Auszeichnung zum 20-jährigen Bestehen würdigt erfolgreichen Natur- und Kulturlandschaftsschutz

Naturpark Weissensee ist „Naturpark des Jahres 2026“

Gailtal Journal zu bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen Aktivieren

Weissensee -

Doppelte Freude für den Naturpark Weissensee: Im Jahr seines 20-jährigen Bestehens wurde er zum „Naturpark des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Die offizielle Verleihung fand im Rahmen des Jahrestreffens der Naturparke Österreichs an Bord der MS Kärnten statt. Die Auszeichnung des Verbands der Naturparke Österreichs (VNÖ) würdigt die erfolgreiche Verbindung von Naturschutz, Bildung, sanftem Tourismus und nachhaltiger Regionalentwicklung.

v.l.n.r.: Hans-Jörg Kerschbaumer (Bürgermeister Stockenboi), Karoline Turnschek (Bürgermeisterin Weissensee), Julia Friedlmayer (Geschäftsführerin VNÖ), Franz Schier (Naturpark Vorsitzender), Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger, Johann Thauerböck (Präsident VNÖ), Barbara Pucker (Amt der Kärntner Landesregierung), Robert Heuberger (Naturpark Geschäftsführer) © VNÖ

20 Jahre Naturpark Weissensee

Der 2006 gegründete Naturpark umfasst 7.640 Hektar in den Gemeinden Weissensee und Stockenboi. Naturnahe Wälder, wertvolle Feuchtwiesen und der klare, fjordartige See prägen die einzigartige Landschaft. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden zahlreiche Projekte zum Schutz wertvoller Lebensräume, zur Förderung sanfter Mobilität und zum barrierefreien Naturerleben umgesetzt. Zu den jüngsten Meilensteinen zählen die Renaturierung des Mühltumpfs, das Projekt „Wald der Zukunft“ und die neue Naturpark-Information „Das Fischhaus“.

Naturpark Weissensee Panoramablick © Herfried Marek

Naturschutz und Regionalentwicklung im Einklang

„Der Weissensee zeigt seit 20 Jahren, wie moderner Naturschutz gemeinsam mit den Menschen gelingen kann. Wenn Gemeinden, Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz gemeinsam Verantwortung übernehmen, können wir unsere einzigartige Natur bewahren und gleichzeitig die Lebensqualität und die regionale Entwicklung stärken“, betont Naturparkreferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger.

Auch Johann Thauerböck, Präsident des VNÖ, hebt das Engagement der Region hervor: „Besonders hervorzuheben ist dabei der konsequent gelebte sanfte Tourismus und das einzigartige Mobilitätskonzept. Der Naturpark ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie Naturschutz, Lebensqualität und regionale Entwicklung im Einklang gelingen können.“

Eine unabhängige Fachjury bewertet die Bewerbungen für die jährliche Auszeichnung unter anderem in den Bereichen Kulturlandschaftsschutz, Bildung, Erholung, Regionalentwicklung und Marketing. Der Naturpark Weissensee überzeugte mit innovativen Projekten und nachhaltigen Gästeprogrammen.

 
Urkundenverleihung „Naturpark des Jahres 2026“ (c) VNÖ

Natur erleben und Wissen vermitteln

Die Naturvermittlung ist ein zentraler Bestandteil der Naturparkarbeit. Naturpark-Ranger vermitteln die Besonderheiten der Region im Jahresverlauf – von Eisprogrammen im Winter bis zur Amphibienrettung im Frühjahr. Angebote wie „Magischer Moment – Sternlan schauen“, „Fisch und See“ und „Hilf dem Schilf“ machen Natur unmittelbar erlebbar.

Mehr als 4.000 Gäste nehmen jährlich an den Ranger-Programmen teil. Zudem stärken 21 Naturpark-Partnerbetriebe den nachhaltigen Tourismus. Auch die Bildungsarbeit hat einen hohen Stellenwert: Alle Bildungseinrichtungen des Naturparks sind mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert.

Auszeichnung als Anerkennung und Auftrag

Für Franz Schier, Vorsitzender des Naturparks Weissensee, ist die Auszeichnung eine besondere Anerkennung: „Die Auszeichnung ist vor allem eine Anerkennung für die vielen Menschen, Betriebe und Organisationen, die den Naturpark-Gedanken in unserer Region mittragen und mit Leben erfüllen.“

Jahrestreffen mit Fokus auf Landwirtschaft und Naturschutz

Neben der Preisverleihung steht beim Jahrestreffen der österreichischen Naturparke die Vernetzung und Weiterentwicklung der gemeinsamen Naturparkarbeit im Mittelpunkt. Am 13. Oktober widmet sich eine Fachtagung dem Zusammenspiel von Landwirtschaft, Naturschutz und regionaler Entwicklung.

„Der Weissensee ist heuer nicht nur Schauplatz unseres Jahrestreffens, sondern auch ein besonders anschauliches Beispiel dafür, wie der Leitgedanke ‚Schützen durch Nützen‘ in einer Region gelebt werden kann“, erklärt Julia Friedlmayer, Geschäftsführerin des VNÖ.

Die Auszeichnung zum „Naturpark des Jahres 2026“ würdigt zwei Jahrzehnte engagierter Zusammenarbeit und bestärkt die Region darin, ihre einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zu bewahren und nachhaltig weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen: