AK-Studie zeigt: Kärntner Eltern zahlen fast 10 Millionen Euro für Nachhilfe!

Kärnten -

Die aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts IFES* im Auftrag der Arbeiterkammer zeigt: Bereits jedes sechste Schulkind in Kärnten (18 Prozent) hat im vergangenen Schuljahr bezahlte Nachhilfe bekommen. Das sind deutlich mehr als noch 2023 – damals waren es nur 13 Prozent. Insgesamt 11.000 Kärntner Schüler:innen erhielten bezahlte Lernhilfe.

11.000 Kinder in Kärnten erhielten im Vorjahr privat bezahlte Nachhilfe, die Eltern mussten im Schnitt 850 Euro dafür aufbringen.

Nachhilfe kostet Kärntner Eltern durchschnittlich 850 Euro pro Kind

Noch dramatischer wird das Bild, wenn man den tatsächlichen Bedarf betrachtet: Rund 23.000 Schüler:innen – das sind drei von zehn Kindern – bräuchten eigentlich zusätzliche Unterstützung beim Erlernen des Schulstoffes. „Viele Eltern können sich diese dringend benötigte Hilfe aber schlicht nicht leisten oder finden kein passendes Angebot“, weiß AK-Präsident Günther Goach und betont: „Jedes Kind hat das Recht auf gleiche Chancen, unabhängig vom Einkommen der Familie. Das Schulsystem muss endlich so gestaltet werden, dass private Nachhilfe die Ausnahme und nicht die Regel ist.” Daniel Weidlitsch, Leiter der AK-Abteilung Bildungspolitik, Jugend und Kultur, nennt weitere Ergebnisse der IFES-Umfrage: „Die finanziellen Belastungen für die Familien sind massiv gestiegen. Pro Kind geben Eltern in Kärnten durchschnittlich 850 Euro für Nachhilfe aus – das sind 140 Euro mehr als noch 2023. Insgesamt fließen also fast zehn Millionen Euro aus Kärntner Haushalten in die private Nachhilfe.“

Mathematik bleibt Problemfach Nummer eins

Am häufigsten wird Nachhilfe in Mathematik benötigt (65 Prozent). „In diesem Zusammenhang gilt es, junge Menschen für Mathematik zu begeistern, ihr Interesse an MINT-Fächern zu wecken und ihnen die breiten Anwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, betont Weidlitsch. Aber auch in Deutsch ist der Bedarf an Nachhilfe deutlich angestiegen – von 22 auf 28 Prozent. In Fremdsprachen benötigen 23 Prozent der Kinder zusätzliche Lernunterstützung. Die Belastung der Familien geht aber weit über die finanziellen Aspekte hinaus. Drei Viertel aller Eltern helfen ihren Kindern regelmäßig bei den Hausaufgaben. Jeder dritte Elternteil lernt sogar täglich mit dem Nachwuchs. 76 Prozent der helfenden Eltern fühlen sich zeitlich stark belastet.

AK Lernchancen: Jetzt auch für Lehrlinge

Das Projekt „AK Lernchancen“ unterstützt beim Start ins neue Schul- und Lehrjahr mit erweitertem Angebot. Neben Schüler:innen der Mittelschule und AHS-Unterstufe können nun auch Lehrlinge das Nachhilfeangebot in Mathematik, Deutsch und Englisch nutzen. Gemeinsam mit den Kärntner Volkshochschulen bietet die AK Kärnten fast kostenfreie Kurse in allen Bezirken an. Pro Kurs ist eine Einschreibgebühr von 10 Euro zu entrichten. Voraussetzung für Schüler:innen: Das monatliche Haushaltseinkommen darf 5.000 Euro brutto nicht übersteigen. Mindestens ein Elternteil muss AK-Mitglied sein. Lehrlinge können das Angebot uneingeschränkt nutzen. Die Kurse finden laufend in allen Bezirken statt. Anmeldung sind möglich auf ak-akademie.at/aklernchancen.
Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 050 477-7000.