Forschungstier im Mittelpunkt
Besonders schwer wiegt laut Verein, dass mit dem Wolf ein zentrales Forschungstier getötet wurde. Der Wolf stammte ursprünglich aus Italien und soll Teil eines Telemetrie- und Monitoring-Projekts der Universität Udine gewesen sein, das wichtige Informationen über Wanderbewegungen, Raumnutzung und Populationsanbindung alpiner Wölfe sammeln sollte. Gerald Friedl, Obmann des Vereins, erwähnt: „Dieser Wolf war kein Problemwolf, sondern ein Forschungstier. Mit seinem Tod wurde ein wichtiges Instrument des Wolfsmonitorings zerstört.“
Kritik am Wolfsmanagement in Kärnten
Seit Inkrafttreten der Kärntner Wolfsverordnung 2022 wurden in Kärnten über 30 Wölfe erschossen. Nach Ansicht des Vereins widersprechen diese Abschüsse der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Friedl betont: „Das ist kein Einzelfall mehr, sondern das Ergebnis einer Politik, die EU-Recht ignoriert und Abschüsse zur Normalität macht.“
Sensible Daten kursierten öffentlich
Besonders brisant ist, dass Bewegungsdaten des besenderten Wolfes bereits vor dem Abschuss in sozialen Medien verbreitet waren. Laut Gerald Friedl, Obmann des Vereins Wölfe in Österreich, wurden keine Maßnahmen zum Schutz dieser sensiblen Forschungsdaten ergriffen. Er sieht darin eine Vorhersehbarkeit des Abschusses und kritisiert die fehlende Reaktion auf öffentlich zugängliche Standortinformationen.
Widerspruch zu EU-Meldungen und fehlende Transparenz
Der Abschuss steht zudem im Widerspruch zur Art-17-Meldung Österreichs an die Europäische Kommission vom November 2025, in der der Erhaltungszustand des Wolfs als ungünstig bewertet und ein unzureichendes Monitoring eingeräumt wird. Friedl kritisiert diese Diskrepanz zwischen den offiziellen Meldungen und den tatsächlichen Abschüssen. Außerdem macht das Land Kärnten seit Anfang 2026 keine Wolfsabschüsse mehr öffentlich bekannt, was nach Ansicht des Vereins Fragen zu Transparenz und politischer Verantwortung aufwirft.









































