Rückgang der Verkehrstoten in Kärnten: VCÖ fordert weitere Maßnahmen

Kärnten/Österreich -

Während die Zahl der Verkehrstoten in Österreich im ersten Quartal 2025 gestiegen ist, konnte in Kärnten ein erfreulicher Rückgang verzeichnet werden. Laut der Mobilitätsorganisation VCÖ sank die Zahl der tödlichen Unfälle von vier im Vorjahr auf zwei. Damit weist Kärnten im Bundesländer-Vergleich die niedrigste Anzahl an tödlichen Verkehrsunfällen auf. Dennoch zeigt die Statistik, dass in den vergangenen zwei Jahren im zweiten Quartal um 55 Prozent mehr Verkehrstote zu beklagen waren als im ersten Quartal.

In Kärnten ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle im 1. Quartal zurückgegangen.

Gesamtentwicklung: Anstieg der Verkehrstoten in Österreich

Insgesamt sind in Österreich im ersten Quartal 2025 acht Menschen mehr bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen als im Vorjahr, womit die Gesamtzahl auf 62 gestiegen ist. Besonders betroffen ist Niederösterreich mit 21 Todesopfern. In Kärnten hingegen wurde der niedrigste Wert seit 2019 gemessen.Mit Blick auf die kommenden Monate betont der VCÖ die Notwendigkeit erhöhter Vorsicht im Straßenverkehr. In Kärnten ist das zweite Quartal erfahrungsgemäß unfallreicher, was unter anderem am zunehmenden Motorradverkehr liegt.

Handy am Steuer: Forderung nach strengeren Regeln

Ein wesentlicher Faktor für mehr Verkehrssicherheit ist laut VCÖ die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer. Ablenkung und Unachtsamkeit gehören zu den Hauptursachen tödlicher Unfälle. Besonders problematisch sei dabei die Nutzung von Mobiltelefonen am Steuer. “Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille”, warnt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Der VCÖ fordert daher, dass Handy am Steuer endlich in das Vormerksystem aufgenommen wird, wie es bereits in vielen EU-Ländern der Fall ist. Eine weitere Ursache schwerer Unfälle ist überhöhte Geschwindigkeit, insbesondere auf Freilandstraßen. 2023 kamen dort in Kärnten 15 Menschen ums Leben, 186 wurden schwer verletzt. Laut VCÖ könnte eine Reduktion der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf 80 km/h auf bestimmten Straßen die Zahl schwerer Unfälle verringern und Menschenleben retten.

Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet

Im Ortsgebiet könnte die Verkehrssicherheit mit Verkehrsberuhigung und einer Temporeduktion auf 30 km/h erheblich verbessert werden. Studien zeigen, dass das Risiko tödlicher Verletzungen bei einem Zusammenstoß mit 50 km/h vier- bis fünfmal höher ist als bei 30 km/h. Auch der Anhalteweg ist bei 50 km/h doppelt so lang. “Dort, wo Tempo 30 statt 50 eingeführt wurde, sind die Unfallzahlen und Verkehrstoten zurückgegangen”, betont Jaschinsky. Neben Verhaltensänderungen im Straßenverkehr sieht der VCÖ auch im Ausbau des öffentlichen Verkehrs eine Möglichkeit zur Reduzierung von Unfällen. Mehr Bahn- und Busverbindungen sowie Anrufsammeltaxis und Discobusse könnten besonders unter jungen Erwachsenen viele schwere Unfälle verhindern.