Spezielle Geräte und Kenntnisse
Ziel ist es, die Hilfs- und Einsatzkräfte mit den neuen Tunnelanlagen und Einrichtungen so vertraut wie möglich zu machen. Die Übungen dienen außerdem dazu, Abläufe zu testen und das Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzorganisationen zu gewährleisten. Auch spezielle Gerätschaften und Fahrzeuge kommen dabei zum Einsatz: Am Programm stehen unter anderem Testfahrten mit dem ÖBB „Servicejet“ – ein Rettungszug der neuesten Generation. Er kann beispielsweise einen doppelten Railjet abschleppen, rund 300 Personen evakuieren, verfügt über Löschwassertanks mit 40.000 Litern und hat eine Schutzbelüftung. Darüber hinaus wird auch der Einsatz von Drohnen im Tunnel getestet. Sie sollen die Lage schnell erkunden und Bilder in Echtzeit zur Einsatzleitung übertragen.
Einer der sichersten Tunnel der Welt
Die Übungen sind ein wichtiger Teil des umfassenden Sicherheitskonzeptes entlang der Koralmbahn. Insgesamt flossen rund 15 Prozent der gesamten Investitionskosten in die Sicherheit. Dazu zählen Notausgänge, Löschwasserleitungen, Belüftungen, Notrufsäulen, Branddetektoren, Zufahrtsmöglichkeiten für Einsatzkräfte und Kommunikationssysteme. Speziell der Koralmtunnel gehört mit seinen zwei Röhren zu dem modernsten und sichersten Eisenbahntunnel der Welt. In der Tunnelmitte wurde zwischen den beiden Fahrtunnel eine rund einen Kilometer lange dritte Röhre als unterirdischer Evakuierungs- und Rettungsbereich errichtet. Dort können Fahrgäste im Anlassfall auf Einsatzkräfte und Rettungszüge warten, die auf beiden Seiten stationiert sind.

Europaweites Zugsicherheitssystem
Ein weiteres Kernstück des Sicherheitskonzeptes ist das Zugsicherheitssystem ETCS (European Train Control System). Es kontrolliert u.a. die Zuggeschwindigkeit, die Gleisbelegung, die Zugabstände und ist europaweit einheitlich. Zusätzlich sorgen Prüfeinrichtungen vor Einfahrt in den Tunnel dafür, dass alle Züge auf technische Defekte wie zum Beispiel überhitzte Bremsen überprüft werden. Weiters ist der Koralmtunnel so ausgestattet, dass er immerzu mit Strom versorgt wird. Fällt in einem Bundesland die Stromversorgung aus, kann er von anderer Seite weiter versorgt werden. Fällt bei beiden Bundesländern der Strom aus, überbrückt eine Blackout-Vorsorge. Im Tunnelinneren sind darüber hinaus alle maßgeblichen Anlagenteile doppelt verbaut.
In 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt
Die Koralmbahn zwischen Graz und Klagenfurt ist Teil der neuen Südstrecke und eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Europas. Ihr Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel. Nach der Inbetriebnahme am 14. Dezember 2025 verkürzt sich die schnellste mögliche Verbindung zwischen den Landeshauptstädten auf rund 45 Minuten.
