Bis zu 7.200 Euro: Entschädigung für 50 Österreicher

Österreich -

Marlene Engelhorn – ihres Zeichens Millionenerbin – hat beschlossen, 25 Millionen Euro zu spenden. Über ihr Geld entscheiden 50 Österreicher. Auf sie wartet eine saftige Entschädigung.


25 Millionen Euro sind es, die aus dem Vermögen von Millionenerbin Marlene Engelhorn zwischen März und Juni quasi unter den Hammer kommen. 50 Österreicher werden dazu ausgewählt, die bestimmen dürfen, was mit dem Geld passiert. Dabei gibt es aber auch etwas für diese 50 Menschen. Sie bekommen nämlich eine saftige Abfindung dafür, dass sie sechs Wochenenden nach Salzburg fahren.

10.000 Briefe verschickt

Sechs Wochenenden in Salzburg, für jedes gibt es 1.200 Euro – macht insgesamt 7.200 Euro für 50 Österreicher, die ab März über 25 Millionen Euro des Vermögens von Engelhorn bestimmen können. 10.000 Briefe hat man dazu an zufällig ausgewählte Personen in Österreich verschickt, aus den Rückmeldungen werden dann eben 50 Personen ausgewählt. Bezahlt werden auch Reisekosten, Unterkunft, Verpflegung und wenn nötig auch für Kinderbetreuung und Co. 15 zusätzliche Menschen sind übrigens Ersatzmitglieder, für die es ebenfalls 240 Euro pro Wochenende, dass sie sich freihalten, gibt – macht immerhin noch 1.440 Euro bei sechs Wochenenden.

Ermittlung der 50 Personen 

Aus allen vollständigen Rückmeldungen wird man daraufhin mithilfe von statistischer Verfahren 50 Personen ermitteln, „die möglichst gut die Zusammensetzung der österreichischen Bevölkerung abbilden“, heißt es seitens des „Guten Rats für Rückverteilung“, der dafür verantwortlich zeichnet. Das Vorgehen wurde dabei bereits weltweit in über 50 Bürgerbeteiligungsverfahren angewendet, versichert man. Wer mindestens 16 Jahre alt ist und einen Wohnsitz in Österreich hat, hat also auch eine Chance auf einen der Briefe.

Warum verschenkt Engelhorn 25 Millionen Euro?

In Österreich sind Vermögen ungleich verteilt. Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt bis zu 50 Prozent des Nettovermögens. „Ich habe ein Vermögen und damit Macht geerbt, ohne etwas dafür getan zu haben. Und der Staat will nicht einmal Steuern dafür. Gleichzeitig kommen viele Menschen mit einem Vollzeit-Job nur schwer über die Runden – und zahlen für jeden Euro, den sie mit Arbeit verdienen, Steuern. Ich sehe das als Versagen der Politik, und wenn die Politik versagt, dann müssen die Bürger das selbst angehen. Wenn die Politik ihren Job nicht erledigt und umverteilt, dann muss ich mein Vermögen eben selbst rückverteilen“, erklärt Engelhorn den Grund dafür, weshalb sie ihr Erbe verschenkt.