Sechs Persönlichkeiten ausgezeichnet
Das Ehrenzeichen des Landes wurde unter anderem Claudia Rosenwirth-Fendre, Autorin aus dem Gailtal, verliehen. Mit ihr wurden Ivana Kampuš, Autorin, sowie Gerald Eschenauer, freischaffender Schriftsteller, ausgezeichnet. Die Großen Ehrenzeichen des Landes erhielten Maria Opetnik, stv. Obfrau des slowenischen Kulturvereins KPD Šmihel, Raimund Grilc, Clubobmann a. D., sowie Valentin Hauser, Buchautor.
Ehrenzeichen als sichtbarer Dank des Landes
„Wir zeichnen außergewöhnliche Persönlichkeiten mit herausragenden Leistungen abseits ihres beruflichen Werdegangs aus. Menschen, die über die Sprache versuchten, Brücken zu schlagen, neue Formen der Sprache entdeckten und verwendeten und über Kunst, Kultur, Bildung und vor allem über Grenzen hinweg Vertrauen und Verbindungen aufbauten“, sagte Kaiser.
Die Ehrungen seien zugleich Auftakt des kulturellen Schwerpunktes des Landes „2026 – Jahr der Literatur“, betonte der Landeshauptmann im Beisein von Landesamtsdirektor Dieter Platzer, dessen Stellvertreter Markus Matscheck, Landtagspräsident Andreas Scherwitzl, CO Markus Malle, Landtagspräsident a. D. Reinhart Rohr sowie weiteren Abgeordneten und Bürgermeistern aus den Heimatgemeinden der Geehrten.
Kaiser unterstrich, dass Ehrenzeichen sichtbarer Dank, Anerkennung und Wertschätzung seien – und zugleich zeigten, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt auf dem unermüdlichen Engagement vieler Menschen beruhe, die als Brückenbauerinnen und Brückenbauer wirken.
Großes Ehrenzeichen: Raimund Grilc
Raimund Grilc, ehemaliger Clubobmann, Landtagsabgeordneter und AHS-Lehrer, habe jahrzehntelang Politik, Kultur und Gesellschaft nicht nur in Bleiburg, sondern weit über Kärnten hinaus geprägt, betonte Laudatorin Christiane Ogris. Mit Integrität, Weitblick und Verantwortungsbewusstsein habe er nachhaltige Lösungen ermöglicht, den interkulturellen Dialog gefördert und das respektvolle Miteinander – auch im Alpe-Adria-Raum – gestärkt.
Sein Engagement habe unter anderem zur Weiterentwicklung des Werner Berg Museums in Bleiburg beigetragen und Künstler nach Bleiburg geführt.

Großes Ehrenzeichen: Valentin Hauser
Valentin Hauser sei über Jahrzehnte für seine Bürgernähe und seine pragmatische Arbeit im Gemeindeamt Griffen bekannt gewesen. Neben seinem musikalischen Wirken – etwa mit den Griffner Buam – entwickelte er sich zu einem Botschafter heimischer Musik.
Die Freundschaft zu Peter Handke habe ihn zum Schreiben motiviert. Seine Werke basieren auf akribischer Recherche und lebendiger Geschichtsvermittlung. Auch Ausstellungen im Stift Griffen und Führungen tragen seine Handschrift. Hauser sei ein Kulturbotschafter über Jahrzehnte.

Großes Ehrenzeichen: Maria Opetnik
Maria Opetnik habe über Jahrzehnte mit großem Engagement den Dialog gefördert. Neben ihrem beruflichen Werdegang sei ihr ehrenamtlicher Einsatz hervorzuheben – von der Gründung einer Theaterschule über kirchliche Tätigkeiten bis zur fundierten Aufarbeitung von Dokumenten Kärntner Sloweninnen und Slowenen.
Sie habe Menschen eine Stimme gegeben und damit Spuren hinterlassen, auf die nicht nur sie selbst, sondern auch das Land Kärnten stolz sei.

Ehrenzeichen: Gerald Eschenauer
Gerald Eschenauer habe sich als gesellschaftskritischer Schriftsteller dem Wort und dessen Transparenz verschrieben. Gattungsgrenzen überschreitend beleuchte er zutiefst menschliche Inhalte – vom Mölltaler Bergbauernbuben bis zum urbanen Politiker.
Er gründete Kärntens größte private Literaturvereinigung und bietet insbesondere jungen Literatinnen und Literaten eine Plattform. Literatur, so Eschenauer, wecke uns auf – und helfe zugleich beim Einschlafen.

Ehrenzeichen: Ivana Kampuš
Ivana Kampuš habe ihre Liebe zur Sprache von ihren Eltern mitbekommen. Als Autorin, Übersetzerin und besonders durch ihre Kinderbücher erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen.
Ihre Übersetzungsarbeit trug maßgeblich zur kulturellen Verständigung zwischen den Volksgruppen bei, förderte den Dialog und den Erhalt der slowenischen Sprache. Seit Jahrzehnten prägt sie die Literaturlandschaft Kärntens.

Ehrenzeichen: Claudia Rosenwirth-Fendre
Claudia Rosenwirth-Fendre entdeckte die Literatur als Leidenschaft abseits ihres Berufes und veröffentlichte früh erste Werke. In ihren Texten stellt sie das Gemeinsame über Grenzen hinweg in den Mittelpunkt.
Die Gailtalerin entwickelte zudem regionale Kulturprojekte mit, arbeitete am Via-Julia-Augusta-Kultursommer mit und betont, dass „ihr Hauptwohnsitz die Literatur bleibe und das Schreiben im Dialekt ihr liebstes Kind sei“.

Musikalische Umrahmung
Umrahmt wurde die Feierstunde im Spiegelsaal vom Quartett OisterniX.









































