SUV-Boom in Kärnten: Zahl der Neuzulassungen erreicht Rekordniveau

Bezirk Hermagor/ Kärnten -

Im Jahr 2025 wurden in Kärnten laut VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria 53 Prozent aller neu zugelassenen Pkw als SUVs (Sport Utility Vehicle/Sport-Nutzfahrzeug) registriert. Im Bezirk Hermagor lag der Anteil bei 64 Prozent. Jeder zweite SUV verfügte über einen Hybridantrieb, darunter auch Plug-in-Hybride, die über das Stromnetz geladen werden können.

In Kärnten war im Vorjahr bereits jeder zweite Neuwagen ein SUV

Starkes Wachstum bei Neuzulassungen

Insgesamt stieg die Zahl der neu zugelassenen Pkw in Kärnten im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent. Besonders die SUV lagen mit einer Zunahme von 31 Prozent über dem Durchschnitt. Mit insgesamt 8.266 neu zugelassenen SUVs wurden so viele Fahrzeuge wie noch nie in Kärnten registriert. VCÖ-Experte Michael Schwendinger erklärt: „Auch kleinere SUVs benötigen in der Regel mehr Energie zum Fahren als herkömmliche Pkw. Große SUVs verursachen zudem nicht nur wegen ihrer Größe Probleme.“ Schwendinger fordert die EU auf, Hersteller zu verpflichten, mehr kleinere, schlankere und energiesparende Modelle auf den Markt zu bringen, da „das Angebot die Nachfrage bestimmt“.

SUVs dominieren auch bei alternativen Antrieben

Von den neu zugelassenen SUVs in Kärnten sind 53 Prozent Hybridfahrzeuge, darunter 14 Prozent Plug-in-Hybride, die über das Stromnetz aufgeladen werden können. Allerdings weist der VCÖ auf ein Problem hin: Der reale Spritverbrauch von Plug-in-Hybriden liegt oft deutlich über den Herstellerangaben, was den CO2-Ausstoß stark erhöht. Drei Viertel dieser Plug-in-Hybride sind SUVs. Auch bei Elektroautos ist der SUV-Anteil hoch: Jeder fünfte SUV fährt elektrisch, und sechs von zehn neu zugelassenen Elektrofahrzeugen sind SUVs. Schwendinger warnt: „Mit zunehmendem Gewicht steigt auch der Verbrauch bei E-Autos. Das erschwert es Österreich, schneller 100 Prozent erneuerbare Energie im Strommix zu erreichen.“

Sparsamkeit dringend erforderlich

Nicht nur bei SUVs, sondern auch bei klassischen Benzin- und Dieselautos sei deutlich mehr Sparsamkeit notwendig, so der VCÖ. Neue Benzin-Pkw verbrauchen laut Statistik Austria im Schnitt 5,5 Liter pro 100 Kilometer, Diesel-Pkw sogar 6,2 Liter. Schwendinger macht deutlich: „Ein Mehrverbrauch von nur zwei Litern auf 100 Kilometer kostet bei 100.000 Kilometern rund 3.000 Euro zusätzlich.“ Besonders problematisch sei auch die Steuerbegünstigung für Diesel: Der CO2-Ausstoß der neuen Diesel-Pkw liegt im Schnitt 14 Prozent höher als bei Benzin-Pkw, was die Vorteile der steuerlichen Begünstigung infrage stellt.