VCÖ: Bei Klein-Lkw Unfällen im Vorjahr fast 270 Verletzte und drei Todesopfer, zwei davon Fußgänger

In Kärnten ist Zahl der Unfälle mit Klein-Lkw stark gestiegen

VCÖ -

Die Zahl der Unfälle mit Lieferwagen und Klein-Transportern hat in Kärnten besorgniserregend zugenommen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Während insgesamt die Zahl der Verkehrsunfälle gesunken ist, ist die Zahl der Unfälle von Klein-Lkw gestiegen. Der VCÖ fordert neben Verkehrssicherheitsmaßnahmen auch verkehrsvermeidende Maßnahmen im Online-Handel.


„Lieferverkehre und Zustelldienste haben in den letzten Jahren durch den boomenden Online-Handel stark zugenommen. Leider spiegelt sich das auch in der Unfallstatistik wider. Die Zahl der Unfälle mit Klein-Lkw nimmt besorgniserregend zu“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger die Ergebnisse einer aktuellen VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zusammen.

Situation in Kärnten

In Kärnten waren im Vorjahr Klein-Lkw in 206 Verkehrsunfällen mit Personenschaden involviert, das waren um 46 Prozent mehr als noch im Jahr 2015. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Verkehrsunfälle in Wien um fast elf Prozent gesunken, macht der VCÖ aufmerksam.

Drei Unfälle mit Todesfolge 

Drei Menschen wurden bei den Klein-Lkw-Unfällen im Vorjahr getötet. Zwei der drei Todesopfer waren Fußgänger. Der VCÖ betont, dass es zum einen klassische Verkehrssicherheitsmaßnahmen braucht, um die Anzahl der Klein-Lkw-Unfälle zu verringern. Dazu zählen verstärkte Tempokontrollen, niedrigere Tempolimits, mehr Verkehrsberuhigung insbesondere in Wohngebieten sowie übersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge. Um die Zahl der Gefahrenstellen im Ortsgebiet zu reduzieren, können Bürgerinnen und Bürger auf der VCÖ-Website Problemstellen, wie etwa gefährliche Übergänge, melden (https://problemstellen.vcoe.at/). Der VCÖ leitet die Einträge an die zuständigen Gemeinden und Städte weiter. 

„Darüber hinaus kann die Verkehrssicherheit deutlich erhöht werden, wenn mit verbesserter Logistik, die Zahl der Lieferfahrten reduziert werden“, betont VCÖ-Experte Schwendinger. Betreiberunabhängige Paketstationen tragen ebenso zur Reduktion von Zustellfahrten bei, wie sogenannte Mikro-Hubs. Bei Mikro-Hubs erfolgt die Feinverteilung von Waren und Paketen vor allem mit Cargo-Bikes statt mit Lkw. Darüber hinaus ist es bei den Online-Shops anzusetzen. So wie es die Möglichkeit einer Express-Zustellung gibt, sollen Kundinnen und Kunden auch eine verkehrssparende Möglichkeit mit verbesserter Logistik auswählen können. Ein Verkehrserreger sind auch Gratis-Retouren, die künftig verboten sein sollten, so der VCÖ.

Zentral sind auch verbesserte Arbeitsbedingungen für Zusteller. „Häufig stehen die Fahrer von Paket- und Zustelldiensten unter großem Zeitdruck, was sich sehr negativ auf das Fahrverhalten auswirkt und damit andere Verkehrsteilnehmer gefährdet“, stellt VCÖ-Experte Schwendinger fest.

 

VCÖ: Anzahl der Klein-Lkw Unfälle in Kärnten zuletzt stark gestiegen  (Anzahl Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Klein-Lkw in Kärnten, in Klammer Verunglückte)

  • Jahr 2019: 206 Unfälle (272 Verunglückte)
  • Jahr 2018: 165 Unfälle (214 Verunglückte)
  • Jahr 2017: 137 Unfälle (196 Verunglückte)
  • Jahr 2016: 140 Unfälle (198 Verunglückte)
  • Jahr 2015: 141 Unfälle (178 Verunglückte)

  Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

VCÖ: Die meisten Klein-Lkw Unfälle in Wien (Anzahl Klein-Lkw Unfälle / Verletzte / Todesopfer  im Jahr 2019)

  • Wien: 526 Unfälle / 665 Verletzte / 2 Todesopfer
  • Niederösterreich: 444 Unfälle / 602 Verletzte / 9 Todesopfer
  • Oberösterreich: 439 Unfälle / 646 Verletzte / 8 Todesopfer
  • Steiermark: 320 Unfälle / 433 Verletzte / 3 Todesopfer
  • Tirol: 213 Unfälle / 290 Verletzte / 3 Todesopfer
  • Kärnten: 206 Unfälle / 269 Verletzte / 3 Todesopfer
  • Salzburg: 123 Unfälle / 168 Verletzte / 4 Todesopfer
  • Vorarlberg: 72 Unfälle / 90 Verletzte / kein Todesopfer
  • Burgenland: 55 Unfälle / 71 Verletzte / vier Todesopfer

    Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2020

Der „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes und sozial gerechtes Verkehrssystem. Die Sichtweise des VCÖ ist global orientiert, themenübergreifend und berücksichtigt die Interessen zukünftiger Generationen.