Mehr Lkw-Verkehr auf den Autobahnen: Anstieg sorgt für hohe Straßenbelastung

Kärnten -

Auf Kärntens Autobahnen waren im Jahr 2025 deutlich mehr Lkw unterwegs als im Jahr 2024, wie eine Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Besonders stark frequentiert sind die A2 Südautobahn bei Pörtschach mit rund 4.600 Lkw pro Tag und die A10 Tauernautobahn bei Spittal an der Drau mit mehr als 4.200 Lkw pro Tag. Die hohe Lkw-Belastung wirkt sich stark auf die Straßen aus: Ein 26-Tonnen-Lkw mit drei Achsen belastet die Straßen so stark wie 26.000 Pkw, ein 40-Tonnen-Lkw mit fünf Achsen sogar wie 32.000 Pkw, betont der VCÖ.

Ein 40-Tonnen-Lkw mit fünf Achsen belastet Straßen so stark wie 32.000 Pkw.

Zunahmen und Rückgänge im Vergleich zu 2024

Bei 16 von 23 Zählstellen auf Kärntens Autobahnen nahm der Lkw-Verkehr im Vergleich zum Vorjahr zu, bei sieben Zählstellen war ein Rückgang zu verzeichnen. Besonders stark frequentiert sind dabei die A2 bei Pörtschach und Krumpendorf, wo jeweils knapp über 1,5 Millionen Lkw in den ersten elf Monaten unterwegs waren – rund 380.000 mehr als im gleichen Zeitraum 2015. Auf der A10 bei Spittal an der Drau stieg die Zahl auf knapp 1,42 Millionen Lkw (+280.000 im Vergleich zu 2015) und auf der A11 beim Karawankentunnel auf 570.000 Lkw (+fast 100.000).

Straßenschäden und mögliche Entlastungen

Der hohe Lkw-Verkehr verursacht erhebliche Straßenschäden. „Mehr Straßenschäden bedeuten mehr Baustellen, höhere Kosten und mehr Staus. Wenn es gelingt, die Effizienz im Lkw-Verkehr zu erhöhen und dort, wo möglich, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern, entlastet das die Straßen“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung

Um den Lkw-Verkehr zu reduzieren, sind unter anderem mehr betriebliche Gleisanschlüsse sowie EU-weite Maßnahmen, wie eine höhere Mindestmaut, wirksam. Auch das Konsumverhalten beeinflusst den Verkehr: Regionale Produkte, langlebige Waren statt Wegwerfprodukte sowie die Vermeidung von Lebensmittelabfällen können Transporte verringern. Allein die österreichischen Haushalte verursachen rund 630.000 Tonnen vermeidbare Lebensmittelabfälle pro Jahr. Bei einer durchschnittlichen Beladung von 18 Tonnen pro Lkw entspricht das einer etwa 500 Kilometer langen Lkw-Kolonne – so weit wie von Klagenfurt nach Mailand.

Lkw-Aufkommen auf Kärntens Autobahnen im Überblick

  • A2 Pörtschach Ost: 1,54 Millionen Lkw (+0,8 %)

  • A2 Krumpendorf: 1,53 Millionen Lkw (+0,8 %)

  • A10 Spittal an der Drau: 1,42 Millionen Lkw (+0,2 %)

  • A2 ASt Klagenfurt Nord: 1,42 Millionen Lkw (+0,1 %)

  • A2 Maglern: 1,41 Millionen Lkw (+2,0 %)

  • A10 Oberallach: 1,30 Millionen Lkw (+3,9 %)

  • A2 St. Andrä im Lavanttal: 1,34 Millionen Lkw (+0,2 %)

  • A11 St. Ulrich: 0,63 Millionen Lkw (-0,6 %)

  • A11 Karawankentunnel: 0,57 Millionen Lkw (+0,4 %)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2026