Kärntens Seilbahnen investieren 53 Millionen Euro in den Wintertourismus

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Kärnten -

Neue Bergbahnen, familienfreundliche Skipassangebote und gezielte Nachwuchsförderung: Kärntens Seilbahnbranche investiert rund 53 Millionen Euro in die Wintersaison 2026/27. Nach rund 3,3 Millionen Skifahrern im vergangenen Winter stehen die Modernisierung der Infrastruktur, leistbarer Wintersport und die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte im Mittelpunkt. Auch die Koralmbahn soll die Erreichbarkeit der Skigebiete verbessern.

Hansjörg Pflauder, Alexandra Bresztowanszky, Marco Möderndorfer, Manuela Wastl und Josef Bogensperger jun. informierten bei der Pressekonferenz

Kärntens Seilbahnunternehmen bereiten sich mit umfangreichen Investitionen auf die Wintersaison 2026/27 vor. Insgesamt fließen rund 53 Millionen Euro in neue Aufstiegshilfen, Beschneiungsanlagen, Energieeffizienz und mehr Komfort für die Gäste. Nach rund 3,3 Millionen Skifahrern im vergangenen Winter blickt die Branche zuversichtlich auf die kommende Saison.

Investitionen sichern die Zukunft des Wintertourismus

„Unsere Seilbahnen sind das Rückgrat des Kärntner Wintertourismus und ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für viele Regionen“, betont Josef Bogensperger jun., Obmann der Fachgruppe Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Kärnten. Von einer erfolgreichen Wintersaison profitierten neben den Bergbahnen auch Hotellerie, Gastronomie, Handel und zahlreiche Dienstleistungsbetriebe. Zu den wichtigsten Projekten zählen die neue 6er-Sesselbahn Tressdorfer Almbahn am Nassfeld und die neue 10er-Gondelbahn Kanzelbahn II auf der Gerlitzen Alpe. Auf der Turracher Höhe wird der Engländerlift erneuert, während das WinterWonderLand sein Erlebnisangebot erweitert. Die Simonhöhe erhält einen neuen Zauberteppich. Weitere Investitionen betreffen die Beschneiung, die Pistenpräparierung und den energieeffizienten Betrieb der Anlagen. Für Bogensperger sind diese Maßnahmen entscheidend, um Qualität, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Familienangebote sollen Skifahren leistbar halten

Die Skipasspreise steigen in der kommenden Saison durchschnittlich um drei bis fünf Prozent. Während Tageskarten in großen Skigebieten bis zu 73 Euro kosten, bieten kleinere Skigebiete weiterhin günstigere Alternativen. Eine wichtige Rolle spielt auch der Kärntner Skipass, der Zugang zu 31 Skigebieten in Kärnten und Osttirol mit insgesamt 845 Pistenkilometern und 262 Liftanlagen ermöglicht. Besonders gefragt sind Familienpakete. Laut Hansjörg Pflauder, Vorstand der Bergbahnen Bad Kleinkirchheim und gemeinsam mit Christian Krisper, Vorstand der Bergbahnen Nassfeld, für die Geschäfte des Kärntner Skipasses verantwortlich, entwickelt sich der Online-Super-Vorverkauf stabil mit leichter Wachstumstendenz. Zum Stichtag 1. November 2026 wird ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr erwartet. Rund 92 Prozent der Käufer stammen aus Österreich, überwiegend aus Kärnten; weitere wichtige Herkunftsmärkte sind Slowenien und Deutschland. 

Kleine Skigebiete fördern den Nachwuchs

Neben den großen Skigebieten kommt den kleinen und mittleren Anlagen eine besondere Bedeutung zu. Sie bieten Familien, Anfängern, Wiedereinsteigern und älteren Gästen überschaubare Bedingungen und ermöglichen vielen Kindern die ersten Erfahrungen auf Skiern. Gleichzeitig stärken sie die regionale Wirtschaft, sichern Arbeitsplätze und unterstützen Gastronomie, Skischulen sowie Beherbergungsbetriebe. „Die Stärke unserer kleineren Skigebiete liegt nicht in möglichst vielen Pistenkilometern, sondern in einem unkomplizierten und entspannten Skierlebnis“, erklärt Alexandra Bresztowanszky, Sprecherin der kleinen Kärntner Skigebiete und Geschäftsführerin der Hochrindl Lifte. Gerade für Familien sei es wichtig, dass Kinder ihre ersten Schwünge in einem überschaubaren Umfeld üben könnten.

Gratis auf die Piste: Skispaß für Schulkinder

Um den Zugang zum Wintersport zusätzlich zu erleichtern, setzen Kärntens Seilbahnen auch auf Schulaktionen. Von 11. bis 15. Jänner 2027 können Kinder der dritten und vierten Volksschulklassen im Rahmen eines offiziellen Schultages kostenlos Ski fahren. Für Schulskikurse zahlen Volksschulkinder 24 Euro für drei Tage, ab der fünften Schulstufe kostet ein fünftägiger Kurs 60 Euro. Mit diesen Angeboten sollen möglichst viele Kinder unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien Zugang zum Wintersport erhalten. „Gerade über Schulen und Schulskikurse können wir den Einstieg erleichtern und Kindern zeigen, wie viel Freude Bewegung im Schnee machen kann“, sagt Bresztowanszky.

Koralmbahn verbessert die Erreichbarkeit 

Neue Perspektiven für den Wintertourismus eröffnet auch die Koralmbahn, die seit Dezember 2025 Graz und Klagenfurt in rund 41 Minuten verbindet. Von Graz nach Villach beträgt die Fahrzeit rund 65 Minuten. Dadurch wird die öffentliche Anreise aus der Steiermark attraktiver. Besonders günstig ist die Bahnanbindung für die Gerlitzen Alpe: Der Bahnhof Annenheim liegt direkt bei der Talstation. Die bessere Erreichbarkeit ergänzt die Investitionen in die Infrastruktur und die familienfreundlichen Angebote der Kärntner Skigebiete. Für die Seilbahnbranche bleibt es entscheidend, moderne Anlagen, wirtschaftlich tragfähige Betriebsmodelle, leistbare Angebote und qualifizierte Mitarbeiter miteinander zu verbinden. „Unser Ziel ist es, den Wintersport in Kärnten langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln. Dazu gehören wirtschaftlich gesunde Betriebe, moderne Infrastruktur, leistbare Angebote und vor allem qualifizierte Mitarbeiter“, fasst Bogensperger zusammen. Mit Investitionen von rund 53 Millionen Euro, gezielten Maßnahmen zur Nachwuchsförderung und einer verbesserten öffentlichen Erreichbarkeit will Kärntens Seilbahnbranche ihre Position als wichtiger Bestandteil des regionalen Tourismus und der Wirtschaft weiter stärken.