Bezirk Hermagor: 2,5 Prozent (9)

VCÖ: Bezirk Hermagor hat höchsten E-Pkw Anteil Kärntens

Kärnten/Hermagor - Kärnten ist das einzige Bundesland, wo heuer weniger E-Autos neu zugelassen wurden als im Vorjahr. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass es im österreichweiten Bezirke-Ranking heuer nur Hermagor unter die Top 30 schaffte.

Nur Bezirk Hermagor bei den E-Pkw unter den Top 30 in Österreich
Hier fahren 2,5 Prozent der Neuwagen mit Strom. Bei den Landeshauptstädten liegt Klagenfurt mit 1,4 Prozent an siebter Stelle. Der VCÖ weist darauf hin, dass durch Verbesserungen bei der Firmenwagenbesteuerung der Anteil der E-Autos deutlich erhöht werden kann. Wichtig ist auch, dass noch während Österreichs EU-Präsidentschaft ein niedriger CO2-Grenzwert für Neuwagen beschlossen wird.

Zahlen & Fakten

234 E-Pkw wurden heuer in Kärnten in den ersten elf Monaten neu zugelassen, um sechs weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Damit ist Kärnten das einzige Bundesland, wo heuer weniger E-Pkw neu auf die Straßen kamen als im Vorjahr, macht der VCÖ aufmerksam. Der Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen beträgt nur 1,4 Prozent, in der Steiermark sind es 3,0 Prozent, im  Österreich-Schnitt 1,9 Prozent. Im Bezirks-Vergleich schafft es nur Hermagor unter die Top 30, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Im Bezirk Hermagor waren heuer 2,5 Prozent der Neuzulassungen Elektro-Autos. Österreichs Spitzenreiter ist der steirische Bezirk Liezen mit 9,6 Prozent, gefolgt vom oberösterreichischen Bezirk Rohrbach und Wien Innere Stadt mit jeweils 6,3 Prozent, so die VCÖ-Analyse. Klagenfurt kommt auf einen Anteil von 1,4 Prozent E-Pkw an den Neuzulassungen und belegt damit den siebten Platz. Spitzenreiter ist St. Pölten mit 3,4 Prozent vor Graz mit 2,7 Prozent. Innerhalb Kärnten liegt Klagenfurt an sechster Stelle. Hinter dem Spitzenreiter Bezirk Hermagor erreicht der Bezirk St. Veit / Glan mit 1,8 Prozent den zweiten Platz und der Bezirk Völkermarkt den dritten, informiert der VCÖ. Den niedrigsten E-Pkw-Anteil hat in Kärnten Klagenfurt-Land mit 0,9 Prozent.

Neuzulassungen

Insgesamt wurden in Österreich heuer 59 Prozent der 321.875 Pkw auf Firmen oder andere juristische Personen neuzugelassen. „Für die Verbreitung der E-Pkw spielen Firmenwagen eine zentrale Rolle. So wurden im Bezirk Liezen 98 Prozent der E-Pkw auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. Wenn die Firmenwagenbesteuerung weiter entwickelt wird, kann die Anzahl der E-Autos auf Österreichs Straßen deutlich erhöht werden“, erklärt VCÖ-Expertin Rasmussen. Je höher der Anteil emissionsfreier Fahrzeuge bei Firmenwagen, umso mehr emissionsfreie Autos kommen auf den Gebrauchtwagenmarkt. Wichtig ist beim Sachbezug für Pkw mit Verbrennungsmotor anzusetzen. Dieser sollte nach CO2-Ausstoß gestaffelt deutlich erhöht werden, die bestehende Deckelung des Sachbezugs ist abzuschaffen, betont der VCÖ. Noch während Österreichs EU-Präsidentschaft kann ein wichtiger Beschluss erfolgen, um den CO2-Ausstoß der Neuwagen deutlich zu reduzieren. Derzeit werden die künftigen CO2-Grenzwerte für Neuwagen verhandelt. Wichtig dabei ist eine Reduktion des CO2-Grenzwertes für Neuwagen um mindestens 40 Prozent bis zum Jahr 2030. Ein niedriger CO2-Grenzwert bedeutet einen niedrigen Spritverbrauch und kommt damit sowohl der Umwelt als auch den Autofahrern zugute. Nachdem die Verhandlungen diese Woche gescheitert sind, gibt es vor dem EU-Umweltministerrat kommende Woche einen zusätzlichen Verhandlungstermin. „Die EU und auch Österreichs Bundesregierung streben für das Jahr 2050 ein erdölfreies Verkehrssystem an. Das gelingt nur, wenn bereits Anfang der 30er Jahre keine Neuwagen mehr mit Verbrennungsmotor auf den Markt kommen. Es braucht daher eine deutliche Reduktion des CO2-Grenzwertes für Neuwagen“, hofft VCÖ-Expertin Rasmussen auf eine Einigung im Interesse der Umwelt sowie der Autofahrerinnen und Autofahrer. Großes Potenzial für mehr E-Autos gibt es in den Regionen, insbesondere bei nichtkommerziellem E-Carsharing, wie auch das erfolgreiche Pilotprojekt im Mühlviertel, der MühlFerdl zeigt. Neben Regionen sind auch Wohnhausanlagen sehr gut für E-Carsharing geeignet. „Anstatt bei Neubauten Pkw-Stellplätze vorzuschreiben, die vor allem in den Städten das Wohnen massiv teurer machen, sollte ein Pool an E-Fahrzeugen den Bewohnerinnen und Bewohner angeboten werden. Die Palette sollte vom E-Auto über E-Bikes bis zum E-Transportrad reichen“, so VCÖ-Expertin Rasmussen. VCÖ: Bezirk Hermagor hat höchsten E-Pkw Anteil Kärntens (Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen 1.1. bis 30.11.2018 (Anzahl E-Pkw))