Jedes Stück ein Unikat

Holz ist seine Leidenschaft

Gailtal - Andreas Winkler (63) ist ein Holzkünstler der etwas anderen Art. Er beschäftigt sich in seiner Freizeit mit der Herstellung von außergewöhnlichen Tischen. Man benötigt schon einen guten Blick für den Werkstoff und er wollte immer etwas machen, das sonst niemand hat.

Andreas Winkler in seiner kleinen Hobbywerkstatt beim vlg. Bachmann in Kreuth
Die Idee dazu kam dem gebürtigen Obergailtaler aus Kreuth bei Jenig, der heute in Hermagor wohnt, bei einem Spaziergang in Grado. „Wir haben dort eine Zweitwohnung und das angeschwemmte Treibholz am Strand faszinierte mich schon immer“, sagt er. Er sammelte die Stücke aus Eichenholz oder Pinien und lieferte sie in die Heimat. Wenn es passt, dann kommt auch heimischer Rohstoff wie beispielsweise das Nussholz gerne dazu. Am Hof seines Bruders Hans beim vlg. Bachmann in Kreuth hat sich der Hobbyhandwerker eine kleine Räumlichkeit eingerichtet und frönt dort seiner Leidenschaft. „Mir ist wichtig, dass ich neben einer Motorsäge keine großen Maschinen zur Bearbeitung benötige. Man muss nur ein geschultes Auge haben“, meint Andi, wie er von seinen Freunden auch genannt wird.
Die Materialen werden mit der Motorsäge bearbeitet

Tischlermeister

Winkler erlernte den Beruf des Tischlers bei der Firma Telesklav in Kirchbach. Danach machte er den Meister und war eine Zeit lang selbständig. Es folgten Aufenthalte in Polen, Rumänien, Ungarn und in der ehemaligen DDR (heute Ostdeutschland), er war immer für österreichische Firmen im Einsatz. Insgesamt vierzehn Jahre führte der Obergailtaler eine Tischlerei in Sankt Petersburg in Russland als Betriebsleiter. „Diese Zeit hat mich natürlich sehr geprägt“, vertraut er uns an und kann auch heute noch fließend Russisch. Auch die kyrillische Schrift kann er zumindest lesen und fährt mindestens noch einmal pro Jahr zu seinen russischen Freunden. Seit zirka sieben Jahren arbeitet Andreas Winkler wieder in seiner Heimat, dem Gailtal und zwar als Facharbeiter bei der Firma Hasslacher Norica Timber in Kühweg bei Hermagor.
So sieht das fertige Produkt dann aus

Alles Unikate

Wichtig ist dem Künstler die Tatsache, dass alle seine Werke ein Unikat sind und es nie zweimal dasselbe gibt. Erst wenn der Tisch im Rohzustand fertig ist, wird die dazu passende Glasplatte bestellt und fügt sich somit harmonisch in das Gesamtbild ein. Die Tische eignen sich gut für ein großes Wohnzimmer, aber auch als Beistelltische passen sie und dienen in diversen anderen Räumen als Blickfang. Rund ein Jahr betreibt er dieses Hobby nun schon und arbeitet vorwiegend für den Bekanntenkreis. Der Zeitfaktor spielt für ihn dabei keine Rolle und seine Tische werden in individuellen Farbtönen hergestellt. „Sollte ich keine passende Farbe finden, dann wird eben mit Hartwachsöl oder Bienenöl eingerieben“, lacht der sympathische Hermagorer. Eine Besonderheit ist auch sein Autokennzeichen mit der Nummer HE-ITAL1, welches natürlich auffällig ist und seine Affinität zu Italien widerspiegelt. In der Pension möchte er sich dann noch stärker seinem Hobby widmen und wir wünschen ihm viel Spaß dabei.