Stickoxide verursachen Todesfälle

Kärnten - Laut EU-Umweltagentur verursachen Stickoxide bis zu 1.200 Todesfälle in Österreich pro Jahr! Erschreckend: Klagenfurt leidet an zu hoher Stickoxid-Belastung. VCÖ fordert rasche Abschaffung des Dieselprivileges.

Laut aktueller Studie der Europäischen Umweltagentur verursacht Luftverschmutzung in Österreich rund 7.500 vorzeitige Todesfälle pro Jahr. Allein Stickstoffdioxid verursacht 1.200 Todesfälle. Der VCÖ weist darauf hin, dass Dieselabgase die Hauptverursacher von Stickstoffdioxid sind. In Kärnten wurde im Vorjahr in Klagenfurt der Stickstoffdioxid Grenzwert überschritten. Der VCÖ fordert die Abschaffung der Steuerbegünstigung von Diesel-Treibstoff und die Nachrüstung der Schmutz-Diesel Pkw mit einer funktionierenden Abgasreinigung.

Dieselboom

„Der Dieselboom hat Österreich dem Klimaziel keinen Meter näher gebracht, aber vielen Städten große Probleme mit der Luftqualität beschert“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen zur aktuellen Studie der Europäischen Umweltagentur fest. Laut Europäischer Umweltagentur verursacht Stickstoffdioxid in Österreich rund 1.200 vorzeitige Todesfälle. Hauptverursacher der Stickoxide sind Dieselabgase. Auch in Kärnten wird der Stickoxidoxid-Grenzwert überschritten: Im Vorjahr war die Belastung Klagenfurt zu hoch, berichtet der VCÖ.

Schlechte Luft

Einerseits sorgt der zunehmende Lkw-Verkehr für schlechte Luft, aber auch die hohe Anzahl von Dieselautos, die in Kärnten unterwegs sind. Rund 58 Prozent der Pkw mit Kärntner Kennzeichen fahren mit Diesel, macht der VCÖ aufmerksam. Dazu kommen noch die Diesel-Pkw aus anderen Ländern, die durch Kärnten durchfahren. Mit dem Dieselskandal wurde allgemein bekannt, dass die Abgasreinigung bei vielen Diesel-Pkw nur am Prüfstand optimal funktioniert.

Doppelt so viel wie ermittelt

Für Österreich liegen Daten vor: Demnach sind 1,07 der 2,78 Millionen Diesel-Pkw so genannte Schmutz-Diesel, die beim Fahren auf der Straße mehr als doppelt so viele Stickoxide ausstoßen wie am Prüfstand ermittelt wurde. Messungen haben gezeigt, dass Dieselautos der Abgasklasse Euro 5 im Schnitt mehr Stickoxide auf der Straße ausstoßen als die älteren Euro 3 und Euro 4 Modelle. Bei den neueren Euro 6 Modellen stoßen jene, die vor dem neuen Prüfverfahren RDE auf den Markt kamen, auf der Straße rund sechs Mal so hohe Stickoxidmengen aus wie der Grenzwert für das Prüfverfahren festschreibt.

Konsequenzen

Der VCÖ fordert aufgrund der neuen Daten der EU-Umweltagentur Konsequenzen. So ist die steuerliche Begünstigung von Dieseltreibstoff rasch abzuschaffen. Derzeit ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Eurosuper. „Dass jener Treibstoff, der große Gesundheitsschäden anrichtet, steuerlich begünstigt wird, ist ein Fehler aus der Vergangenheit, den die Bundesregierung im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung nun rasch korrigieren sollte“, betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Emission reduzieren

Um die Emissionen des Personenverkehrs zu reduzieren, sind das öffentliche Verkehrsangebot sowie die Rad-Infrastruktur verstärkt auszubauen. Handlungsbedarf sieht der VCÖ auch beim innerstädtischen Gütertransport. Innerstädtische Lieferdienste sind verstärkt auf Elektro-Transporter und Cargo-Bikes umzustellen. Durch den boomenden Online-Handel verschmutzen  zunehmend mehr Diesel-Kleintransporter die Luft. Darüber hinaus sind die Schmutz-Diesel auf Kosten der Hersteller rasch mit einer funktionierenden Abgasreinigung nachzurüsten. Mit der sogenannten Hardware-Nachrüstung können die Schadstoffemissionen deutlich reduziert werden.    

Mobilität mit Zukunft

    Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen. Der VCÖ wurde im Jahr 1988 gegründet.