Wohlgeordneter Generationenwechsel: Meinrad Höfferer folgt Michael Stattmann

Kärnten -

 Mit Michael Stattmann geht ein jahrzehntelang leidenschaftlicher Wegbegleiter des Wirtschaftsstandortes Kärnten in den (Un)Ruhestand. Der gelernte Jurist begann nach dem Studium in Graz in der Kärntner Wirtschaftskammer, wechselte als Geschäftsführer zur Industriellenvereinigung und wurde vom damals neuen Präsidenten Franz Pacher Ende der Neunziger Jahre als Direktor in die Wirtschaftskammer zurückgeholt.

Michael Stattmann übergibt seine Agenden als Direktor der Wirtschaftskammer Kärnten an Meinrad Höfferer

Er modernisierte gleich zu Beginn die internen Strukturen und baute das Unternehmerservice sukzessive aus. Mit Kampagnen wie dem „Strompool“ gegen zu hohe Strompreise, „Saure Zitronen“ gegen Abgabenerhöhungen oder dem „Tag der Arbeitgeber“ für die höhere gesellschaftliche Wertschätzung von Unternehmen sowie durch eine akzentuierte Interessenvertretung gegenüber der damaligen Landespolitik — beispielsweise gegen einen zusätzlichen arbeitsfreien Landesfeiertag am 10. Oktober — gestaltete Michael Stattmann die Rahmenbedingungen der Kärntner Wirtschaft maßgeblich mit.

Präsident Jürgen Mandl würdigte den scheidenden Direktor im Rahmen der heutigen Präsidialsitzung in bewegenden Worten: „Ohne Direktor Stattmann und seine unermüdliche Überzeugungskraft, dass nur Unternehmen Arbeit, Einkommen und Wohlstand schaffen, würde der Wirtschaftsplatz Kärnten nicht stehen, wo wir heute sind.“

Generationswechsel

Im Zuge eines wohlgeordneten Generationenwechsels rückt ab 1. November Meinrad Höfferer (42) nach, der wichtige Kammerbereiche bereits seit Juli 2020 stellvertretend leitet. Seine Sporen verdiente sich der Internationalisierungsexperte als Leiter der Abteilung Außenwirtschaft und EU in der WK sowie zuletzt als Leiter des Corona-Managements in der Wirtschaftskammer Kärnten: Höfferer führte das Haus durch 600.000 Unternehmer-Anfragen in 18 Monaten und zahlreiche Zusatzaufgaben wie die Härtefallfonds-Abwicklung und die betrieblichen Corona-Testungen und -Impfungen.

Der Dreifachakademiker — MMag. Dr. — absolvierte Studien der Betriebs- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Klagenfurt, die er mit Auslandsaufenthalten in Deutschland, Italien, den USA und China kombinierte. Seine neue Aufgabe erfüllt Höfferer mit Stolz und Tatendrang: „Ich empfinde es als Auszeichnung, mit der Wirtschaftskammer Wegbereiter für die Kärntner Wirtschaft in eine digitalisierte, weiter aneinanderrückende Welt sein zu dürfen.“ Auch Präsident Mandl streut dem neuen WK-Direktor Rosen: „Höfferer ist mit seinem international geprägten Know-how und seinen in herausfordernden Zeiten unter Beweis gestellten Führungsqualitäten der richtige Mann an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit.“

Hauptziele

Hauptziele in seiner neuen Funktion sind für Höfferer die weitere Verbesserung der Unternehmerservices sowie der Aufbau klarer prozessorientierter Strukturen für noch mehr Synergien und eine maximale Durchschlagskraft in der Interessenvertretung. Eine weitere Herzensangelegenheit ist für Höfferer die Alpen-Adria-Region. „Wir leben an einem Schnittpunkt dreier Sprachen, dreier Kulturen und Wirtschaftskreise, der noch enorme Möglichkeiten bietet.

Dazu muss aber die grenzüberschreitende Zusammenarbeit speziell bei EU-Projekten vereinfacht und das gemeinsame Lobbying in einem Europa der Regionen verbessert werden. Das ist ein wichtiges Ziel in den nächsten Jahren, um zwischen den Adriahäfen in Italien, Slowenien und Kroatien, dem Koralmtunnel und der Baltisch-Adriatischen Achse einen starken Wirtschaftsraum Kärnten in einer dynamischen Alpen-Adria-Region zu unterstützen und nachhaltig zu positionieren.“