Kärntner Landtag: Ehrenamt bei öffentlichen Vergaben stärker berücksichtigen

Kärnten -

Der Kärntner Landtag beschäftigt sich in seiner heutigen Sitzung mit einem Antrag, der Unternehmen, die ehrenamtliches Engagement ihrer Mitarbeiter:innen fördern, bei öffentlichen Vergaben des Landes stärker berücksichtigen soll. Initiator des Antrags ist SPÖ-Klubobmann-Stellvertreter Luca Burgstaller gemeinsam mit den Abgeordneten Stefan Sandrieser und Manuela Lobnik.

Burgstaller: Vergabepraxis des Landes anpassen: Unternehmen, die Ehrenamt fördern, haben Pluspunkte bei öffentlichen Vergaben verdient

Ehrenamtliches Engagement als unverzichtbare Säule der Gesellschaft

Laut Angaben der Landesregierung leisten rund 140.000 Kärntner Ehrenamtliche jährlich etwa 35 Millionen Stunden für das Gemeinwohl. „Die Ehrenamtlichen übernehmen Verantwortung in zentralen Bereichen wie Feuerwehr, Katastrophenschutz oder bei Großschadensereignissen und sichern damit das Funktionieren des gesellschaftlichen Lebens“, betont Burgstaller. Nicht nur private Bürger:innen tragen zum Ehrenamt bei, sondern auch Unternehmen leisten einen wichtigen Beitrag. Beispielsweise erlauben manche Betriebe ihren Mitarbeiter:innen, während der Arbeitszeit für Einsätze der Feuerwehr auszurücken oder an Fortbildungen im Bereich Katastrophenschutz teilzunehmen. „Auch hier braucht es Wertschätzung und Anerkennung“, so Burgstaller.

Antrag auf Anpassung der Vergaberichtlinien

Der Antrag der SPÖ-Abgeordneten fordert die Kärntner Landesregierung auf, Betriebe, die ehrenamtliches Engagement fördern, bei öffentlichen Vergabeverfahren besonders zu berücksichtigen. Ziel sei es, „einen positiven Anreiz zu schaffen, ehrenamtliches Engagement zu unterstützen, ohne neue Bürokratien zu schaffen“, heißt es in der Begründung. Dafür sollen die Vergaberichtlinien des Landes evaluiert und angepasst werden. Im zuständigen Ausschuss sollen die Grundlagen dafür zeitnah erarbeitet werden.

Betriebe als Partner des Ehrenamts

Der Vorschlag soll Unternehmen, die die freiwillige Arbeit ihrer Mitarbeiter:innen aktiv mittragen, stärker in den Fokus rücken. Ein Beispiel ist die Freiwillige Feuerwehr: Mitarbeitende, die während der Arbeitszeit zu Einsätzen ausrücken oder für Fortbildungen freigestellt werden, sollen künftig Vorteile bei öffentlichen Vergaben genießen.

Burgstaller betont: „Unternehmen, die das Ehrenamt ihrer Mitarbeiter:innen unterstützen, leisten damit einen indirekten, aber wesentlichen Beitrag zum Gemeinwohl.“