Im Spannungsfeld zwischen Technik und Natur

Arnoldstein / Schweiz -

Die Gailtaler Technikerin Katrin Lepuschitz aus Neuhaus bei Arnoldstein findet den Ausgleich zu ihrem Hightech-Beruf im Bergsport sowie bei Tanz und Musik.

Katrin Lepuschitz im Herbst 2025 in der Garnitzenklamm

Beim Exklusiv-Interview mit dem Gailtal Journal, erzählt die sportlich-attraktive 37-Jährige am Ende ihres Weihnachtsurlaubes in ihrem gemütlichen Elternhaus umfassend über ihr bisher interessantes, aber turbulentes Leben.

Beruf

Ihre Arbeit als technische Redakteurin im Schweizer Oerlikon-Konzern erklärt Katrin wie folgt: „Oerlikon ist weltweiter Marktführer für thermische Beschichtung von Metallen und Kunststoffen und bedient eine Vielzahl von Branchen, von der Luft- und Raumfahrt, über Automobilbau, Verteidigung, Energiewirtschaft und Medizintechnik bis hin zu Luxusgütern und Halbleitern. Am Standort Wohlen im Kanton Aargau gestalte ich seit 2023 Betriebsanleitungen für High-Tech-Maschinen und Anlagen. Das erfordert naturgemäß viel technisches Verständnis und Hintergrundwissen“.

Katrin gestaltet Betriebsanleitungen für Oerlikon- Maschinenanlagen

Ausbildung

Angesprochen auf ihren Werdegang schickt sie mit funkelnden Augen spontan voraus: „Unmittelbar nach der Matura am Gymnasium Villach St. Martin hatte ich vorerst, als deklarierter Freigeist, den Wunsch „…einfach weg und etwas Besonderes machen…“ Geopolitische Überlegungen zur rapid steigenden internationalen Bedeutung Chinas haben mich damals zum Sinologie-Studium geführt. Eines der sechs Semester habe ich in Venedig absolviert, mit anschließender erfolgreicher Bewerbung für ein Sprach-Stipendium in China. An dieses großartige Studienjahr in der Millionenstadt Xiamen, 500 km nordöstlich von Hong Kong, mit Campus direkt am Meer, werde ich mein Leben lang gerne zurückdenken. In diesem Jahr war ich schwerelos, und habe dort sogar als Englisch-Lehrerin für chinesische Kinder interessante Erfahrungen gemacht.“ Zurück in Wien war Katrin etwa fünf Jahre lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig und schloss ihr berufsbegleitendes Master-Studium „Umwelttechnik und internationale Beziehungen“ erfolgreich ab, wofür ihr auch der Wissenschaftspreis 2015 für „Recycling von Baurestmassen“ verliehen wurde. Damit aber noch nicht genug. Während der Zeit zwischen dem geplanten Umzug von Wien nach Kärnten absolvierte die strebsame Akademikerin von 2014–2016 nochmals berufsbegleitend das Masterstudium „Nachhaltige Energiesysteme“ an der FH Pinkafeld mit dem Titel Dipl. Ing. (FH), war die inzwischen weitgereiste Gailtalerin bis Ende 2019 im Industriebetrieb Mahle als Assistentin der Geschäftsführung und als Expertin in der Umwelt-Management-Abteilung tätig.

Wissenschaftspreis 2015

Alm-Sommer

Nach dem belastenden Corona-Jahr 2020 verspürte Katrin den unbedingten Wunsch nach mehr Freiheit, nach Outdoor, nach Bergen und Sport. Daraus entstand ein mental erfrischender Alm-Sommer auf der Obergailtaler Großfrondell-Alm als Helferin bei allen anfallenden Almarbeiten. Dadurch stabilisierte sich auch wieder die Motivation nach geregelter Büroarbeit, wie beispielsweise ihre engagierte Tätigkeit bei Firma Kostwein Klagenfurt ab November 2020 beweist. Im Sommer 2022 zog es Katrin neuerlich in die Berge, und zwar fünf Monate lang auf eine Schweizer Alm nahe Lausanne, nahe der Talstation des bekannten Skigebietes Glacier 3000. Unabhängig davon besuchte die strebsame Gailtalerin zwischen 2021 und 2023 immer wieder Tanzpädagogik-Ausbildungen in Köln und Italien, und hat diese Aktivitäten im Jahre 2024 offiziell als Tanzpädagogin abgeschlossen.

Resümee

„Meine weitere konkrete Lebensplanung wird sich vor dem Hintergrund vieler Erfahrungen und Überlegungen noch ergeben. Aber als Ausgleich zu meiner klar technisch strukturierten beruflichen Tätigkeit werden die Berge unserer Heimat, der Sport sowie Musik und Tanz auch weiterhin wichtige Säulen meiner Lebensqualität sein.