Faschingskrapfen im Check: Herkunft der Zutaten bleibt häufig unklar

Am Faschingsdienstag hat der Krapfen Hochsaison. In Bäckereien, Supermärkten und Büros stapeln sich die süßen Klassiker – gefüllt mit Marmelade, Powidl, Nougat oder Vanillecreme. Doch während Optik und Geschmack sofort überzeugen, bleibt eine entscheidende Frage meist unbeantwortet: Woher stammen eigentlich die Zutaten?

Am Faschingsdienstag erreicht der Krapfen-Konsum in Österreich seinen Höhepunkt

Faschingskrapfen zählen zu den verarbeiteten Lebensmitteln. Das bedeutet, dass die Herkunft der einzelnen Zutaten nicht verpflichtend gekennzeichnet werden muss. Wer beim Einkauf bewusst auf regionale Rohstoffe achten möchte, ist daher auf freiwillige Angaben angewiesen. Ohne entsprechende Hinweise auf der Verpackung bleibt oft unklar, woher Mehl, Eier oder Zucker tatsächlich stammen.

Orientierung durch das AMA-Gütesiegel

Eine gewisse Sicherheit bietet das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel. Es steht bei Backwaren unter anderem dafür, dass das verwendete Getreide aus Österreich kommt. Auch die Eier müssen heimischer Herkunft sein, Palmöl ist ausgeschlossen. Stammt die Marillenmarmelade nicht aus Österreich, muss das ausdrücklich gekennzeichnet werden. Allerdings gibt es weiterhin Zutaten – etwa Zucker –, deren Herkunft offenbleibt.

Versteckte Käfigeier möglich

Obwohl Käfighaltung in Österreich seit 2020 verboten ist, dürfen Käfigeier weiterhin importiert werden. Weltweit stammen Schätzungen zufolge mehr als 80 Prozent der vermarkteten Eier aus Käfighaltung. Auch innerhalb der EU sind sogenannte „ausgestaltete Käfige“ noch erlaubt, rund 40 Prozent der Legehennen werden dort gehalten. Für verarbeitete Produkte wie Krapfen kommen häufig Eipulver oder Flüssigei zum Einsatz – und dabei kann es sich um importierte Käfigeier handeln. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist das im fertigen Produkt nicht erkennbar.

Auch Mehl, Zucker und Marillen oft ohne Herkunftsangabe

Nicht nur bei Eiern fehlt häufig Transparenz. Auch die Herkunft von Mehl, Zucker und Marillenmarmelade bleibt bei vielen Faschingskrapfen unbekannt. Dabei ist Österreich bei Weizenmehl stark aufgestellt: Der Selbstversorgungsgrad liegt bei rund 88 Prozent, heimischer Weizen gilt international als qualitativ hochwertig. Der Faschingskrapfen ist aus der närrischen Zeit nicht wegzudenken. Wer jedoch Wert auf regionale Zutaten und transparente Herkunft legt, muss beim Kauf genau hinsehen. Ohne klare Kennzeichnung bleibt vieles im Verborgenen – und damit auch die Entscheidung für oder gegen bestimmte Produktionsweisen.