Ärztekammer Kärnten: Wahlärztinnen und Wahlärzte sind nicht das Problem – sie sind Teil der Lösung

Kärnten -

Die Diskussion über Wahlärztinnen und Wahlärzte – wie sie kürzlich  auch von der Gesundheitsministerin im ORF-Interview geführt wurde – darf aus Sicht der Ärztekammer Kärnten nicht an der Realität des Gesundheitssystems vorbeigehen. Die Kammer betont: Wahlärztinnen und Wahlärzte sind nicht das Problem, sondern ein wichtiger Teil der Lösung.

Wahlärztinnen und Wahlärzte sichern die medizinische Versorgung – die Ärztekammer Kärnten betont ihre wichtige Rolle

Laut der Ärztekammer Kärnten sorgen rund 700 Wahlärztinnen und Wahlärzte in Kärnten tagtäglich dafür, dass tausende Patientinnen und Patienten medizinisch versorgt werden. Sie springen dort ein, wo das Kassensystem seit Jahren an seine strukturellen Grenzen stößt. Die Kammer weist darauf hin, dass diese Situation kein Zufall sei, sondern die Folge politischer Versäumnisse: unzureichend valorisierte Honorare, zunehmende Bürokratie und Rahmenbedingungen, die Kassenstellen für viele Ärztinnen und Ärzte unattraktiv machen.

Rund 700 Wahlärztinnen und Wahlärzte sichern die Versorgung

Statt diese Ursachen zu beheben, werde versucht, diejenigen zu regulieren, die Verantwortung übernehmen. Wahlärztinnen und Wahlärzte tragen unternehmerisches Risiko, schaffen zusätzliche Versorgungskapazitäten, verkürzen Wartezeiten, verhindern Engpässe und entlasten sowohl Spitäler als auch Kassenordinationen. Wer sie politisch zum Problem erkläre, betreibe laut der Kammer reine Symptompolitik.

Honorardeckel gefährden Qualität und Versorgungssicherheit

Die Ärztekammer Kärnten kritisiert geplante Honorardeckel scharf: Sie würden keine Versorgungsprobleme lösen, sondern stellen einen massiven Eingriff in einen freien Beruf dar. Das Signal sei fatal, denn Engagement und Investitionsbereitschaft würden nicht belohnt, sondern bestraft. Dies gefährde sowohl die medizinische Qualität als auch Innovation und letztlich die Versorgungssicherheit der Patientinnen und Patienten.

Freiheit der Patientenwahl als Grundprinzip

Die Kammer betont, dass die freie Arztwahl ein Grundprinzip des Gesundheitssystems sei. Patientinnen und Patienten hätten das Recht, selbst zu entscheiden, wem sie ihre Gesundheit anvertrauen. Jede Maßnahme, die diese Wahlfreiheit einschränkt, lehnt die Ärztekammer Kärnten entschieden ab. Gleichzeitig bekennt sich die Ärzteschaft klar zu Transparenz und Verantwortung: Empfehlungstarife werden regelmäßig valorisiert und veröffentlicht. Seit 1. Jänner 2026 ist die verpflichtende Anbindung an das e-Card-System für Wahlärztinnen und Wahlärzte umgesetzt – konstruktiv, aber mit der berechtigten Erwartung an praktikable Lösungen statt zusätzlicher Bürokratie.

Reform statt Schuldzuweisungen

Der Appell der Ärztekammer Kärnten ist eindeutig: Wer eine stabile Gesundheitsversorgung wolle, müsse das Kassensystem reformieren – nicht jene bekämpfen, die die Versorgung sicherstellen. Es brauche bessere Rahmenbedingungen statt weiterer Regulierung, strukturelle Reformen statt Symbolpolitik und Lösungen statt Schuldzuweisungen.