Hermagor -
150 Feuerwehrleute des Abschnittes „Unteres Gailtal“ übten am 25. Mai 2019 in Hermagor für zwei Einsatzszenarien: einen Brand in der Gailtal-Klinik und einen Waldbrand im Eichforst.
Das erste Szenario begann mit einem Brandmelderalarm im 2. Obergeschoß der Gailtal-Klinik. Bereits während der Anfahrt der Feuerwehr wurde vom Pflegepersonal die Lage erkundet und unter Verwendung von Fluchthauben mit der Evakuierung des verrauchten Bereiches begonnen. „Bei dieser sogenannten ‚horizontalen Verschiebung‘ werden die Patienten in Sammelräume in einem anderen Brandabschnitt des Gebäudes gebracht, sie verbleiben dabei jedoch auf derselben Stockwerksebene“, erklärt der Brandschutzbeauftragte Norbert Ebenwaldner. Diese Maßnahmen wurden nach dem Eintreffen der Feuerwehrkräfte von den Atemschutztrupps unterstützt und fortgeführt. „Bereits geräumte Zimmer werden anschließend mit Handtüchern an den Türschnallen markiert. Das verhindert eine nochmalige Durchsuchung durch nachkommende Trupps und beschleunigt die Evakuierung“, so Ebenwaldner.
Einsatzübung im Krankenhaus
Dachstuhlbrand mit vermissten Personen
In der nächsten Phase der Übungsannahme mussten Atemschutztrupps mehrere bewusstlose Personen vom Dachboden über das Stiegenhaus ins Freie bringen. Die Stiegenhäuser sind in jedem Stockwerk mit Pollern absturzgesichert. „Diese Poller können mit wenigen Handgriffen entfernt werden, um das Heruntertragen von Personen zu erleichtern“, erklärt Christof Rohr, Kommandant der zuständigen Stützpunktfeuerwehr Hermagor. Im Freien wurden die geretteten Personen von Feuerwehrmännern ohne Atemschutz übernommen und zur weiteren Versorgung an die Rettungskräfte übergeben. Während der Personenrettung brachte sich im Innenhof auch die Drehleiter zur Bekämpfung des Dachstuhlbrandes in Stellung. In einem geschützten Bereich des Areals wurde ein Atemschutzsammelplatz eingerichtet.
Waldbrandeinsatz mit aufwendiger Wasserversorgung
Für das zweite Szenario, ein Waldbrand im Bereich der Eichforstweide in der Nähe der Gailtal-Klinik, musste eine 1.100 Meter lange Zubringerleitung von der Gössering über 80 Höhenmeter zum Brandort aufgebaut werden. Zusätzlich wurde ein Pendelverkehr mit einem Tanklöschfahrzeug eingerichtet. Mit Hilfe eines Schwimmsaugers wurde auch versucht, einem kleineren Bach in unmittelbarer Nähe des Brandortes Löschwasser zu entnehmen. Im Übungseinsatz standen insgesamt 15 Feuerwehren mit 19 Fahrzeugen und rund 150 Einsatzkräften sowie das Rote Kreuz und die Polizei.
Die Übung beobachteten unter anderen Bezirksfeuerwehrkommandant Herbert Zimmermann, Abschnittsfeuerwehrkommandant Robert Koppensteiner, Pflegedirektorin Doris Kazianka-Diensthuber und Sicherheitsfachkraft Thomas Müller. Ein Danke geht an die KABEG für die Verköstigung und an Bürgermeister Siegfried Ronacher für die Getränke nach der Übung sowie an die Grundbesitzer rund um die Eichforstweide für die Zurverfügungstellung des Übungsgeländes.
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