Welttag der Suizidprävention am 10. September: TelefonSeelsorge bietet Halt in dunklen Momenten

Kärnten -

Anlässlich des Welttages der Suizidprävention am 10. September 2025 ruft die Caritas Kärnten ihre TelefonSeelsorge (TS) in Erinnerung. Sie appelliert an alle Menschen mit seelischen Problemen, sich unter der kostenlosen Notrufnummer 142 Hilfe zu holen oder sich die Sorgen von der Seele zu tippen, denn Reden und Schreiben kostet nichts! Neu ist die Hilfe über die Messengerberatung.

Rund um die Uhr für Menschen in Not: Die TelefonSeelsorge bietet anonymen Halt in Krisenmomenten.

TelefonSeelsorge bietet Hilfe

Suizidalität ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch immer eines der größten Gesundheitsprobleme weltweit. Suizid ist auch oft Thema bei den Beratungen der TelefonSeelsorge der Caritas Kärnten. „Ich will nicht mehr leben. Alles, was mir wichtig ist, ist auf einmal weg. Am besten wäre, wenn auch ich weg wäre.“ So meldete sich ein Anrufer in den frühen Morgenstunden am Telefon. Seine Frau hat ihn verlassen und ist mit den Kindern ausgezogen. Für ihn ist damit sein ganzes Leben auf einmal zusammengebrochen. Der Versuch, diesen Verlust durch Alkohol zu kompensieren, scheiterte. „Menschen, die einen derartigen Verlust erleiden müssen, greifen oft zu Substanzen, um sich kurzfristig zu betäuben. Gelingt ihnen dies nicht mehr, brauchen sie eine andere Unterstützung – in Form von einem offenen Ohr, das ihr Leid anerkennt und ihnen Zuspruch gibt“, sagt Barbara Jenko als Leiterin der TelefonSeelsorge.

Niemand ist vor Suizidgedanken gefeit

Wenn alles ausweglos erscheint, tut es gut, jemanden zu haben, mit dem man offen und vorurteilsfrei sprechen kann. „Oft genügt es schon, anzuerkennen, dass diese Gedanken sein dürfen, dass es Momente gibt, in denen Enge vorherrscht und kein Weitblick mehr möglich ist, dass  Perspektivenlosigkeit und Verzweiflung überhandnehmen und Hilfe suchen, wie ein Marathon erscheint“, so Jenko. Auch wenn es Personengruppen mit einer stärkeren Tendenz zu Suizidgedanken gäbe, sei niemand – auf Grund von besonderen Lebensumständen und Schicksalsschlägen – vor dem Gedanken, das eigene Leben beenden zu wollen, gefeit.

Anonyme Hilfe für eine positive Wende

Wenn Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit besonders groß sind, erscheint die TelefonSeelsorge oft als einziges Fenster zur Welt. Sie ist seit vielen Jahren eine stille, offene und kraftvolle Helferin in der Krise. Rund um die Uhr, anonym und kostenlos sind Freiwillige für Menschen da, wenn es scheinbar keinen Ausweg mehr gibt. Durch die unkomplizierte Kontaktaufnahme via Telefon, Mail, Chat und Messenger können Frauen und Männer genau in diesen ausweglosen Momenten aufgefangen werden. Jede Sekunde, jedes Gespräch zählt. „Menschen werden gehört, mit ihren Lebensthemen und in ihrem Leid akzeptiert und durch diesen dunklen Moment der Verzweiflung getragen“, so Jenko. Suizidprävention in der TelefonSeelsorge bedeute, Betroffene in diesen einem Moment des präsenten Suizidgedankens zu erreichen und gemeinsam mit ihnen diesen schweren Moment zu überstehen. Ein offenes Ohr und ein verständnisvolles, tolerantes Gegenüber seien Teil der Erfolge der Suizidprävention.  

Wenn Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit besonders groß sind, erscheint die TelefonSeelsorge oft als einziges Fenster zur Welt. (c) Daniel Gollner/Caritas

Jugendliche suchen Halt

In der Onlineberatung der Telefonseelsorge schreiben sich gerade junge Menschen ihre Sorgen von der Seele, sei es in den Sofortchats, in der Mailberatung sowie seit Mai 2025 auch im neuen Kanal der Messengerberatung. Der Bedarf ist hoch. Bis Mitte August fanden beim Kärntner Team bereits 574 Onlineberatungen in allen drei Medien statt. Jenko: „Gerade nach belastenden Ereignissen wie den Amokläufen in Villach und Graz war spürbar, dass viele Jugendliche nach Orten gesucht haben, wo alle aufkommenden Gefühle Platz haben und nicht bewertet werden. Gleichzeitig war es den Mitarbeiter*innen der Onlineberatung auch wichtig, den Ratsuchenden zu vermitteln, dass solche Taten eine Ausnahmesituation darstellen und keinesfalls Alltag sind.“ Generell gäbe es viel Sicherheit in Österreich. Das Bewusstsein dafür gehe nach so tragischen Ereignissen jedoch oft verloren. In der Onlineberatung sind zwischenmenschliche Beziehungen das Hauptthema für die vorwiegend jungen Ratsuchenden, gefolgt von psychischer Gesundheit, Krankheit und auch Suizidalität.

Neue Mitarbeiter*innen gesucht

Unter der Notrufnummer 142 schenken aktuell rund 90 freiwillige und gut ausgebildete Mitarbeiter*innen rund um die Uhr den Hilfesuchenden ihr Ohr. Damit dieses Angebot gut fortbestehen kann, ist die TelefonSeelsorge auf der Suche nach neuen Freiwilligen. Der nächste Ausbildungskurs beginnt im Jänner 2026. Interessierte melden sich unter: telefon@caritas-kaernten.at.

Hier gibt es Hilfe

Rund um die Uhr-Telefonberatung unter der Notrufnummer 142
Onlineberatung via Chat, Mail und Messenger: 

https://chat.onlineberatung-telefonseelsorge.at/hc/de

www.facebook.com/TelefonSeelsorge142/;
https://www.instagram.com/telefonseelsorge142/

Durch die unkomplizierte Kontaktaufnahme via Telefon, Mail, Chat und Messenger können Frauen und Männer genau in diesen ausweglosen Momenten aufgefangen werden. (c) Daniel Gollner/ Caritas