"Liadlan singen bei der alten Schmiede":

Saaker 5-Gsang lud zum Open air Konzert

Nötsch - Die alte Schmiede in Saak bei Nötsch galt gestern Abend bei lauen Sommertemperaturen als historischer Hintergrund für eine kulturelle Zeitreise. Der „Saaker 5-Gsang“ veranstaltete heuer bereits zum zweiten Mal ein musikalisches Lieder-Fest. Letztes Jahr gaben sie in der Mühle der Bäckerei Wiegele ihre Lieder und die ihrer hochkarätigen Gäste zum Besten. Durchs Programm moderierte Bildungswerk-Bezirksobfrau Mag. Annelies Wernitznig, die mit ihren Anekdoten den Charakter dieses Abends gekonnt wiederspiegelte.

Johannes Stichaller, Albert Binter, Uwe Rimmele, Johann Kuhn und Ernst Stupnik organisierten die gestrige Veranstaltung bei der alten Schmiede in Saak (Gde. Nötsch)
3500 Jahre ist die Schmiede im Ortskern von Saak bereits alt und kann auf eine intensive „Metallgeschichte“ zurückblicken. Ein wahrlich schönes Gebäude, das sich die Sänger zu Nutze gemacht und für die gelungene Reise ins Kulturgut weitere Freunde eingeladen haben: So reisten auch die Smrtnik Brüder aus Bad Eisenkappel, der Gemischte Chor St. Lorenzen, die Familienmusik Waldner, die Sängerrunde Thörl-Maglern und der 9-jährige Niko Kröll mit seiner Steirischen Harmonika an.
Eine fröhliche Sängerrunde sind die Freunde des „Saaker 5-Gsangs“

„Daham a poar Liadlan singan“

Die kleine Schmiede – ein historischer Schatz – ist zwar nicht mehr in Betrieb, aber seit vielen Jahren steht die Marktgemeinde Nötsch dafür ein, dass daraus ein kleines und feines Museum wurde und erhalten bleibt. Als Ehrengäste fanden sich ein: Bgm. DI Alfred Altersberger mit seiner Ehefrau Barbara, Vize-Bgm. Michael Rohr mit Gattin Petra, Pfarrer Anthony, Pfarrer Stanko Trap und Pfarrer i.R. Christian Moritz.

Die Smrtnik-Brüder

Aufgewachsen auf einem Bergbauernhof in Trögern, im Trögener Hochtal, ist das Quartett seit 1985 erfolgreich gesanglich vereint: Franc Jozef, Zdravko, Vladimir und Marjan begannen einst zu viert. Cousin Marko ist als Verstärkung einer Argientinienreise dazu gestoßen und seither bei der fröhlichen Sängerrunde geblieben. Das Markenzeichen der Sänger ist ihr positives Verhältnis zu ihrer Muttersprache und dem slowenischen Kulturgut. Sie vermitteln dies nicht nur mehr als authentisch auf der Bühne, ja! sie sprechen, zelebrieren und leben ihre Herkunft und Kultur. „Unser ländliche Raum hat es verdient, besser behandelt zu werden – lasst uns das Gemeinsame vor das Trennende stellen…“.
Anfangs war es ein Bubenquartett, bestehend aus vier Geschwistern. Ein Cousin verstärkte die Smrtnik Brüder und macht die Sängerrunde komplett

„Wenn die Volksgruppen verschwinden, hat Kärnten ein Juwel verloren“

Genau aus diesem Grund und dem gelebten Zusammenhalt vereinen sich die Sängerrunde Thörl-Maglern und der Saaker 5-Gsang und wirken gemeinsam. Sie sind nicht nur befreundet, auch ihr Stimmenpool harmoniert in gekonnter Weise.
Der Herrgott hörte gestern Abend beim „Singen bei der Schmiede“ zu

Familienmusik Waldner

Gerald Waldner ist nicht nur der Musikschuldirektor von Hermagor, er hat vielmehr seine Passion zum Beruf gemacht und auch gleich seine ganze Familie mit dem „Virus Musik“ angesteckt. So spielen seit vielen Jahren Tochter Stefanie und Sohn Armin in der Familienmusik mit und auch mit Mama Barbara haben sie nun tatkräftige Unterstützung erhalten.
So wie es die Zeit hergibt, wird bei Familie Waldner musiziert (Bärbel, Armin, Stefanie und Gerald Waldner)

Der Gemischte Chor St. Lorenzen

Gemischt sagt in diesem Zusammenhang schon sehr viel: Gerald Waldner hat es geschafft, viele Musiktalente zu vereinen und vor allem auch überwiegend die Jugend zum Singen zu motivieren. Dementsprechend haben sie auch moderne Lieder in ihrem klanglichen Repertoire.
Moderatorin und „Kulturkennerin“ Mag. Annelies Wernitznig weiß um das historische und musikalische Geschehen in der Region bestens bescheid und führte so gekonnt faszinierend durch den lauen Abend
Seit drei Jahren spielt er auf seiner Steirischen Harmonika: Niko Kröll

Mit Witz und Charm

Johannes Stichaller „Stichi“ seines Zeichen Postbeamter und „Vertrauensbeauftrager“ in der Gemeinde, bedankte sich bei allen Kulturliebhabern und Liederfreunden für das zahlreiche Erscheinen. „Unserem Martin Schwai gilt ein Vergelt´s Gott, dass du uns in unserem Tun fachlich begleitest.“ Für den Gärtner des Vertrauens Uwe Rimmele war es sein vorerst letztes Konzert. Er möchte sich in Zukunft noch verstärkter seiner Familie und seinem Beruf widmen. Wer somit beim lusten Saaker 5-Gsang mitwirken möchte, der darf sich gerne beim Obmann „Stichi“ melden.
Der Ortskern von Saak bei Nötsch wurde kurzerhand zum kulturellen Schauplatz und einer faszinierenden Zeitreise

Andenken

Auch das Gailtal Journal folgte der Einladung dankend und hat hier für euch eine Bildergalerie vom wahrlich gelungenen Chor-Konzert-Abend bei der Saaker Schmiede in der Marktgemeinde Nötsch im Gailtal zusammen gestellt: