Image als Arbeitgeber verbessern

Die Mitarbeitenden im Mittelpunkt

Gail-, Gitsch- und Lesachtal - MitarbeiterInnen im Tourismus zu finden und zu halten wird zu einer immer größeren Herausforderung. Hotels stellen daher längst nicht nur mehr den Gast in das Zentrum ihrer Bemühungen, sondern engagieren sich auch tatkräftig für ihre Mitarbeitenden. Kinderhotel Ramsi und Hotel Brunnwirt zeigen, wie es geht.

Für viele heimische Betriebe wie dem Hotel Brunnwirt stehen die MitarbeiterInnen im Mittelpunkt
Eines der Erfolgsrezepte, um MitarbeiterInnen im Betrieb zu halten ist, nicht die Arbeitskraft, sondern den Menschen zu sehen und diesen zu fördern. Was banal klingt, ist im Alltag dennoch nicht immer leicht umzusetzen. Es erfordert ein proaktives Handeln der Unternehmen. Das vom ESF und BMASGK finanzierte Projekt „Lebenswelt.Beruf“ hat in den letzten Jahren Unternehmen aller Branchen dabei begleitet, sich in Bezug auf die Arbeitgebermarke, d.h. das Image als Arbeitgeber nach innen und außen, zu verbessern. Im Fokus steht dabei, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben in den Betrieben stärker zu verankern. „Wir unterstützen Unternehmen dabei, die Bedürfnisse und Anliegen der Mitarbeitenden rechtzeitig wahrzunehmen“, berichtet Projektleiterin Elke Beneke. „Gleichzeitig statten wir sie mit den notwendigen Instrumenten aus, um auf diese Herausforderungen reagieren zu können. Ein erster Schritt in Richtung vereinbarkeitsfreundliches Unternehmen.“

Kinderhotel Ramsi

Das Kinderhotel Ramsi ist in Bezug auf die Entwicklung einer Arbeitgebermarke ein Vorreiter im Bezirk. „Auch wenn wir uns schon sehr früh mit den Werten des Unternehmens, mit einer hohen MitarbeiterInnenzufriedenheit beschäftigt haben, bleibt es dennoch schwierig. Unser erster Schritt war das Anbieten von Ganzjahresstellen und die Ausbildung der KadermitarbeiterInnen zu UnternehmensmitentwicklerInnen“, wie Karin Ramsbacher verrät. Der Barchef Franz ist dem Betrieb unglaublich dankbar und sagt: „Es gibt keinen besseren Arbeitgeber in der Region für mich als der Ramsi, insbesondere beim Eingehen auf die Bedürfnisse habe ich noch bei keinem Betrieb so erlebt.“ Besonders schätzt Franz die gelebte Authentizität und die Ehrlichkeit. „Das Bemühen Lösungen zu finden, auf alle Wünsche der MitarbeiterInnen einzugehen und die Wertschätzung, die auf allen Ebenen gelebt wird, ist einzigartig“, so Franz. Ähnlich sieht es auch Marianne, sie hat im Betrieb gelernt und arbeitet nun in der Rezeption. Ihr war es vor allem wichtig, einen Arbeitsplatz in der Region zu finden. „Ich wurde nie als Lehrling behandelt, sondern immer auf Augenhöhe.“ Auf die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, winkt Marianne ab: „Wir können uns alles mit den Vorgesetzten ausmachen, durch die Größe sind wir flexibel“, so Marianne. Carina hat nach der Matura eine Perspektive in der Region gesucht und hat eine Kochlehre gestartet. „Ich schätze vor allem das Arbeitsklima, was in der Branche selten ist.“ Auf die Frage nach gelebter Vereinbarkeit sieht Carina kein Problem: „In den richtigen Dosen wird die Verantwortung bereits uns Lehrlingen übertragen, damit wir sowohl gefördert aber auch gefordert werden und unser Können und Wissen aktiv einbringen. „Wir sind am richtigen Weg“, so Karin Ramsbacher. „Wir bleiben dran und leben das Miteinander, so können wir die hohe Dienstleistungsqualität beim Gast garantieren. Die Die MitarbeiterInnen sind dabei unser wichtigstes Kapital“, so Karin Ramsbacher.

Hotel Brunnwirt

Beim Hotel Brunnwirt im Gitschtal setzt man auf Individualität, Teamwork und familiären Zusammenhalt. „Wir versuchen mit individueller Entwicklungsplanung und flexiblen Arbeitsmodellen zu punkten“, erzählt Brunnwirt-Chefin Barbara Sattlegger. Außerdem setzen wir auf regionale Kooperationen wie Tourismus Gailtal Innovativ, um MitarbeiterInnen mehr bieten zu können.“ Die kleinen und großen Sorgen der MitarbeiterInnen fanden beim Brunnwirt schon immer Gehör. Doch die strategische interne Kommunikation ging insbesondere in Hauptsaison-Zeiten oftmals unter. „Durch die Beratungsgespräche haben wir gelernt, die MitarbeiterInnenkommunikation gezielter zu betreiben und mit Feedback der MitarbeiterInnen produktiv umzugehen“, zeigt sich Barbara Sattlegger überzeugt. „Bei uns wird über alle Herausforderungen offen geredet, gemeinsam finden wir immer eine Lösung“, berichtet Küchenchef Paul. „Gleichzeitig werden wir ermutigt, immer wieder neue Dinge auszuprobieren – egal ob beim Einkauf oder bei den Menüs.“ Durch diverse Maßnahmen im Unternehmen hat sich auch die Kommunikationskultur zusätzlich verbessert, urteilt der Chefkoch.
Gerti, Ivana und Paul verstärken das Brunnwirt Team der Familie Sattlegger
Ivana macht eine Lehre als Hotel- und Gastgewerbeassistent/innen (HGA) und hat den Brunnwirt bewusst als Lehrbetrieb ausgewählt. „Vom Brunnwirt habe ich nur Gutes gehört, daher habe ich mich beworben“, erzählt der Lehrling. Eine Ausbildung im Bereich Tourismus und Gastronomie kann vielfältig und abwechslungsreich sein, ist Ivana überzeugt. „Natürlich muss man stressresistent sein, doch das muss man heutzutage überall.“ Gerti ist Rezeptionistin beim Brunnwirt und schätzt vor allem die Fairness im Betrieb und das familiäre Umfeld. „Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss man in der Hotellerie generell ab und zu Abstriche machen“, erzählt die Mitarbeiterin. „Schließlich ist bei uns in der Urlaubszeit am meisten zu tun. Doch die Chefleute bemühen sich, unsere Wünsche zu erfüllen.“ Die neu eingeführten MitarbeiterInnenversammlungen haben die Abläufe sehr verbessert: „Die Kommunikation zwischen den Abteilungen ist seitdem deutlich besser geworden, wir denken abteilungsübergreifender als vorher.“

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