Insgesamt 178 mal nahm der inzwischen 77-Jährige den etwa dreistündigen mühsamen Fußmarsch vom Plöckenpass über die Grüne Schneid zum 2.200 m hoch gelegenen Eiskar-Gletscher auf sich. Mit dabei auch immer verschiedene Messgeräte, um damit den Zustand seines in den letzten Jahren schon in Agonie befindlichen kühlen „Patienten“ akribisch und wissenschaftlich aussagekräftig zu dokumentieren.
Familie, Freunde und Bergliebe im Mittelpunkt
„Meine Gailtaler Wurzeln und meine Liebe zur Bergwelt haben mir von Anfang an Kraft und Motivation für diese Tätigkeit gegeben“, resümierte Gerhard Hohenwarter am Sonntag-Nachmittag 1.März 2026 im Rahmen einer feierlichen Rückschau im Kreise seiner Familie sowie mit insgesamt etwa 80 Berg- und Sängerfreunden im Gasthof Alte Post in Feistritz/Gail.

Überraschung gelungen
LH Dr. Peter Kaiser zeichnete den pensionierten AHS-Lehrer, Sänger und langjährigen Gletschermesser mit dem Kärntner Lorbeer für ehrenamtliche Tätigkeit in Gold mit Brillanten aus. Kaiser kam mit der Ehrung für Hohenwarter völlig überraschend: „Ich hatte überhaupt keine Ahnung. Für mich ist die Auszeichnung eine große Wertschätzung“, sagte der Geehrte. Der Landeshauptmann zeigte sich stolz und froh darüber, einen Kärntner auszuzeichnen, der „sichtbar, hörbar und messbar viel für das Land getan hat“.
Zwischen Gesang und Gletschermessung
Hohenwarter habe mit Gesang Menschen zusammengebracht und dann mit seiner Gletschermesstätigkeit für wichtige Ergebnisse gesorgt. Den Antrag auf die Ehrung hat Landesrat Sebastian Schuschnig eingebracht, der Schüler Hohenwarters und auch mit ihm am Gletscher war. Kaiser richtete die besten Grüße seines Regierungskollegen aus, der für die Ehrung verhindert war. Hohenwarter erzählte noch, dass über 90 Prozent der mehr als 80 Anwesenden mit ihm im Eiskar waren. Mitgefeiert haben unter anderem Gerhard Lieb vom österreichischen Gletschermessdienst, Christian Stefan von der GeoSphere Austria, Sängerkollege Franz Mörtl und Sepp Lederer vom Österreichischen Alpenverein.

Faszination Gletscher
Der Geehrte wurde schon Anfang der 1970er-Jahre während einer Uni-Exkursion am Großglockner mit dem Gletschervirus infiziert. Anfang der 1990er-Jahre übernahm er schließlich die Längenmessung des Eiskargletschers in den Karischen Alpen, wo es bis dahin keine regelmäßige Messung gab. Von 1992 bis 2025 war Hohenwarter bis auf zwei Ausnahmen jedes Jahr bei den Messungen auf Österreichs südlichstem Gletscher mit dabei. Bis 2013 war er dafür hauptverantwortlich, dann übergab er an seinen Sohn Gerhard junior. Von Hohenwarters erstem Besuch im Eiskar 1981 bis zu seinem letzten Besuch 2025 waren es insgesamt 178 Besuche. Durch seine Messtätigkeit und Exkursionen wurde der Eiskargletscher einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Hohenwarter führte über Jahre auch die Längenmessung am Freiwandkees (Glocknergruppe) durch, war bei Gletschermessungen an der Pasterze dabei, beobachtete aus Eigeninteresse das Lassacher Kees unterhalb des Ankogels und stattete kleineren und unbekannten Gletschern wie dem Gartlkees in der Schobergruppe Besuche ab.

Begnadeter Sänger
Hohenwarter hat zudem jahrelang unter Gretl Komposch im Grenzlandchor Arnoldstein gesungen. Aus dem choreigenen Quintett gingen die „5 Gailtaler“ rund um Franz Mörtl hervor. Zusammen mit ein paar Gleichgesinnten baute Hohenwarter zudem ein Netzwerk von „Wildsängern“ auf, die sich regelmäßig zum Gasthaussingen treffen.

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(c) Hans Jost


















































