ALT – Gelbe Wegweiser und rot-weiß-rote Markierung
Sieht man sich beide Systeme nebeneinander an, sieht man, dass der Unterschied in der Praxis zu Fehleinschätzungen führt, und zwar nicht bei der Richtung, sondern bei der Schwierigkeit. Eine Übersicht aller Bedeutungen von «sign» im österreichischen Deutsch finden Sie auf Signs AT.
Der gelbe Wegweiser
Wandern und Bergsteigen werden in Österreich über gelbe, pfeilförmige Wegweiser mit schwarzer Schrift erschlossen. Drei Angaben stehen darauf: das Ziel, die Gehzeit und die Wegnummer.
Die Gehzeit ist dabei die Angabe, die am häufigsten unterschätzt wird. Sie bezieht sich auf die reine Gehzeit ohne Pausen, und sie ist eine Schätzung für durchschnittliche Verhältnisse, nicht eine Garantie für den eigenen Tag.
Die Pfeilform selbst trägt Information: Sie zeigt die Richtung an, noch bevor man die Schrift gelesen hat. Das ist bei Gegenlicht oder im Nebel der Teil, der zuerst ankommt.
ZUR INFORMATION! Gelb mit schwarzer Schrift ist am Berg die Standardkombination. Auf der Straße bedeutet schwarze Schrift auf gelbem Grund etwas völlig anderes, nämlich eine Umleitung. Dieselbe Farbkombination, zwei Systeme, zwei Bedeutungen.
Die Zwischenmarkierung am Fels
Zwischen den Wegweisern übernimmt die Markierung. Sie wird direkt auf Fels oder Baum aufgemalt und ist in Österreich meist rot-weiß-rot.
Ihre Aufgabe ist eine andere als die des Wegweisers. Der Wegweiser nennt das Ziel, die Markierung bestätigt bloß, dass man noch auf dem Weg ist. Wer eine Weile keine Markierung mehr gesehen hat, ist mit großer Wahrscheinlichkeit abgekommen.
Was die Farbpunkte bedeuten
Am Wegweiser selbst findet sich zusätzlich ein Farbpunkt, und der sagt etwas über die Schwierigkeit des Bergwegs aus:
- roter Punkt – mittelschwieriger Bergweg
- schwarzer Punkt – schwieriger Bergweg
- blauer Punkt – in Salzburg der leichte Bergweg
Diese Punkte sind die eigentliche Information zur Anforderung einer Route. Nicht die Markierung am Fels, nicht die Gehzeit, nicht die Länge.
Der Unterschied zur Schweiz
Und hier liegt die Stelle, an der es gefährlich wird. Die aufgemalte Markierung selbst sagt in Österreich nichts über die Schwierigkeit aus. Sie bestätigt den Wegverlauf, nicht die Anforderung.
In der Schweiz ist das anders gelöst, und dieser Unterschied hat schon zu Fehleinschätzungen geführt. Wer mit schweizerischer Lesegewohnheit auf einen österreichischen Weg geht und aus der Farbe der Markierung am Fels auf die Schwierigkeit schließt, zieht den Schluss aus dem falschen Zeichen.
ACHTUNG! Für die Einschätzung einer Route zählt in Österreich der Farbpunkt am Wegweiser, nicht die rot-weiß-rote Markierung dazwischen. Die beiden Zeichen beantworten unterschiedliche Fragen.
Auf der Straße: die Farblogik der Wegweiser
Zum Vergleich das System, das man vom Fahren kennt. Wegweiser nennen dort Ziele, Fahrtrichtungen und Entfernungen, und die Farbe verrät, um welche Art von Ziel es geht.
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Schrift auf Grund |
Bedeutung |
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weiß auf blau |
Wegweisung auf und zur Autobahn oder Autostraße |
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schwarz auf weiß |
alle übrigen Straßen |
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weiß auf grün |
Landesteile und touristische Ziele |
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gelb auf grün |
Gewerbe- und Industriebetriebe |
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schwarz auf gelb |
Umleitungen |
Fünf Kombinationen, fünf Zielarten. Wer das System kennt, weiß schon an der Farbe, ob ein Wegweiser überhaupt für ihn gedacht ist, bevor er den Ortsnamen darauf liest.
Die Begriffe EN → DE (AT)
In englischsprachigen Wanderführern und Navigationsanwendungen tauchen die Begriffe durchwegs auf Englisch auf:
- direction signs oder guide signs → Wegweiser
- hiking trail → Wanderweg, am gelben Wegweiser ausgeschildert
- city centre → Zentrum
- detour → Umleitung
- exit → Ausfahrt, Anschlussstelle
- motorway A1 → Autobahn A1, in Österreich die Westautobahn
HINWEIS: «Follow the signs to the centre» heißt auf Deutsch «Folgen Sie den Wegweisern ins Zentrum». Die wörtliche Variante mit «Zeichen» wäre verständlich, trifft aber nicht: Für die Wegweisung gilt Wegweiser, für die Tafel allgemein Schild oder Tafel.
Was man vor der Tour klären sollte
Wenn Sie es praktisch mögen, reduziert sich das Ganze auf drei Blicke am Ausgangspunkt. Erstens die Wegnummer notieren, weil sie an jeder Verzweigung wiederkommt. Zweitens die Gehzeit lesen und die eigene Pausenplanung dazurechnen, denn sie ist darin nicht enthalten. Drittens, und das ist der wichtigste Punkt, den Farbpunkt am Wegweiser ansehen, nicht die Markierung am Fels.
Unterwegs übernimmt dann die rot-weiß-rote Markierung die laufende Bestätigung. Sie sagt nur eines, aber das verlässlich: Sie sind noch auf dem Weg.









































