Aichlseder: Impulse für den Fahrzeughandel dringend notwendig

Kärnten -

Hohe Insolvenzgefahr, langfristige Folgen: Das sind die Ergebnisse einer aktuelle Wirtschaftskammerumfrage unter den Fahrzeughändler. Jetzt verlangt die Branche externe Kaufanreize.

Mit voller Wucht trifft die Corona-Krise auch den Fahrzeughandel. „Mehr als 80 Prozent der Händler bewerten die Frequenz in den Schauräumen und die Neugeschäftsentwicklung schlecht oder eher schlecht. Das ist für eine Branche mit geringen Margen und niedrigen Eigenkapitalquoten existenzbedrohend“, warnt Hubert Aichlseder, Gremialobmann des Kärntner Fahrzeughandels.

32.000 Mitarbeiter von möglicher Arbeitslosigkeit betroffen


Österreichweit weisen laut KMU-Forschung über 3.500 Fahrzeughändler mit rund 32.000 Mitarbeitern eine Eigenkapitalquote von unter 8 % auf. Überwiegend fremdfinanzierte Fahrzeugbestände können jetzt nicht umgeschlagen werden und verlieren jeden Monat an Wert. Der Corona-Hilfsfonds zur unterstützenden Deckung von Fixkosten greift nicht. „Hier wird ein Wertverlust von mindestens 50 Prozent vorausgesetzt. Der Fahrzeughandel fällt somit trotz desaströser absoluter Zahlen durch den Rost. Betriebe und Arbeitsplätze sind akut gefährdet“, unterstreicht Aichlseder.

219 Millionen Euro Zusatzkosten binnen 4 Monaten


Eurotax Österreich hat die zusätzlichen Kosten analysiert, die durch den Wertverlust der angebotenen Fahrzeuge und durch längere Standzeiten entstehen. Ausgewertet wurden die Daten für den Zeitraum 16.3. bis 13.4. Verbunden mit einer Hochrechnung bis Mitte Juli fallen für Österreichs Fahrzeughändler innerhalb von vier Monaten Mehrbelastungen in Höhe von 219 Millionen Euro an. „Diese Größenordnung kann die ohnehin angeschlagene Branche ohne zusätzliche Impulse nicht zu stemmen“, betont Aichlseder.

Externe Impulse dringend erforderlich


Um das Kaufinteresse zu wecken und den Fahrzeughandel rasch wiederzubeleben, sind laut Aichlseder externe Impulse unumgänglich. „Eine Corona-Ökoprämie könnte die Lage ebenso entschärfen wie eine Ausgleichszahlung für die Wertminderung von Fahrzeugen. Die Politik ist gefordert“, betont Aichlseder. Der Gremialobmann geht davon aus, dass sich die ökologische Erneuerung des Fahrzeugbestandes durch die Corona-Krise zeitlich deutlich nach hinten verzögert: „Die Menschen werden ihre Fahrzeuge künftig eher reparieren lassen, anstatt sich ein neues Auto mit weniger CO2-Ausstoß anzuschaffen.“