Johanna Kronhofer wurde 1987 in Möllbrücke geboren und wuchs in Waidegg im Gailtal auf. Gemeinsam mit ihrem Bruder Johannes erlebte sie eine behütete Kindheit, die jedoch vom frühen Tod ihrer Mutter Claudia überschattet wurde. Ihr Vater Helmut, Zimmermann mit Leidenschaft, blieb ihr bis heute eine wichtige Stütze. Nach der Schulzeit im Internat in Udine, wo sie Sprache und Kultur Italiens kennenlernte, studierte sie Angewandte Kulturwissenschaft und Vergleichende Literaturwissenschaft. Berufliche Stationen führten sie zunächst nach Salzburg, ehe sie 2016 nach Kärnten zurückkehrte. Heute ist sie kaufmännische und administrative Leiterin der neuebuehnevillach, wo sie Budget, Organisation und Verträge mitverantwortet. Privat lebt sie mit ihrem Mann Christoph und Sohn Jonathan am Faaker See. Neben der Familie gehören Ausflüge in die Natur und der Besuch kultureller Veranstaltungen zu ihren liebsten Ausgleichsmomenten.
Gailtal Journal: Was bedeutet Ihnen Ihre Verwurzelung im Gailtal?
Johanna Kronhofer: Durch mein Aufwachsen im Gailtal haben Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und das Gefühl von Gemeinschaft einen besonderen Stellenwert für mich. Besonders nach dem Brand unseres Elternhauses 2020 habe ich erlebt, wie stark dieses Miteinander trägt.

Wie sind Sie zur neuebuehnevillach gekommen?
Über befreundete Kolleginnen erfuhr ich von einer freien Stelle. Nach einem Gespräch mit Intendant Michael Weger war mir sofort klar: Die neuebuehnevillach sollte mein berufliches Zuhause werden – und zum Glück beruhte dieses Gefühl auf Gegenseitigkeit.
Was ist für Sie die größte Herausforderung im Theateralltag?
Im Theater läuft vieles parallel, jede Entscheidung wirkt sich auf andere Bereiche aus. Die größte Herausforderung ist, den Überblick zu behalten, Prioritäten zu setzen und trotzdem Raum für Unvorhersehbares zu lassen.
Wie bringen Sie wirtschaftliche Verantwortung und künstlerische Freiheit in Einklang?
Das gelingt nur im offenen Dialog. Klare Rahmenbedingungen schaffen Vertrauen – und daraus wächst kreative Freiheit. Begrenzte Mittel können sogar neue Ideen freisetzen. Wichtig ist, nachhaltige Finanzierungsmodelle zu entwickeln und die Szene stärker zu vernetzen.

Welche Zukunft wünschen Sie sich für die neuebühnevillach?
Ich wünsche mir, dass wir als lebendiges Gegenwartstheater nah am Publikum bleiben und neue Formen finden. Besonders wichtig ist mir, junge Menschen für das Theater zu begeistern und ihnen eine analoge Ergänzung zur digitalen Welt zu bieten.“









































