbnissen. Mit einem offenen Ohr, einer klaren Stimme und einem großen Herzen begleitete sie ihre Gemeinden – und oft auch die Menschen darüber hinaus.

Brückenbauerin mit Herz

Die gebürtige Südafrikanerin und vierfache Mutter brachte nicht nur theologische Tiefe, sondern auch musikalische und pädagogische Begabung in ihre Arbeit ein. Ihre Gottesdienste waren lebendig und persönlich, ihre Seelsorge nahbar und aufrichtig. Viele Gailtalerinnen und Gailtaler erinnern sich an berührende Gespräche, Mut machende Worte oder auch einfach an das ehrliche „Wie geht’s?“, bevor sie zum nächsten Gottesdienst eilte – manchmal mit dem Talar noch im Auto. Veronika Ambrosch ist eine Brückenbauerin – zwischen Alt und Jung, zwischen evangelischer und katholischer Kirche, zwischen Glaubenstradition und Lebensrealität. Ihr Verständnis von Kirche ist kein statisches. „Die Kirche muss zu den Menschen kommen“, sagte sie einmal. Und das tat sie – ob bei Hausbesuchen, bei Geburtstagsgratulationen oder im Religionsunterricht, wo sie junge Menschen für alte Lieder und zentrale Glaubensfragen begeistern konnte.

Ein neuer Ort für ihre Berufung

Dass ihr nun ausgerechnet die Schule ein neues berufliches Zuhause wird, überrascht – und doch passt es. Denn hier, bei den Jugendlichen, sieht sie Zukunft. Hier will sie mit Herz und Stimme weiterwirken, Glauben erlebbar machen und junge Seelen stärken.

Blick nach vorn – mit Dank zurück

Die evangelische Pfarrgemeinde Treßdorf (inklusive Kötschach-Mauthen und dem Lesachtal) sowie die Tochtergemeinde Rattendorf verlieren mit ihrem Abschied eine authentische, zugewandte Pfarrerin – aber nicht das Wirken einer Berufenen. „Ich gehe nicht, weil ich etwas hinter mir lasse, sondern weil ich meinem Ruf folge – dem Ruf, dort gebraucht zu werden, wo Kirche vielleicht nicht mehr erwartet wird: Im Klassenzimmer“, sagt Pfarrerin Veronika Ambrosch. Die Kuratoren Horst Hochenwarter (Treßdorf) und Herbert Neuwirth (Rattendorf) äußern ihr Bedauern über den bevorstehenden Wechsel: Wir hätten Frau Ambrosch gerne weiterhin in unserer Pfarrgemeinde gesehen. Doch wir respektieren ihre Entscheidung – die Gesundheit und persönliche Berufung stehen an erster Stelle.An einer guten Lösung für die Nachfolge wird gearbeitet.