622 Fingerhutgeschichten

Dellach - Ihr Patriotismus brachte Hermine Gratzer zu ihrer heutigen Sammelleidenschaft.

Beim Müllentleeren fand sie 2010 einen Keramikfingerhut mit dem Wappen von Kötschach-Mauthen. Eine Passion war geboren. Seither erzählen Mitbringsel aus vielen Teilen der Erde in Form von Fingerhüten ihre Geschichten und finden wohlbehütet und sortiert in Dellach im Gailtal ein Zuhause.
Gratzers erster Fingerhut
 

Hobby ohne Ende

Sie lebt bescheiden. Kein Fernseher, kein Radio, keine Zeitung zieren ihre Wohnung. Negative Energien lässt „Hermi“ nicht zu. Wohl aber das Gefühl der Sicherheit und Freude. In ihren eigenen vier Wänden zieren mehrere Schaukästen mit hunderten von Fingerhüten den Wohlfühlbereich der Sammlerin. Was einst mit einem Splen begann, kann sich heute durchaus zeigen lassen. „Ein Hobby ohne Ende“, schwärmt die Bastlerin im Gespräch. „Für mich haben diese Fingerhüte besonderen Bestand, weil sie unendlich scheinen“. Hermine Gratzer lebt heute ein zufriedenes, glückliches Leben. Es war aber nicht immer so. Der frühe Tod ihrer besten Freundin 2012 und ihrer geliebten Mutter letzten Jahres, warfen sie um Bahnen zurück. Halt fand sie in ihrem Tun in der Lyrik. Das Leben mit lieben Menschen verfasst Hermine Gratzer per Füllfeder auf Papier. „Ich bin um jede Stunde für meine Lieben dankbar und auch dafür, dass sie mich in meiner Sammelleidenschaft unterstützen. Jene, die mir Kraft, Halt und Ruhe im Alltag gibt“.
In der Wohnung der Sammlerin häufen sich bereits hunderte von Fingerhüten