Praxisnahe Ausbildung stärkt Allgemeinmedizin
„Die angehenden Ärztinnen und Ärzte arbeiten während dieser Zeit im Durchschnitt 30 Stunden pro Woche an vier Tagen in der Lehrpraxis, was die Turnusausbildung qualitativ aufwerten soll. Das entspricht einem Beschäftigungsausmaß von 75 Prozent. Durchschnittlich können außerdem drei abteilungsübliche Dienste pro Monat im Stammkrankenhaus absolviert werden, dieses Dienstverhältnis bleibt also bestehen.“
Durch die verpflichtende Lehrpraxis soll die Allgemeinmedizin-Ausbildung gezielt gestärkt werden. „Wir schaffen damit nicht nur einen besseren Ausbildungsweg, sondern machen die Allgemeinmedizin auch als Berufsfeld attraktiver. Gerade für den ländlichen Raum ist das essenziell“, betont Prettner abschließend.
Einheitlicher Finanzierungsrahmen für Lehrpraxen gesichert
Vor einigen Jahren wurde ein bundesweit einheitlicher Finanzierungsrahmen für die Lehrpraxiszeit geschaffen. Prettner: „Der österreichweit einheitliche Kostenaufteilungsschlüssel schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten.“ Dieser sieht für 2025 vor: 25 Prozent der Kosten trägt der Bund, 25 Prozent übernimmt die Sozialversicherung, 25 Prozent das jeweilige Bundesland und 25 Prozent sind vom Lehrpraxis-Inhaber bzw. -Inhaberin selbst aufzubringen. Dieser Schlüssel reduziert sich in den kommenden Jahren zugunsten der öffentlichen Hand. Für Kärnten bedeutet das im heurigen Jahr: Bei durchschnittlichen Lohnkosten ergibt sich pro Ausbildungsplatz ein Landesanteil von rund 12.500 Euro. Geht man von einer Vollauslastung der jährlich 28 geplanten Stellen aus, liegt der Gesamtaufwand des Landes bei etwa 350.000 Euro. „Mit dieser Summe investieren wir gezielt in die ärztliche Versorgung von morgen – und sorgen dafür, dass junge Ärztinnen und Ärzte frühzeitig Erfahrungen im niedergelassenen Bereich sammeln“, sagt Prettner.