Franz Assinger

Sasaka und Plentn

Egg - Ein Geheimnis für ein langes Leben. Das trifft zumindest auf Franz Assinger aus Micheldorf/Egg zu, der kürzlich seinen 100. Geburtstag gefeiert hat. Bemerkenswert ist seine noch geistige Frische.

Seine Enkel und Urenkel halten den Jubilar jung
Auf die Frage, wie er es hingekriegt hat, so alt zu werden, erzählt er uns sein Rezept: „Kein Alkohol, viel Obst und tägliche Gymnastik vor dem Aufstehen noch im Bett.“

Stets bemüht, selbstständig zu bleiben

„Wichtig ist es auch am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzuhaben und Ämter lange nicht abzugeben. Das hält meinen Geist wach. Einen hohen Stellenwert hat auch die Familie und dass ich noch immer in meinen eigenen vier Wänden wohnen kann. Es hilft mir bei der Orientierung, da mich seit drei Jahren das Augenlicht zu 90 Prozent verlassen hat. Ich bemühe mich aber trotzdem, im Haushalt vieles selbstständig zu machen. Nicht unerwähnt sind meine drei Enkel und vor allem die fünf Urenkel, die mich immer wieder aufbauen“.
Gefeiert wurde im Gemeinschaftshaus Egg

Frühstück genießen

Was der Jubilar besonders genießt ist das Frühstück. Assinger: „Dies kann auch eine Stunde dauern“. Dazu gehören als Getränke ein schwarzer Kaffee, ein Naturjoghurt und ein Himbeersaft. Dann als Speisen nur Roggenbrot mit Emmentaler Käse und Burgunderschinken. „Dieser darf nur vom Spar sein. Was noch fehlt ist der Sterz und ein Sasakabrot, denn das schmiert die Gelenke“, so Assinger. Der Berufsschuldirektor a. D. wurde am 4. Oktober 1919 in Kreuth/Mellweg geboren und absolvierte als junger Mann eine Tischlerlehre. Schon bald zog es Assinger als Geselle aber mit seinem Fahrrad in die Welt hinaus. Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst nach Fürnitz und später nach Villach.  

Kriegseinsatz hat sein Leben geprägt

Ganz jung und zwar 1939 musste Assinger zur deutschen Wehrmacht einrücken. Besonders von der Zeit in Norwegen kann der Jubilar noch heute über sämtliche Details stundenlang berichten. Er brachte es vom Ausbildner bis zum KFZ-Schirrmeister. Nach der Rückkehr 1945 vom Krieg war Assinger als Gendarm in Afritz tätig und durch seinen Eifer brachte er es schon bald bis zum Berufsschullehrer. Erst in Villach, dann in Hermagor, eine Zeit, in der er sein Herz an die Erna (1927-2012) verlor. Sie haben dann bald geheiratet und begannen ein Haus zu bauen. Nebenbei wurde auch eine Landwirtschaft betrieben und Gästezimmer vermietet.
Franz Assinger als junger Soldat

Berufsschule war eine „undichte“ Baracke

Den Beruf als Lehrer hat er sehr gerne ausgeübt und vielen im Tal sein Fachwissen weitergegeben. Einer seiner ältesten und ersten Schüler war Tischlermeister Georg Zimmermann aus Podlanig, der auch bei seiner Geburtstagsfeier als Gratulant anwesend war. Er bedankte sich, dass Assinger ihm für sein Leben sehr viel mitgegeben hat. „Im November als Tischlerlehrling begonnen, konnte ich bereits zu Weihnachten meinen Eltern eine Holzkassette schenken. Was ich nicht unerwähnt lassen will, war die Unterkunft und zwar nicht in einer Schule, sondern in einer Baracke. Wenn es geregnet hat mussten wir Kübel aufstellen, denn das Dach war nicht dicht. So haben wir unseren Unterricht gehabt und waren trotzdem zufrieden. Deshalb sage ich, die Zufriedenheit ist das Schönste im Leben“, so Georg Zimmermann.

Gemeinschaft kam nicht zu kurz

Der einstige Vizebürgermeister (10 Jahre) der damaligen Gemeinde Egg war immer bereit für die Gemeinschaft zu arbeiten und mitzuwirken. Vor allem für die Anliegen der Eggeralm hat er sich gemeinsam mit den Almobmännern über zehn Jahre eingesetzt. So wurde in seiner Zeit die Käserei umgebaut oder die Quellen auf italienischer Seite gefasst. „Der Franz war unser juristischer Beistand. Vor allem bei den Verhandlungen über die Überlandgrundstücke ging die Reise bis nach Wien zum ehemaligen Finanzminister Hannes Androsch“, so einer der ehemaligen Obmänner Ökonomie-Rat Hans Novak, der Assinger noch heute gerne einen Besuch abstattet.

58 Jahre Chef der Wasserversorgung

Bei der Wassergenossenschaft Micheldorf war Assinger nicht nur Gründungsmitglied, sondern 58 Jahre ein eifriger und gewissenhafter Obmann. Erst mit 91 Jahren übergab er sein Amt in andere Hände. Er war maßgeblich nach Trockenheit der alten Quelle auf der Suche neuer Wasserquellen und an der späteren Errichtung der neuen Wasserleitung beteiligt. „Es war sein Lebenswerk. Er hat damit die Wasserversorgung für Generationen sichergestellt, danke dafür in Namen aller Mitglieder“, so Obmann und StR. Günter Pernul.
Mit dem ehemaligen Almobmann ÖR Hans Novak gibt es noch heute eine gute Freundschaft

Beeindruckende Dankesrede

Gefeiert hat Assinger seinen Geburtstag im Gemeinschaftshaus in Egg. Geladen waren neben seiner Familie und Verwandten alle seine Nachbarn, Obmänner und Berufskollegen. Beeindruckend war seine Dankesrede, mit der der Jahrhundert-Jubilar – völlig frei erzählt – die Gästen mit zahlreichen Anekdoten aus seinem Leben zum Staunen brachte. Umrahmt wurde diese Feier von „Samy“ sowie einer kleinen Abordnung des BORG-Chores Hermagor unter der Leitung von Hans Hubmann.
Mit Sohn Harald, als einziges Kind